Die Liste der Störungen bei der Berliner S-Bahn ist lang. Nun will der Senat der Hauptstadt eine Teilstrecke der Stadtbahn ausschreiben. Die rot-schwarze Regierung hat nach eigenen Angaben beschlossen, für die Ringstrecke "in den nächsten Wochen" ein Wettbewerbsverfahren einzuleiten. Der neue Betreiber könnte die Strecke, die in einem Oval rund um die Berliner Innenstadt führt, ab 2017 befahren. Dann läuft der Vertrag mit der Deutschen Bahn aus. Für die Kunden hat die Ausschreibung keine direkten Konsequenzen, da die Strecke Teil des Verkehrsverbunds bleiben soll.

Der Senat bezeichnete die Vergabe des Teilnetzes als "besonders dringlich", weil etwa 190 Viertelzüge für die Strecke beschafft werden müssten. Der Vertrag beinhalte die Verpflichtung zur "Instandhaltung und Bereitstellung der Fahrzeuge" sowie deren Betrieb über 15 Jahre. Bei Vertragsbruch drohten finanzielle Abzüge. Auch ein Sonderkündigungsrecht wollen sich die Länder Berlin und Brandenburg vorbehalten. Sogar die Fahrzeuge müsste der Betreiber in diesem Fall herausgeben.

Die Entscheidung für eine Teilausschreibung ist eine Folge der Störungen im Betrieb der Berliner Stadtbahn in den vergangenen Jahren. Der Bahn wurde in diesem Zusammenhang eine mangelhafte Wartung der Züge vorgeworfen. Teile der SPD des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit wehren sich allerdings gegen eine Teilausschreibung der S-Bahn.

Das gesamte S-Bahnnetz wird in drei Teile geteilt: Nord-Süd, Stadtbahn und Ring. Zunächst wird nur der Betrieb auf dem Ring und den Zufahrtsstrecken ausgeschrieben.