Der Solarkonzern Q-Cells ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt wird an diesem Dienstag einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahren beim zuständigen Amtsgericht Dessau stellen. "Nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung ist das Management zu der Einschätzung gelangt, dass die Fortführung für das Unternehmen nicht mit hinreichender Sicherheit wiederhergestellt werden kann." Daher sei die Stellung eines Insolvenzantrags rechtlich geboten, teilte das Unternehmen mit.

Q-Cells hatte vergangene Woche seinen Sanierungsplan aufgegeben. Grund sei gewesen, dass Minderheits-Gläubiger mit Klagen gegen das Konzept vor Gericht voraussichtlich Recht bekommen würden. Der Sanierungsplan sah vor, dass die Gläubiger zu Haupteigentümern werden.

Gläubiger wollen nicht auf Geld verzichten

Allerdings wehren sich kleinere Gläubiger, die Schätzungen zufolge zusammen den vergleichsweise geringen Betrag von einigen Millionen Euro in die Firma gesteckt haben, gegen dieses Konzept und pochen auf Auszahlung einer Anleihe.

Vergangenes Jahr hatte Q-Cells einen Verlust von 846 Millionen Euro ausgewiesen, der Umsatz war um ein Viertel auf etwa 1 Milliarde Euro eingebrochen. Q-Cells beschäftigte zuletzt fast 2.200 Mitarbeiter, viele davon in der früheren Braunkohle-Region Bitterfeld.

"Wir haben noch keine Informationen, wie es weitergeht", sagte die Vize-Bezirksleiterin der Gewerkschaft IG BCE, Sylke Teichfuß. "Die Betriebsräte warten auf Informationen des Vorstands." Die Mitarbeiter bei Q-Cells fürchteten um ihren Job. Jedoch gebe es Hoffnung: "Selbst eine Insolvenz heißt nicht zwangsläufig, dass Arbeitsplätze in Größenordnungen verloren gehen."

Vierte Pleite in der Solarbranche

Teichfuß sagte, Deutschland habe sich zur Energiewende bekannt und wolle auf Atomkraft verzichten. Daher seien Firmen im Bereich Erneuerbare Energien notwendig. "Ich denke, dass Q-Cells Zukunft hat", sagte Teichfuß.

Nach Solarhybrid, Solar Millennium und Solon ist die Insolvenz von Q-Cells die vierte größere Pleite in der deutschen Solarbranche. Die Unternehmen leiden unter einem großen Preisverfall, der auch auf starke Konkurrenz aus China zurückgeht .