Im Streit zwischen Energiebranche und Bundesregierung über die Rechtmäßigkeit des Atomausstiegs hat nach den Konzernen E.on und RWE nun auch Vattenfall Verfassungsbeschwerde eingelegt. Die Klage sei kürzlich eingereicht worden, sagte eine Sprecherin der Deutschland-Tochter des schwedischen Staatsunternehmens.

Der Entzug der Betriebserlaubnis für Kernkraftwerke im Zuge der Energiewende stelle nach Ansicht des Konzern einen "Eingriff in das verfassungsrechtlich geschützte Eigentum dar". Hierfür sei "eine angemessene Entschädigung" nötig.

Neben der Verfassungsbeschwerde hat der drittgrößte Erzeuger von Atomstrom in Deutschland auch ein Verfahren vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank in Washington vorbereitet. Das Unternehmen beantragte bei dem Gericht die Eröffnung eines entsprechenden Schiedsverfahrens.

E.on und RWE hatten schon vor Wochen Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. E.on beziffert den möglichen Schaden durch den Atomausstieg auf mindestens acht Milliarden Euro. Die Höhe möglicher Forderungen von RWE und Vattenfall ist bislang nicht bekannt.