Microsoft-Chef Steve Ballmer © Joe Klamar/AFP/GettyImages

Microsoft hat erstmals seit seinem Börsengang im Jahr 1986 einen Quartalsverlust eingefahren. Das Minus im vierten Geschäftsquartal summierte sich auf 492 Millionen Dollar (400 Millionen Euro), teilte der weltgrößte Software-Konzern mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Microsoft noch einen Gewinn von 5,9 Milliarden Dollar verzeichnet.

Grund ist die Übernahme der Onlinewerbefirma Aquantive vor fünf Jahren. Mit diesem Zukauf wollte Microsoft eigentlich den Abstand zum Rivalen Google verringern, der kurz zuvor den Werbespezialisten DoubleClick übernommen hatte. Doch während bei Google die Werbemilliarden flossen, tröpfelten die Einnahmen bei Microsoft nur. Der Windows-Konzern schrieb nun fast den gesamten damaligen Kaufpreis von 6,3 Milliarden Dollar ab.

Microsoft hatte diese Abschreibung schon Anfang des Monats angekündigt . Entsprechend vorgewarnt waren die Anleger. Sie hatten sogar mit einem noch heftigeren Verlust gerechnet. Der Umsatz in dem Ende Juni beendeten Geschäftsquartal stieg um 3,9 Prozent auf 18,06 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro). Nachbörslich stieg die Aktie so um gut zwei Prozent.

Schwierigkeiten im Onlinegeschäft

Das Onlinegeschäft ist eine Dauerbaustelle, mit der Microsoft über die Jahre viele Milliarden verloren hat. In dem nun abgeschlossenen gesamten Geschäftsjahr addierte sich das operative Minus der Sparte zusammen mit der Abschreibung auf 8,1 Milliarden Dollar. Schon im Jahr davor hatte der Konzern hier 2,7 Milliarden Dollar verloren.

Geld verdient Microsoft weiterhin vor allem mit dem PC-Betriebssystem Windows und den Office-Büroprogrammen . Windows steuerte im gesamten Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von 11,46 Milliarden bei, die Business-Sparte sogar 15,7 Milliarden Dollar. Im gesamten Jahr stieg der Umsatz um 5,4 Prozent auf den Bestwert von 73,7 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn fiel um gut ein Viertel auf 16,98 Milliarden Dollar.