VerlageDuMont widerspricht Spekulationen über Ende der "Frankfurter Rundschau"

Laut einem Zeitungsbericht steht die "Frankfurter Rundschau" kurz vor dem Aus. Verleger DuMont stellt nun klar: Das Blatt sei kein Verkaufskandidat. von dpa

Frankfurter Rundschau in der Auslage eines Kiosks

Frankfurter Rundschau in der Auslage eines Kiosks  |  © John Macdougall/AFP/Getty Images

Trotz zu erwartender roter Zahlen will das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg die angeschlagene Frankfurter Rundschau nicht verkaufen. "Ein Verkauf steht für uns nicht zur Debatte", sagte Franz Sommerfeld, Vorstand des Mehrheitseigentümers DuMont. Er werde auch nicht angestrebt.

"Wir haben auch kein ernsthaftes Kaufangebot", sagte Sommerfeld. Zuvor hatte die Financial Times Deutschland – kurz FTD – seine Aussagen so interpretiert, dass die Verlagsleitung erwäge, das Blatt abzustoßen.

Nach Sommerfelds Angaben steckt die Frankfurter Rundschau auf absehbare Zeit weiter in den roten Zahlen. Zur Begründung sagte er in einem Gespräch mit der FTD , ein unerwartet starker Rückgang beim Geschäft mit Stellenanzeigen habe die Zeitung hart getroffen, "sodass wir im kommenden Jahr keine schwarzen Zahlen erreichen werden".

Angebote zu prüfen sei Pflicht

Gegenüber der Zeitung sagte er zwar, es gebe derzeit keinen Anlass für einen Ausstieg. Jedoch wies er einen Verkauf nicht grundsätzlich zurück. "Wenn wir einen hochinteressierten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würden wir das natürlich prüfen."

Sommerfeld sagte nun: "Es gehört zur Pflicht eines Managers, ein seriöses Angebot zu prüfen – ganz unabhängig von der Absicht, es anzunehmen oder nicht." 

Sommerfeld hatte noch vor einem Jahr angekündigt, die Frankfurter Rundschau bis spätestens 2013 in die Gewinnzone zu führen. Zweitgrößte Gesellschafterin der Frankfurter Rundschau ist die mit 40 Prozent beteiligte SPD-Medienholding DDVG.

Bei DuMont Schauberg erscheinen neben der Frankfurter Rundschau noch sieben weitere deutsche Zeitungen. Die Mediengruppe mit 4.200 Mitarbeitern ist außerdem an der israelischen Haaretz beteiligt.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 20. Juni 2012 13:51 Uhr

    Kein Verlust, denn diese Zeitung war schon immer 80% Weltanschauung in die die Fakten rein passen mussten. Und keine Angst. Dumont Schauberg hat noch genug Blätter zum Transport SPD und Grünen nahen Inhalten und Auslegungen. Auch wenn auf kommunaler und Landesebene manchmal durchaus kritische Töne zu hören sind.

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    Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Was bei der Frankfurter Rundschau ganz besonders nervt ist, dass Meinung und Bericht überhaupt nicht auseinandergehalten werden können. Es werden überwiegend Meinungen als Fakten verkauft. Insofern vollkommen richtig: Ein Eingehen der FR wäre wirklich kein Verlust.

    Da gibt es übrigens zwischen allen Linksblättern (FR, Zeit, Spiegel) über eine grosse Übereinstimmung mit einem leichten Plus für die Zeit. Dort werden die meisten Meinungsarktikel noch gekennzeichnet mit "... bloggt XYZ" oder "... meint XYZ". Beim Spiegel und bei der FR ist das eine Katastrophe.

    Da lobe ich mir die gute alte FAZ; selbst die Welt ist diesbezüglich besser.

    [...]

    Gekürzt. Verzichten Sie bitte auf Unterstellungen (siehe Netiquette) und richten Sie Anmerkungen bezüglich der Moderation an community@zeit.de.

  1. hat uns hart getroffen! Was sagt uns das? Der von der Regierung doch so permanent rauf und runtergebetete Fachkräftemangel kann so groß nicht sein, sonst würden doch Stellenanzeigen enMass erscheinen müßen. Oder kann es sein das diejenigen die diese Anzeigen schalten, die Ausrichtung der Zeitung nicht gefällt? Denn die Rundsschau war schon immer der Gegenpart zur FAZ. Den könnte man ja jetzt vielleicht einfacher los werden. Wieder ein Blatt weniger, welches gegen den Neoliberalissmus schreiben kann. Es stellt sich für mich immer mehr heraus, daß die Medienlandschaft "nicht" mehr als regulierende, aufpassende Macht gegenüber jedweder Regierung auftritt, sondern nur noch Ihre wirtschaftlichen Interessen vertritt und der ist nun mal max. Gewinn. Na denn!!!

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    Die Tageszeitungen haben wohl überwiegend als "Stellenmarkt" ausgedient. Selbst die gute alte Samgstag-FAZ ist nur noch ein Schatten ihrer Vergangenheit. Bei Stellen ist das Internet voll im weiteren Vormarsch.

    • Karl63
    • 20. Juni 2012 18:57 Uhr

    Sicherlich hat sich eine Teil des Stellenmarktes unwiederbringlich ins Internet verlagert. Dort ergibt sich aber grundsätzlich kein sehr viel anders Bild: die Stellenangebote kommen momentan mehr aus dem Umland.
    Ob dies die Abhängigkeit der Frankfurter Wirtschaft vom Finanzgewerbe widerspiegelt, oder ob der Aufschwung sich dem Ende nähert, vermag ich nicht zu beurteilen.

    • Feo
    • 20. Juni 2012 14:26 Uhr

    Der Rückgang von Anzeigekunden könnte darauf zurückzuführen sein, dass immer weniger Menschen diese Zeitung lesen. Das könnte an der unfassbar stümperhaften Korrekturlese liegen. Diese Zeitung ist voll von Rechtschreibfehlern. Letzter toller Fehler: "Mit Gewalt gegen Schulen". Es waren SchulDen gemeint. Wie dem auch sei, ich selbst hab das Blatt mal gelesen und kam mir verarscht (sorry!) vor. Die Fehler häuften und häuften sich.

    Davon abgesehen: Man könnte den Verdacht haben, dass das Blatt von Parteien gekauft wurde. Nein, Redaktion, dass ist keine Spekulation, dass ist nur der Eindruck, den man gewinnt, wenn man diese Zeitung mehr als dreimal liest.

    Bitte achten Sie auf eine sachlich Wortwahl. Danke, die Redaktion/lv

    2 Leserempfehlungen
  2. Die Frankfurter Rundschau als Vermögensmasse der SPD braucht keiner. Mit Taz und Süddeutscher Spiegelzeit gibt es schon genug rot-grüne Presseerzeugnisse.

    2 Leserempfehlungen
  3. nur war nach der Übernahme vom Dumont-Schauberg Verlag ohnehin klar, dass dort Qualitätsjournalismus keine Chance mehr hat.

    Bestes Beispiel die Kölnische Rundschau, ehemals ein Gegenpol zum Kölner Stadt Anzeiger, aufgekauft worden und seitdem nur eine zusätzliche Vermarktungsmaschine von Dumont, ohne Inhalt.

    Man kann sehen was passiert, wenn sich die Presselandschaft Monopolisiert: Die großen Zeitungen in Köln in einer Hand, kritischer Journalismus nicht mehr Existent. Bestes Beispiel der Messeskandal http://www.zeit.de/2012/2...

    Die Berichte darüber, wenn überhaupt, nur sehr oberflächlich.

    Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein um 1 und 1 zusammen zu zählen. Arme Stadt.

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  4. ist tatsächlich nicht unbedingt ein Verkaufskanditat.
    Kann man auch unter Marktbereinigung abbuchen.

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  5. Die Tageszeitungen haben wohl überwiegend als "Stellenmarkt" ausgedient. Selbst die gute alte Samgstag-FAZ ist nur noch ein Schatten ihrer Vergangenheit. Bei Stellen ist das Internet voll im weiteren Vormarsch.

  6. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Was bei der Frankfurter Rundschau ganz besonders nervt ist, dass Meinung und Bericht überhaupt nicht auseinandergehalten werden können. Es werden überwiegend Meinungen als Fakten verkauft. Insofern vollkommen richtig: Ein Eingehen der FR wäre wirklich kein Verlust.

    Da gibt es übrigens zwischen allen Linksblättern (FR, Zeit, Spiegel) über eine grosse Übereinstimmung mit einem leichten Plus für die Zeit. Dort werden die meisten Meinungsarktikel noch gekennzeichnet mit "... bloggt XYZ" oder "... meint XYZ". Beim Spiegel und bei der FR ist das eine Katastrophe.

    Da lobe ich mir die gute alte FAZ; selbst die Welt ist diesbezüglich besser.

    [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Stellenanzeige | Vorstand | Zeitung | Debatte | Geld | Gespräch
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