FührungswechselGoogle-Managerin Mayer wird neue Chefin von Yahoo

Sie gilt als verantwortlich für das schlichte Design der Website Google. Nun hat der Internetkonzern Yahoo die Spitzenmanagerin Marissa Mayer beim Rivalen abgeworben. von afp, dpa und reuters

Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer  |  © Justin Sullivan/Getty Images

Die Google-Managerin Marissa Mayer wird neue Chefin des US-Internetkonzerns Yahoo. Der Aufsichtsrat habe sich einstimmig auf die Personalie geeinigt, teilte das Unternehmen mit. Mayer bringe eine "beispiellose Erfahrung in den Bereichen Technologie, Design und Produktvermarktung" mit. Bereits an diesem Dienstag wird Mayer ihr neues Amt antreten.

Sie habe eine "fantastische Zeit bei Google gehabt", sagte Mayer der New York Times , die als Erstes über den Wechsel berichtet hatte. Es sei aber letztlich eine "ziemlich einfache Entscheidung" gewesen, den neuen Job anzutreten. Yahoo sei schließlich eine der besten Marken im Internet.

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Mayer hatte vor 13 Jahren als Mitarbeiterin Nummer 20 bei Google angefangen. Sie war maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine der aufstrebenden Internetfirma beteiligt und gilt als verantwortlich für das schlichte Design der Website. Zuletzt leitete die 37-Jährige die Geo-Dienste und lokalen Services bei Google.

Für Yahoo ist es schon der zweite Chefwechsel in diesem Jahr: Hoffnungsträger Scott Thompson, der vom eBay-Bezahldienst PayPal gekommen war, bekleidete das Amt nur wenige Monate und musste es wegen eines falschen Titels in seinem Lebenslauf abgeben. Seitdem wurde Yahoo von Ross Levinsohn kommissarisch geführt.

Dabei bräuchte Yahoo dringend Stabilität: Der Internetpionier steht im überlebenswichtigen Werbegeschäft unter enormen Druck – ausgerechnet vonseiten Googles. Bei der Internetsuche hatte sich Yahoo bereits mit dem Softwarekonzern Microsoft verbündet.

Laut New York Times hat Marissa Mayer erst am Montagnachmittag per Telefon bei Google gekündigt. Sie war neben den zwei Gründern Larry Page und Sergey Brin sowie dem langjährigen Konzernchef und jetzigen Verwaltungsratsvorsitzenden Eric Schmidt eines der wenigen bekannten Gesichter des Unternehmens.

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Leserkommentare
  1. Man kann nur hoffen, dass Frau Mayer bei Yahoo nicht verheizt wird. Sie hat bei Google sehr gute Arbeit geleistet. Es wäre schön, wenn sie es schafft ein wenig Bewegung in den Markt zu bringen.
    Empfehlenswert sind auch diverse Interviews mit ihr.

  2. Als Google Yahoo, Bing und andere Suchmaschinen in den Schatten stellte und weitere innovative Dienste neben dem Kerngeschäft entwickelte, war es für Yahoo und co. bereits zu spät. Was Fr. Mayer dazu bewegt, zur Konkurrenz zu wechseln ist fraglich. Wahrscheinlich nur Geld. Ich erhoffe mir aber eine spannende, neue Marktverteilung dieser beiden Online-Dienste mit vielen neuen innovativen Produkten und Diensten. Definitiv wird es Fr. Mayer schwer haben, was Sie am besten wissen sollte - immerhin kommt Sie von Google Inc...

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  3. hat die Zeit vergessen zu erwähnen. Frau Mayer erwartet in 3 Monaten ein Baby und dies stellte bei der Einstellung keine Rolle. Sie arbeitet aus dem Urlaub heraus und eine Konferenz wird im Gegenzug in ihrer Heimatstadt verlegt.

    Sehr fortschrittlich!

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  4. "User Experience und Produktdesign" hab ich allerdings verschwindend wenig gesehen.Ihre Erfahrung jedoch, Google von der Wohnzimmergrösse zum Weltkonzern begleitet zu haben, dürfte fast einmalig sein.

    Letztlich erwartet von Yahoo niemand mehr irgendwas -- sie kann nur gewinnen. Und wenn es nur noch mehr Geld ist.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Google | Marissa Mayer | Yahoo | Microsoft | Aufsichtsrat | Design
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