BörsengangFacebook erreicht Höchstpreis für Aktien

Facebook hat seine Aktien für 38 Dollar das Stück an Investoren verkauft. Das Internet-Unternehmen hat damit einen Rekorderlös von 16 Milliarden Dollar eingesammelt.

Das soziale Netzwerk Facebook hat den bislang höchsten Erlös erzielt, den ein Internet-Unternehmen bei seinem Börsengang erreichen konnte. Insgesamt wurden mindestens 16 Milliarden Dollar eingenommen. Die Anteilsscheine gingen für 38 Dollar das Stück an die Investoren und lagen damit am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar, teilte Facebook mit.

Insgesamt will Facebook 421 Millionen Anteilsscheine ausgeben. Das Unternehmen selbst veräußert dabei 180 Millionen Aktien und nimmt damit 6,84 Milliarden Dollar ein. Der Rest geht an Investoren, die frühzeitig in das Unternehmen eingestiegen waren und nun einen Teil ihrer Anteile zu Geld machen wollen. Bei großer Nachfrage könnten noch bis zu 63 Millionen weitere Facebook-Aktien angeboten werden.

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Der Börsenwert von Facebook beträgt bei dem genannten Ausgabepreis rund 104 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 80 Milliarden Euro. Bei der Marktkapitalisierung spielt die Internetfirma damit in der Liga von Großkonzernen wie dem deutschen Elektronik-Riesen Siemens oder der Fast-Food-Kette McDonald's.

Mehr Aktien als geplant

Am Freitag wird die Aktie zum ersten Mal an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Los geht es nach Angaben der Börse gegen 11 Uhr Ortszeit – nach deutscher Zeit um 17 Uhr. Dann wird endgültig feststehen, ob der Facebook-Börsengang ein Erfolg ist. Beobachter rechnen damit, dass der Wert der Aktie am ersten Tag stark steigen wird.

Angesichts der hohen Nachfrage hatte Facebook in den vergangenen Tagen zunächst die Spanne für den Ausgabepreis und dann auch die Zahl der angebotenen Anteilsscheine erhöht.

Zuckerberg bleibt Mehrheitseigner

Auch nach dem Börsengang wird Chef und Firmengründer Mark Zuckerberg Mehrheitseigner bleiben und rund 56 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Zuckerberg hatte Facebook als Student an der US-Eliteuniversität Harvard gegründet. Der Börsengang des sozialen Netzwerks ist der Höhepunkt seiner beispiellosen Erfolgsgeschichte.

Facebook ist mit mehr als 900 Millionen Mitgliedern das größte soziale Netzwerk weltweit. Allerdings gibt es Zweifel, ob die hohe Bewertung an der Börse dem tatsächlichen Wert des Unternehmens entspricht. Kritiker bemängeln, dass Facebook noch kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt habe.

Finanziert wird das Netzwerk überwiegend mittels Werbeeinnahmen. Der Nutzen der Anzeigen ist für Unternehmen nach Einschätzung von Experten aber im Vergleich zu anderen Internetseiten – wie beispielsweise der Suchmaschine Google – eher gering. Der US-Autobauer General Motors erklärte kürzlich, künftig auf bezahlte Werbung bei Facebook verzichten zu wollen.

 
Leserkommentare
  1. ins Unermessliche...kaum noch Bewegung:tipp, tipp tipp...das kann ja langfristig sogar den intelligentesten Hirnen schaden. Kinder die im Waldkindergarten waren besitzen in der Schule Vorteile gegenüber den Stubenhockern!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf
  2. Zitat
    Wieviel Geld soll hier wieder vernichtet werden?
    ______________
    Es wird kein Geld vernichtet, nur umverteilt!
    Zur Abwechlsung mal nicht staatlich organisiert, aber wohl toleriert!

    Antwort auf "Und dann...."
  3. ...sollte man nicht mit einer verfügbaren Informationsmenge oder der Fähigkeit an Information zu gelangen verwechseln. Wenn Sie jeden wissenschaftlichen Artikel finden können, ist das toll, aber damit ist das Wissen der Menschheit nicht angestiegen. Einen wissenschaftlichen Artikel in einem relevanten Kontext konnten Sie schon immer an Hand des Citation Index finden und alle wissenschaftlichen Artikel waren schon immer in den Zentralbibliotheken verfügbar. Das Wissen steigt ja auch nicht dadurch an, dass man jedem einen Bibliotheksausweis ausstellt. Übrigens können Sie den Artikel dann keineswegs in jedem Fall auch digital lesen - und sollte der - als älterer Artikel - zufällig nicht in Englisch verfasst sein oder ins Englische übersetzt worden sein, wird es oft noch schwieriger.

    Wikipedia ist in der Tat grandios und inzwischen m.E. weitaus wertvoller und stabiler als z.B. Facebook. Hier wird in der Tat Information bereitgestellt, die in dieser Form für einzelne Personen vor 20 Jahren noch ein recht elitäres Produkt war (großer Brockhaus oder ähnliches) und dazu noch aktuell. Dadurch steigt aber nicht das Wissen an sich.

    Und nein, es reicht eben nicht, wenn man alles irgendwo (schnell) nachlesen kann - das ist kein Wissen (und erst Recht kein Können). Wenn Sie bei Windstärke 8 erst mal nachlesen müssen, wie man einen Palstek steckt oder ein Reff druchsetzt, würden Sie das wahrscheinlich sehr unangenehm bemerken.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf
    • PigDog
    • 18.05.2012 um 10:17 Uhr

    die Facebook-Ware glaubt, sie wäre der Facebook-Nutzer, könnte es mit dem Geschäftsmodell vielleicht doch noch klappen...

  4. Lieber Mitblogger,
    wahrscheinlich sind Sie viel jünger als ich (59), deswegen müssen Sie optimistisch sein. Aber in meinen Augen sind auch 900.000 User noch kein Grund, Facebook zu vertrauen. Mir machen die grenzenlosen Machtoptionen Angst, die diese neue Technologie ermöglicht. In den falschen Händen können damit weit mehr Schäden angerichtet werden, als mit den alten Medien jemals denkbar. Ob ein Medium erfolgreich für irgendwelche Produkte wirbt, ist mir völlig egal. Meine Frage ist: Welchen sozialen, nicht kommerziellen Nutzen für die Menschheit hat so eine Erfindung. Angst ist natürlich schlecht. Es geht darum, wer wen kontrolliert. Und ich bin nicht bei Facebook, weil ich die Kontrolle über mein Privatleben behalten will!!!

    • Slater
    • 18.05.2012 um 11:01 Uhr

    da Sie das Beispiel Apple nennen:
    wie kann einem eine fehlende Dividende stören,
    wenn eine Aktie wie z.B. Applet allein seit Jahresbeginn 50% ansteigt?
    und das allein war nach Steve Jobs Tod, Jahre nach IPhone,
    auch IPad schon alter Hut, eigentlich gar nix neues in der
    Zeit, außer massive Gewinne mit den bekannten Marken

    sind alle, die in den letzten 20 Jahren alle Zeit der Welt zum Kaufen hatten 'frühe Einsteiger'?
    das Geschäft ist sicherlich riskant wie die meisten Aktien,
    aber Gewinn jederzeit für jedermann möglich

    Antwort auf "Übrigens,....."
  5. Sie haben nicht "die geringste Idee, was Facebook mit den 16 Milliarden anstellen will"?

    Das ist tatsächlich eine entscheidende Frage.
    Komischer Weise taucht sie fast nirgends auf, auch nicht bei den bisherigen Kommentaren.

    Interessant sind hierzu Infos aus folgendem Artikel:
    http://www.zeit.de/wirtsc...

    "Etwas mehr als die Hälfte der Gesamtsumme soll dem Unternehmen zufließen. Den Rest nehmen die Alteigentümer ein, die sich von einem Teil ihrer Anteile trennen. Darunter ist auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg. (...) Damit will er fällige Steuern begleichen."
    "Zudem ist Facebook mit Patentrechtsklagen konfrontiert."

    Sehr vertrauenserweckend ;-)

    Antwort auf ""Personalisiert""
  6. wird ebenso - evtl. noch schneller platzen als alle anderen Luftblasen zuvor.
    Gewinner werden neben Zuckerberg nur diejenigen Investoren sein, die bislang ihr Geld in FB gesteckt haben und jetzt am Aktienmarkt noch mal kräftig abkassieren bevor die ihr Geld wieder abziehen.
    Wahrscheinlich liegt nach einem kurzzeitigen Anstieg in einem Jahr der Kurs bereits unter dem der T-Aktie.
    Da Kleinanleger ohnehin erst zum Zuge kommen, wenn o.g. Investoren bereits ihr Geld abgezogen haben würde ich gleich auf fallende Kurse wetten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Kommentare 59
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