SportartikelherstellerPuma setzt zu großem Umbau an

In den neunziger Jahren übertrumpfte Puma die Marktführer Nike und Adidas mit vielen Innovationen. Die Erfolgsserie ist gerissen, die Liste der Probleme lang. von dpa und reuters

Der Sportartikelhersteller Puma will sich völlig neu aufstellen. Trotz Fußball-Europameisterschaft und den bevorstehenden Olympischen Spielen enttäuschte der MDax-Konzern mit einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Besserung ist im restlichen Jahr nicht in Sicht.

Der seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef Franz Koch musste jüngst sogar die Prognosen für 2012 senken – seine erste große Niederlage. Um an alte Unternehmenserfolge anzuknöpfen, will der 33-Jährige nun die Strukturen verändern. Der Konzern aus Herzogenaurach soll effizienter werden und Kosten sparen. Viele Details sind allerdings noch offen.

Anzeige

Branchenkennern zufolge soll Puma wieder sportlicher werden. Das Unternehmen war zuletzt stark von Lifestyle-Produkten abhängig. Der Konkurrenzdruck in diesem Segment ist aber enorm. Puma-Chef Koch sagte, es brauche hohe Investitionen in Marketing und die Entwicklung moderner Produkte, um die Raubkatzen-Marke wieder begehrter zu machen – eine Voraussetzung, um hohe Preise durchzusetzen.

Aus Sanierungsfall wurde Erfolgsgeschichte

Der letzte große Umbau des Unternehmens geht in das Jahr 1993 zurück. Jochen Zeitz übernahm damals die Führung des Konzerns und machte aus dem Sanierungsfall eine Erfolgsgeschichte. Puma übertrumpfte damals die Marktführern Nike und Adidas immer wieder mit Innovationen und mit sehr hohen Wachstumsraten. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Nike und Adidas dominieren vor allem den klassischen Sport-Bereich und kommen in neuen Märkten besser bei den Kunden an.

Hier will Puma-Chef Koch ansetzen. Kurzfristig sorgt dies aber für Belastungen. Von April bis Juni brach der Nettogewinn wegen der hohen Investitionen um gut 29 Prozent auf 26,7 Millionen Euro ein. Zudem will Koch die Konzernstrukturen vereinfachen.

Verwaltungsaufgaben würden zentralisiert, die Organisationseinheiten in Europa von 23 auf sieben reduziert, hieß es. Ein Rückzug aus dem schuldengeplagten Griechenland ist nicht ausgeschlossen. Der Einkauf soll regionaler gestaltet werden, um die Bearbeitungszeiten von Kundenaufträgen zu verkürzen und die Produktverfügbarkeit zu verbessern. So operiert Puma beispielsweise in Europa derzeit mit 25 Lagern, künftig sollen es maximal noch sieben sein.

Auch die Zukunft der eigenen Verkaufsflächen ist unsicher: Unrentable Geschäfte sollen geschlossen werden. Dies werde am ehesten Europa und Nordamerika treffen, während es in Wachstumsländern auch Neueröffnungen geben solle, sagte Koch. Details nannte er aber nicht.

Leserkommentare
  1. über seine Produktpalette machen. Braucht es 50 verschiedene Ausführungen von Uhren? Überhaupt die Produktpalette gehört auf den Prüfstand. Dazu sollte man nicht meinen, daß die Leute heute noch teuer mit Gut assozieren. Um dann im Kragen zu lesen : Made in China. Da kommt man sich auf den Arm genommen vor, wenn man 60.- bis 70,- € dafür bezahlen soll, was bei mind. gleicher Qualität bei Trigema die hälfte kostet! Auch muß man nicht allen Modeerscheinungen hinterherlaufen, sonder selber neue kreieren. Das ist nicht damit getan, daß der Puma als Logo nur variiert wird. Hier sind für die Sportausrüstung tech. Neuheiten und Verbesserungen gefragt. Dann sollte man auch die Personen die für die Werbung stehen, als "äußerst" sauber und integere Menschen wahrnehmen. Dazu gehört meiner Meinung nach ein Ursain Bolt nicht zu und Jamaika mit seinem Gewaltpotential, mir Sicherheit auch nicht! Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Ausrüstung vom BVB Dortmund. Hier kann man neue Spots setzen, nicht nur in Deutschland!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie meinen, bevor man mit gewaltätigen Jamaikanern wirbt (die sind ja bestimmt alle so), sollte man besser mit friedliebenden Deutschen Werbung machen? Dafür sind wir Deutsche in der Welt ja auch bekannt...

  2. Sie meinen, bevor man mit gewaltätigen Jamaikanern wirbt (die sind ja bestimmt alle so), sollte man besser mit friedliebenden Deutschen Werbung machen? Dafür sind wir Deutsche in der Welt ja auch bekannt...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
  • Schlagworte Adidas | Nike | Puma | Euro | Fußball-EM | Jochen Zeitz
Service