Euro-Krise : Schwere Rückschläge für die Deutsche Bank

Mit Anshu Jain sitzt ein Investmentbanker Deutschlands größtem Bankhaus vor. Ausgerechnet im Investmentbanking ist das Geschäft der Deutschen Bank stark eingebrochen.
Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain © Sean Gallup/GettyImages

Das Investmentbanking hat im zweiten Quartal ein Loch in die Bilanz der Deutschen Bank gerissen. Das Geschäft, mit dem der seit Juni amtierende Vorstandschef Anshu Jain viele Jahre die Milliarden für Deutschlands größtes Geldhaus verdiente, bekommt die Euro-Schuldenkrise zu spüren. Im zweiten Quartal brach der Vorsteuergewinn der Sparte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 357 Millionen Euro ein, teilte die Bank mit.

Damit erwies sich der Spartengewinn von 1,7 Milliarden Euro im ersten Quartal 2012 als kurzfristig. Im Schlussquartal 2011 hatte das Investmentbanking, in dem die Deutsche Bank zum Beispiel mit Beratung bei Fusionen und dem Anleihengeschäft Geld verdient, sogar Verluste zu verzeichnen. Dagegen blieb das Privatkundengeschäft vergleichsweise stabil. Obwohl der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 398 Millionen Euro sank, lieferte das Privatkundengeschäft den größten Teil zum Vorsteuergewinn des Konzerns. 

Vor einer Woche hatte die Deutsche Bank bereits einen Gewinneinbruch für den Drei-Monats-Zeitraum April bis Ende Juni gemeldet: Der Überschuss halbierte sich binnen Jahresfrist fast von insgesamt 1,2 Milliarden auf 650 Millionen Euro. Auch der Vorsteuergewinn brach um 46 Prozent auf 960 Millionen Euro ein. Die Erträge sackten im Quartalsvergleich um sechs Prozent auf rund acht Milliarden Euro ab.

Jain: Schuldenkrise belastet das Investorenvertrauen

"Im zweiten Quartal war das Ergebnis der Bank durch das volatile Umfeld beeinflusst", teilten Jain und Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen mit. "Die europäische Staatsschuldenkrise belastet weiterhin das Investorenvertrauen und die Kundenaktivitäten über alle Geschäftsbereiche hinweg." Im gesamten ersten Halbjahr verdiente die Deutsche Bank unter dem Strich rund zwei Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn summierte sich in den sechs Monaten auf rund 2,8 Milliarden Euro.

Auch an anderer Stelle forderte die Krise in Europa Tribut: Ihr Engagement in spanische Staatsanleihen fuhr die Deutsche Bank weiter zurück. Ende Juni hatte das Institut 873 Millionen Euro in Papieren des in der Krise steckenden Euro-Staates investiert. Drei Monate zuvor waren es noch knapp 1,4 Milliarden Euro. Dagegen erhöhte die Deutsche Bank ihre Investitionen in Italien von knapp zwei Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro.

Trotz Gewinneinbruchs und Turbulenzen sollten die schärferen Kapitalanforderungen ohne Kapitalerhöhung gestemmt werden, hieß es aus der Bank. Die harte Kernkapitalquote solle Anfang 2013 bei 7,2 Prozent liegen. Das wäre genug, um die Auflagen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen – aber weiter deutlich weniger als zahlreiche Konkurrenten.

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Kommentare

42 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

@4 Völlig daneben

Ohne die Ideen und innovativen Finanzprodukte des Investmentbankings wären viele Projekte, gerade in schwierigem Umfeld für die Realwirtschaft völlig unmöglich.

So wie sie reden nur Menschen, die nie selbst ein substantielles (>100 Mio EUR) Projekt, zum Financial closure bringen mussten.

Unsere Firmengruppe bewegt sich auf der Schnittstelle Realwirtschaft und Investmentbanking. Wir sind wahrlich keine Freunde von Banken, aber aus völlig anderen Gründen als die, die Ihresgleichen anführen.

Versuchen Sie doch mal mit der GLS Bank oder einer ähnlichen "karitativen", "linksideologischen" Bank eine Trinkwasserversorgung im Jemen zu finanzieren oder versuchen Sie doch mal mit der so genannten Umweltbank eine ökologische Ertüchtigungsinvestition für Kraftwerke in Russland (ca. 300 Mio EUR).

Abgesehen davon dass diese Projekte mitunter ein Vielfaches des gesamten Bilanzvolumens solcher Scheinbanken betragen, fehlt denen Expertise und vor allem der Wille, im Gegensatz zur DB.

Die können, gemäß der ideologischen Ausrichtung, die anscheinend heute en vogue ist, nur Konteninfrastruktur für Campact, Blockupy und ähnliche Schwätzerorganisationen stellen, bei denen in der Regel die wenigsten Protagonisten jemals substantiell etwas in vergleichbarer Größenordnung für andere getan haben und die noch immer lokale Hinkelsteinproduktion als Lösung empfehlen.

Verbrecherisch sind Gewerkschaften, die sich gegen Strukturanpassungen wehren, obwohl hunderttausende Menschen keine Arbeit haben.

Die verbrecherischen Gewerkschaften

Hoppla,
jetzt werden viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
zum Schuldenbock gestempelt.
Würde es innerhalb der sogenannten Finanzwirtschaft
solche solide Menschen gegeben haben, würden wir heutzutage
nicht in einem von den Banken verursachten Fiasko versinken
müssen.
Die Gier nach unsolidem Mehr an Ertrag hat durch Mani-
pulation der gutgläubigen Anleger durch sogenannte Bankster
erheblichsten Schaden erlitten.
Halb Europa wurde durch unsolide Arbeit dieser Eliten
an den Rand des Ruins geschoben.
Den abhängig Beschäftigten wurde gleichzeitig, durch
Politik und Finanzwirtschaft der Auftrag erteilt, die
Defizite der Despoten zu übernehmen.

Bankster, schämt euch!

Re: völlig daneben

"Genau das kommt gerade den Kleinen zu Gute. Ohne Spekulanten würden die Märkte zersplittert, die Großen die Geschäfte unter sich ausmachen (z.B. Dark pools). Preise werden unkalkulierbar, weil unverbindlich, die Kleinen fallen raus und gehen Pleite."

Die Rohstoffpreise sind z. Z. unkalkulierbar -durch Spekulation!

Sie kennen sich doch aus, oder?

Wer lagert denn z. B. in Chigako ca. 25% der Welt- Aluminiumproduktion? Wer kauft sich jetzt verstärkt in die LME ein, um die Preise zu beeinflussen? Und wer bietet den Firmen dann gleichzeitig *innovative* Finanzprodukte, um sich gegen *Rohstoffpreisschwankungen* abzusichern?

Die ganze Bande, von Goldman, über JPMC bis zur DB.

Sogar Cromme, chef von Thyssen Krupp, geisselte neulich diese Spekulantenpraxis: "Die Industrie braucht für verlässliche Kalkulationen stabilere Rohstoffpreise!"

@29 bigbull - Auch das ist bewusst falsch und diffamierend...

....um von den eigentlich Schuldigen abzulenken.

Und die Schuldigen sind deshalb genau die, die von billigem EUR Zins profitierten und trotzdem die Strukturanpassungen hintertrieben und die Spendierhosenpolitik weiterführten.

Obwohl es bei Einführung bekannt und Konsens war, dass nun, nach Wegfall der Möglichkeit der Anpassung und des Ausgleichs durch Wechselkurse zwangsläufig die verbleibenden Möglichkeiten zur Herstellung von Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden mussten, haben vor allem Gewerkschaften massgeblich dazu beigetragen, dass eben dieses unterblieb.

Also sind genau hier die "Profiteure" zu suchen und zu finden. Und diese Profiteure verteidigen ihren "Profit" rücksichtlos auf dem Rücken der anderen Betroffenen, der Arbeitslosen, aber auch der vielen Millionen Sparer in Fonds und Lebensversicherungen und Pensionskassen, die auf die Versprechen und Solidität der Staaten vertrauten, aber nicht mit deren Kumpanei und Schwäche gegenüber den Erpressern rechneten.

Wer droht denn ganze Länder aus Gier lahmzulegen und nimmt so den Bürger als Geisel - z.B. in GR und anderen Südländern?

Wen interessiert denn einen feuchten Kericht ob wegen total verkrusteter Arbeitsmärkte einer ganzen Jugend die Zukunft genommen wird?

Wer fordert denn, dass dieses Desaster dann durch noch mehr Staatsausgaben verschlimmert werden soll?

Gewerkschaften. Diese Kriminellen sollten sich schämen statt zu versuchen, den Betroffenen, den Banken oder Wohlhabenden, die Schuld zuzuweisen.

@31 peugeot - Haltlos

"Die Rohstoffpreise sind z. Z. unkalkulierbar -durch Spekulation!"

Dieser Satz ist falsch. Gerade für das produzierende Gewerbe.

Denn sie sichern in dem Augenblick, in dem Sie Forward erwerben den Kaufpreis ab, um bei Preisschwankungen sicher zu sein. Den Rest kaufen sie risikolos Spot.

Und gerade Großkonzerne schieben gerne die Schuld auf Spekulanten um ihre eigene verzögerte Preisanpassung beim Abnehmer zu verschleiern. Und gerade der linke unwissende Mainstream reagiert nach Pawlow.

Bezüglich des Einkaufs "in die LME" meinen Sie wohl nicht die LME sondern die LME akkreditierten Warehousekapazitäten.

Das ist ein rein realwirtschaftliches Geschäft, sie befürchten Preisverfall und sehen die Notwendigkeit der gesteigerten Lagernachfrage. Dass sie damit eine Schlüsselposition erhalten, erfüllt sich nur dann, wenn ihr Geschäftsmodell richtig war. Im übrigen sind es auch die großen Produzenten, die hier kaufen.

Aber auch hier ist wieder die Behauptung, es sei zum Zweck der Preismanipulation einfach diffamierend und unrichtig, wie die Finanzaufsichtsbehörde selbst mitteilt (haltlos).

Würde sich GS etc wirklich dazu hergeben, diesen Markt zu cornern, wird es ihnen genauso gehen, wie damals als GS die einzige Handelsplattform für 144a Securities gründete.

Binnen ein paar Jahren gründeten sich mehrere Konkurrenten und heute redet niemand mehr von der GS Plattform.

Ideologiefreie Marktwirtschaft ist das beste Korrekturmittel.