Libor-Manipulation : US-Staatsanwälte laden Deutsche Bank vor

Europas größte Bank muss sich wegen der Libor-Zins-Manipulation der Staatsanwaltschaft erklären: Vorladungen gingen an die Deutsche Bank und sechs weitere große Banken.
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt © Kai Pfaffenbach/Reuters

Die US-Behörden haben die Untersuchungen gegen die Deutsche Bank und andere Großbanken wegen der Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes ausgeweitet. Sieben Banken bekamen Vorladungen von den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten New York und Connecticut , wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Ermittler berichtete.

Neben der Deutschen Bank sind JP Morgan , Barclays , Royal Bank of Scotland und HSBC betroffen. Zuvor waren schon die Banken UBS und die Citigroup vorgeladen worden.

Die Ermittler interessierten sich vor allem für die Kommunikation zwischen Managern, um herauszufinden, ob es geheime Absprachen gegeben habe, um den Libor zu manipulieren.

Das Vorgehen der US-Behörden ähnelt dem der Finanzaufsicht BaFin . Sie ermittelt in einer Sonderprüfung, ob die Deutsche Bank ausreichend Vorkehrungen getroffen hat, um Manipulationen zu vermeiden. Sie hatte bereits zwei Mitarbeiter wegen der Affäre suspendiert, hat in einer internen Untersuchung aber kein systematisches Fehlverhalten von Führungskräften feststellen können.

Deutsche Bank will kooperieren

Die Deutsche Bank verwies angesichts der Vorwürfe deshalb auch erneut auf ihre Angaben in einem Zwischenbericht. Sie habe Vorladungen von mehreren Behörden in den USA und Großbritannien erhalten und kooperiere mit diesen Stellen.

Die US-Staatsanwälte Eric Schneiderman (New York) und George Jepsen (Connecticut) ermitteln seit Monaten in der Libor-Affäre. Im Juli hatte es geheißen, es gehe den beiden Staatsanwälten um Schadenersatz für staatliche Stellen, Gemeinden und andere, die von dem illegalen Vorgehen der Banken möglicherweise betroffen waren.

Wegen der Manipulationen sind weltweit Aufsichts- und Ermittlungsbehörden aktiv , darunter das US-Justizministerium , die EU-Kommission und Finanzaufsichtsbehörden mehrerer Staaten. Die britische Bank Barclays hatte bereits im Juni 450 Millionen Dollar als Buße zahlen müssen.

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Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

““ Als einzige Bank hat die britische Bank Barclays bisher ein

Fehlverhalten von Händlern eingeräumt.““
stand beschönigend am 08. 08. 2012 auf diesen Seiten, obwohl schon damals die Deutsche Bank das Fehlverhalten bei der Libor-Festseztung in vielfacher Weise zum Ausdruck gebracht hatte.
http://www.zeit.de/wirtsc...

In anderen Meiden wurde die Sachlage schon länger und korrekter thematisiert, z. B.

SPIEGEL, 15. 07. 2012
““ Deutsche Bank beantragt Kronzeugenregelung in Libor-Affäre
Sie hat bei der EU-Kommission, die neben anderen Behörden in der Sache ermittelt, sowie in der Schweiz schon 2011 eine Kronzeugenregelung beantragt und kürzlich erlangt. ....
In Brüssel etwa haben auch die UBS und Barclays Kronzeugenstatus. Nur die erste Bank, die kooperiert, genießt Immunität, zwei weitere können auf mildere Urteile hoffen. Doch in den USA und London sicherten sich andere Banken den Schutz.
"In der Deutschen Bank herrscht Nervosität", heißt es im Umfeld des Instituts. Die Affäre ist ein Rückschlag für die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die das lädierte Image der Bank aufpolieren wollen.
http://www.spiegel.de/spi...