Flughafen Berlin BrandenburgAirlines fordern Schadenersatz von Flughafengesellschaft

Airlines machen Druck auf Berliner Flughafengesellschaft: Lufthansa und Air Berlin wollen für die verspätete Eröffnung des Hauptstadtflughafens entschädigt werden. von reuters

Blick auf den zukünftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld

Blick auf den zukünftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld  |  © Bernd Settnik/dpa

Die Deutsche Lufthansa fordert für die verspätete Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg eine Entschädigung. Die Fluggesellschaft habe die Höhe des Schadens, der aufgrund der Verschiebung entstanden ist, zwar noch nicht ermittelt, sagte Vorstandschef Christoph Franz dem Tagesspiegel . Fest stehe jedoch, dass man der Flughafengesellschaft die Rechnung dafür präsentieren werde.

Lufthansa startet am Sonntag auf dem Flughafen Tegel ihr erweitertes Hauptstadt-Angebot, das ursprünglich für den neuen Flughafen "Willy Brandt" vorgesehen war. "Wir haben die Zusage des Flughafens, unser deutlich erweitertes Programm in Tegel unterzubringen", sagte Franz der Zeitung. Er hoffe, dass es nicht zu nennenswerten Engpässen komme. Für den neuen Eröffnungstermin sei er "zuversichtlich, dass es zum 17. März funktioniert".

Anzeige

Der neue Berliner Großflughafen wird erst mit einem Dreivierteljahr Verzögerung eröffnet – ursprünglich sollte der unter dem Kürzel "BER" laufende Airport an diesem Sonntag den Betrieb aufnehmen. Lufthansa wollte dort dann ihre Berlin-Verbindungen auf 38 Städte in Europa und im Nahen Osten aufstocken. Bisher waren es lediglich acht Destinationen. Anfang Mai war die Eröffnung des Flughafens "Willy Brandt" wegen Mängeln beim Brandschutz zum zweiten Mal verschoben worden.

Air Berlin sei am härtesten betroffen

Auch Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn verlangt Schadenersatz von der Betreibergesellschaft . Es sei noch nicht berechnet, wie teuer die Verschiebung Air Berlin am Ende komme, sagte Mehdorn. "Wir haben ein Recht auf Schadenersatz. Das wissen auch die Verursacher. Ich hoffe, dass wir nicht den Klageweg beschreiten müssen."

Die Frage, ob der neue Flughafen den Betrieb im März 2013 aufnehmen werde, könne er nicht beantworten. "Wir müssen glauben, was uns die Verantwortlichen sagen", sagte Mehdorn. Er habe erst aus den Medien erfahren, dass der Termin 3. Juni nicht zu halten sei. Das habe ihn damals komplett überrascht.

Air Berlin ist nach eigener Aussage mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent in Berlin härter von der Verschiebung betroffen als alle anderen Fluggesellschaften, die die deutsche Hauptstadt anfliegen. Air Berlin sei die einzige Airline mit einem Drehkreuz in Berlin, sagte Mehdorn. Schon direkt nach Bekanntgabe der Verschiebung hatte er gesagt: "Wir erleiden dadurch nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen Imageschaden für unser Drehkreuz, der finanziell kaum zu beziffern ist."

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. doch wieder die Unvernunft-ich erinner mich an eine mal gewesene Bundesregierung unter Beteiligung der Grünen.
    Da hörte man zu viel Flugverkehr verursacht Umweltverschmutzung, Rohstoffverschwendung und Lärm und deshalb sollte der Bürger besonnener mit dem Fliegen umgehen, anstatt dessen geht es nur darum wie billig es möglich ist mal eben in die Sonne zu fliegen.Ebenso die Warenlieferungen über Fluglinien, damit alle Produkte in der Nahrungsmittelindustrie auch wirklich täglich zur Verfügung stehen, so wie die Zinsersparnis durch "just in time" die eine Lagerhaltung im Fertigungsbereich fast abgeschaft hat.

    Nur ein Satz in diese Richtung von den Verantwortlichen und Beteiligten wäre nun Balsam auf meine Seele.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Afa81
    • 03. Juni 2012 8:49 Uhr

    ...die regelmäßig ihre Preise erhöht - mittlerweile auf einem nicht mehr zu rechtfertigenden Niveau.
    Mit Lufthansa kann ich im Ledersitz für 108 Euro von Berlin nach Nürnberg UND ZURÜCK fliegen. Dabei bekomme ich wahlweise Wein, Sekt oder Kaffee von einer hübschen Stewardess serviert. Dem gegenüber steht ein Angebot der Bahn. Über 90 Euro einfach. Kaffee 3.20 Euro. Dann kann ich in Thüringen die Bäume zählen, wenn der ICE mit 80 durchs Ländle duckert. Rauchen kann ich in den 6 Stunden Fahrzeit natürlich auch nicht. Sorry, aber wenn der Staat die Menschen zur Umweltverschmutzung nötigt - dann soll es so sein.

    genau deshalb weil Menschen so sind wie Sie leidet die Erde und die Anwohner im Bereich von Flughäfen-hauptsache billig-

  2. Sie haben diese Regierung gewählt, dann sollen sie jetzt auch dafür gerade stehen. Aber bitte nicht auf Pump für die nächsten Generationen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nein, an erster Stelle sind die versagenden Architekten, Baufirmen und Bauleiter in Regress zu nehmen. Die haben einen Auftrag mit einem Termin erhalten und nicht eingehalten.
    Aber es ist wie immer, Gewinne privatisieren, und wenns nicht klappt, schiebt man es dem Staat/Steuerzahler zur Korrektur zu.

    • joG
    • 02. Juni 2012 20:38 Uhr

    ....dass keine Konventialstrafe vereinbart wurde und das Risiko verspäteter Bereitstellung und Inbetriebnahme in den Verträgen geregelt ist.

  3. Nein, an erster Stelle sind die versagenden Architekten, Baufirmen und Bauleiter in Regress zu nehmen. Die haben einen Auftrag mit einem Termin erhalten und nicht eingehalten.
    Aber es ist wie immer, Gewinne privatisieren, und wenns nicht klappt, schiebt man es dem Staat/Steuerzahler zur Korrektur zu.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der dritte Juni war doch bereits der um ein halbes Jahr nach hinten gelegte Termin.

    Bauaufseher und Verantwortlicher? Wer sucht denn solche Architekten aus?

  4. Wowereit und Platzeck haben den Karren sehenden Auges in den Dreck fahren lassen.

    Man sollte denken, Ministerpräsident eines Bundeslandes zu sein wäre ein Fulltime-Job. Wowereit und Platzeck denken offenbar anders und übernahmen leichtfertig zusätzlich Aufsichtsratssitze. Zumindest Platzeck, der sich bei dem SPD-Vorsitz schon einmal überfordert gefühlt hat, hätte es besser wissen müssen.

    Beide Politiker sind offenbar bei beiden Jobs davon ausgegangen, dass da wohl genug Leute sind, die den Job machen und es genügt, sich repräsentativ darzustellen, ohne selbst wirkliche Arbeitskraft einzubringen.

    Wie sich bei unzähligen Staatsbeteiligungen, man denke nur an die berüchtigten Landesbanken, gezeigt hat, sind Politiker als Aufsichtsräte ungeeignet. Hinzu kommt noch die Besetzung nach Parteienproporz. Da alle größeren Parteien drin sind, wird auf diese Weise verhindert, dass sich die Politiker Fehlleistungen gegenseitig vorwerfen können.

    Wann werden endlich Konsequenzen aus der Vernichtung von unzähligen Milliarden gezogen und Politiker, zweckmäßigerweise kraft Verfassung, verboten, in Aufsichtsräten symbolisch anwesend zu sein?

    Allerdings bedürfte es hierzu der kaum vorhandenen Einsicht eben dieser Personen. Durchzusetzen wäre so etwas nur in Volksabstimmungen, gegen die aber eben diese Personengruppe äußerst skeptisch ist.

    • joG
    • 02. Juni 2012 20:38 Uhr

    ....dass keine Konventialstrafe vereinbart wurde und das Risiko verspäteter Bereitstellung und Inbetriebnahme in den Verträgen geregelt ist.

  5. Lieber Herr Mehdorn,

    den Imageschaden erleidet ihr Unternehmen ausschließlich durch zehn Monate mehr Lärm über Berlin, von Ihnen geforderte Einschränkungen des Nachtflugverbots des innerstädtischen TXL und Ihrer WEIGERUNG, zusätzliche Flüge über den außerstädtischen SXF abzuwickeln.

    Aber sie wohnen ja nicht hier und kriegen den Scheiß ab!

  6. Der dritte Juni war doch bereits der um ein halbes Jahr nach hinten gelegte Termin.

    Antwort auf "Regress"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Um so schlimmer, wenn der Termin wegen der Unfähigkeit der beteiligten Architekten und Firmen schon einmal verschoben werden musste. Mir ist aber nicht klar, worauf Sie hinauswollen.

  7. Um so schlimmer, wenn der Termin wegen der Unfähigkeit der beteiligten Architekten und Firmen schon einmal verschoben werden musste. Mir ist aber nicht klar, worauf Sie hinauswollen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Schlagworte Berlin | Lufthansa | Brandenburg | Hartmut Mehdorn | Air Berlin | Medien
Service