TarifkonfliktKabinenpersonal der Lufthansa streikt

Die Tarifgespräche der Flugbegleiter sind gescheitert, Mitarbeiter werden in den Streik treten. Die Lufthansa aktiviert mitten im Ferienreiseverkehr ihre Notfallpläne. von dpa

Streikende Angestellte des Lufthansa-Begleitpersonals am Flughafen in Frankfurt am Main

Streikende Angestellte des Lufthansa-Begleitpersonals am Flughafen in Frankfurt am Main  |  © Michael Probst/AP/dapd

Bei der Lufthansa gibt es zum Ende der Ferienzeit einen unbefristeten Streik des Kabinenpersonals. Wann genau und wo die Flugbegleiter die Arbeit niederlegen werden, behält die Gewerkschaft Ufo aus taktischen Gründen für sich. "Wir sind ab heute im Arbeitskampf mit der Lufthansa", teilte Ufo mit. Man werde ohne Vorwarnungen in den nächsten Wochen punktuell zu Streiks aufrufen, sagte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Ein flächendeckender Ausstand werde in den nächsten Wochen vorbereitet.

Zuvor waren die Gespräche zwischen Konzernführung und Gewerkschaft über die Tarife der etwa 19.000 Flugbegleiter gescheitert. Es habe in wichtigen Punkten keine Annäherung gegeben, teilte die Lufthansa mit.

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Die Flugbegleiter verlangen neben fünf Prozent mehr Geld ein Ende des Sparkurses im Unternehmen. Sie wenden sich gegen Leiharbeit an Bord von Lufthansa-Maschinen. Sie wollen zudem die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die angestrebte Direktflugtochter verhindern und das bisherige Tarifstufensystem weitgehend beibehalten.

Fluglinien

Informationen über Flugausfälle und Verspätungen: 

Lufthansa 01805 805 805 www.lufthansa.de

Air Berlin 01805 737 800 www.airberlin.com

Easy Jet 01805 029292, 01805 666 000 www.easyjet.com

Website mit den Telefonnummern aller größerer Fluglinien www.telefonnummer-airlines.de

Flughäfen

Auf den folgenden Internetseiten und unter folgenden Telefonnummern können Sie sich über Sperrungen, Verspätungen und Flugausfälle informieren:

Berlin Schönefeld 0180 5 00 01 86 www.berlin-airport.de

Berlin Tegel 0180 5 00 01 86 www.berlin-airport.de

Bremen +49 (0) 421 55950 www.airport-bremen.de

Dresden +49 (0) 351 8810 www.dresden-airport.de

Düsseldorf +49 (0) 211 4210 www.duesseldorf-international.de

Erfurt-Weimar 0180 5 410 970www.flughafen-erfurt-weimar.de

Frankfurt/Main 0180 5 372 4636 www.frankfurt-airport.de

Hamburg +49 (0) 40 50 750 www.ham.airport.de

Hannover +49 (0) 511 9770 www.hannover-airport.de

Köln/Bonn +49 (0) 22 03 – 40 40 01 / 40 40 02 www.koeln-bonn-airport.de

Leipzig/Halle +49 (0) 341 224 1155 www.leipzig-halle-airport.de

München  +49 (0)89 9752 13 13 www.munich-airport.de

Münster/Osnabrück +49 (0) 25 71 940www.flughafen-fmo.de

Nürnberg +49 (0) 911 937 00 www.airport-nuernberg.de

Saarbrücken +49 (0) 6893 83272 www.flughafen-saarbruecken.de

Stuttgart 0180 5 948444www.flughafen-stuttgart.de

Internationale Flughäfen findet man auf www.flightradar24.com

Linienbusse

Eurolines www.eurolines.com, Telefonnummern der einzelnen Länder: http://www.eurolines.com/about-us/

Deutsche Touring GmbH Servicehotline +49 (0) 69 7903 501 www.touring.de

Berlin Linienbuswww.berlinlinienbus.de

Gullivers Servicehotline: +49 (0) 30 311 0 211 www.gullivers.de

Orland Servicehotline +49 (0) 9721 47 59 00, Notfallnummer +49 (151) 141 823 08 www.orland.de

Andere Transportwege

Das Buchungsportal der Deutschen Bahn: www.bahn.de

Ocean24 ist ein Buchungsportal für Fährverbindungen. Servicehotline: +49 (0) 180 4 999 203 www.ocean24.com

Auf Facebook gibt es einen Zusammenschluss von Nutzern, die Car-Pools bilden: http://www.facebook.com/carpooleurope

Nationale Mitfahrzentralen:

Mitfahrzentrale 01805 03 11 99 11 www.mitfahrzentrale.de

Mitfahrgelegenheit 01805 03 11 99 40 www.mitfahrgelegenheit.de

Internationale Mitfahrzentralen:

Roadsharing.comwww.roadsharing.com und Ride4cents.org www.ride4cents.org

Autovermieter: 

Avis Servicehotline: 0180 5 21 77 02 www.avis.de

Europcar Servicehotline: 0180 5 8000 www.europcar.de

Hertz Servicehotline: 0180 5 33 3535 www.hertz.de

Sixt  Servicehotline: 0180 5 25 25 25 www.sixt.de

Lufthansa dagegen sieht sich wegen des starken Wettbewerbs und anstehender Milliarden-Investitionen zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen und hat den Abbau von 3.500 Stellen angekündigt. Die Einschnitte sind nach Ansicht des Managements nötig, da die Lufthansa in Europa mit Billigfliegern wie Ryanair oder easyJet konkurriert, die dank niedriger Kosten hohe Gewinne einfliegen.

Erhebliche Behinderungen im Flugverkehr

Am Dienstag sollen die Flugzeuge noch planmäßig abheben. Die angekündigten Arbeitsniederlegungen dürften den Flugverkehr dann aber erheblich behindern und das Unternehmen hart treffen. Die Stewardessen und Stewards haben bis auf kleinere Aktionen 2009 bisher noch nie gestreikt. Die Gewerkschaft gilt als schlagkräftig – in der Branche wird geschätzt, das zwei von drei Flugbegleitern Mitglied sind. 

Fluggastrechte

Die Rechte von Fluggästen bei Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen sind im sogenannten Montrealer Übereinkommen und in der EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 festgelegt. Beide Texte finden Sie zum Beispiel auf der Website der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp) zum Download.

Betreuung

Bei Wartezeiten am Flughafen wegen verspäteter Flüge haben Reisende ein Anrecht auf Betreuung durch die zuständige Airline.

Ist ein Flug zwischen mindestens zwei (Kurzstrecke) und vier Stunden (Langstrecke) verspätet müssen den Fluggästen laut EU-Verordnung "Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit angeboten werden." Außerdem dürfen die Reisenden unentgeltlich zwei Telefongespräche führen oder zwei Faxe oder E-Mails versenden.

Wer wegen eines ausgefallenen Fluges auf eine Übernachtung angewiesen ist, bekommt diese von der Airline gestellt. Die Hotelübernachtung darf jedoch nicht auf eigene Faust gebucht werden. Reisende sollten sich dafür unbedingt mit einem Mitarbeiter der Airline am Flughafen in Verbindung setzen.

Ausgleichszahlungen

"Wenn nicht-unternehmensangehörige Personen, beispielsweise Fluglotsen, ihre Arbeit niederlegen oder es sich um einen Generalstreik handelt, liegt höhere Gewalt vor", heißt es auf der Website der Verbraucherzentrale NRW. Schadensersatz wird dann nur in Ausnahmefällen gezahlt.

"Im Fall eines Fluglotsenstreiks berufen sich die Airlines auf höhere Gewalt. Die meisten Juristen sehen das ähnlich. Es ist deswegen unwahrscheinlich, dass einem Passagier wegen eines ausgefallenen Fluges Schadensersatz zugesprochen wird", sagt auch Heinz Klewe von der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Ausnahmen gibt es, diese sind jedoch selten.

Es macht also nach Meinung der Experten nur in wenigen Fällen Sinn, auf Schadensersatz zu klagen. Die Verbraucherzentrale schreibt dennoch: "Genervte Urlauber, die wegen des Arbeitskampfes lieber wieder nach Hause möchten, können den Reisevertrag wegen höherer Gewalt kündigen, wenn die Reise durch den Streik erheblich beeinträchtigt wird." Dies sei bei pauschalen Kurzreisen und langen Streiks eher der Fall.

Die Lufthansa hat für Streiks Notfallpläne vorbereitet. Je nach Umfang des Ausstands streicht sie unterschiedlich viele Verbindungen, meist zunächst Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb Deutschlands und Europas. Ausgenommen davon sind die Zubringerstrecken zu den Lufthansa-Drehkreuzen in Frankfurt und München . Ziel der Airline ist es, so viele Interkontinentalflüge wie möglich starten zu lassen, weil das Unternehmen damit am meisten Geld verdient. Zudem sollen Passagiere nicht fern der zu Hause festsitzen.

Aufsichtsratschef für harten Kurs

Lufthansa-Aufsichtsratschef Jürgen Weber hatte vor Tagen seinen Nachfolgern geraten , Forderungen der Gewerkschaften nicht zu weit nachzugeben und im Zweifel lieber einen Streik zu ertragen: "Besser man lässt es zum großen Knall kommen, bevor sich das Unternehmen aus dem Wettbewerb katapultiert", hatte Weber der ZEIT gesagt .

Die Unternehmensführung wollte dagegen einen weniger harten Kurs fahren. Sie hatte vor, den möglichen Streik mit einer nachgebesserten Tarifofferte abzuwenden. Das scheiterte dann.

Ob ihr Flug von Streik betroffen ist, können Lufthansa-Kunden nach Beginn der Arbeitsniederlegunghier erfahren.

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Leserkommentare
  1. lasst euch nicht auseinanderdividieren und "auslagern".

    gleicher lohn für gleiche arbeit!

  2. Heißt das ich kann heute mal die Sonne im Garten genießen?

  3. 3. Fakten

    Flugrouten
    Sie fliegen Kurz- und Mittelstrecken ab Düsseldorf oder Hamburg.

    Dauer der Lehrgangsphase
    Ca. 5 Wochen, davon 4 Wochen theoretische und 1
    Woche praktische Ausbildung an Bord.

    Aufwandsentschädigung während der Lehrgangsphase
    Keine Vergütung während der Ausbildung, aber alle Kosten für Hotels (in
    Düsseldorf und München) sowie Transport werden von Eurowings
    übernommen.

    Vertragsdauer
    24 Monate

    Einstiegsvergütung
    1.664,26€ brutto/Monat, davon z.Zt. 603,87€ steuerfrei

    Urlaub
    42 Kalendertage pro Jahr

    > http://www.be-lufthansa.com/jobs/flugbegleiter-in/#/jobs/flugbegleiter-i...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    was wollen Sie uns damit sagen?

    steuerfrei sein, oder was wollen Sie hier sagen?
    Ist dies ein Leiharbeitsvertrag?

    5 Wochen Ausbildung, 6 Wochen Urlaub, 1400-1500 netto (oder?). Schauen Sie doch mal, was die Gastronomie am Boden so verdient.

  4. Jedes mal, wenn bei uns Mist programmiert wird, das nächste Büro irgendwo im Kaukasus eröffnet wird mit Leuten, die keine Ahnung haben und kein Deutsch sprechen oder man wie das fünfte Rad am Wagen behandelt und die Arbeit von internen machen darf, die sich für viel mehr Geld die Eier schaukeln und Bürokratie ohne Ende hat. Ey dagegen ist das nen Fliegenschiss, was Flugbegleiter so erwartet, die auch noch streiken dürfen. Naja Mehrklassengesellschaft halt. Die einen verteilen Futter und Sicherheitshinweise und die anderen sorgen dafür, dass Siemens, Carl Zeiss und Bayer mit ihren Computern arbeiten können. Da müssen die Prioritäten klar sein. Danke Gerhard Schröder. Glaub ja nicht, dass irgendeinen Idioten noch interessiert was du zur Zeit noch so für tollen Ratschläge hast.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Was wollen Sie denn genau sagen? Was hat Ihre Unzufriedenheit mit dem eigenen Beruf mit den aktuellen Streik der Lufthansa Flugbegleiter zu tun?

  5. was wollen Sie uns damit sagen?

    Antwort auf "Fakten"
  6. Was wollen Sie denn genau sagen? Was hat Ihre Unzufriedenheit mit dem eigenen Beruf mit den aktuellen Streik der Lufthansa Flugbegleiter zu tun?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dass in Pillepalle-Jobs wegen Pillepalle gestreikt werden darf und an Stellen wo es viel wichtiger und viel schlimmer ist nicht.

  7. steuerfrei sein, oder was wollen Sie hier sagen?
    Ist dies ein Leiharbeitsvertrag?

    5 Wochen Ausbildung, 6 Wochen Urlaub, 1400-1500 netto (oder?). Schauen Sie doch mal, was die Gastronomie am Boden so verdient.

    Antwort auf "Fakten"
    • kael
    • 28. August 2012 12:42 Uhr

    Der zunehmende Einfluss vergleichsweise exklusiver - aber für die Gesamtwirtschaft wichtiger - Sparten-Gewerkschaften (Piloten, Kabinenpersonal, Fluglotsen, Lokführer u. a.) erinnert an Alt-Englische Verhältnisse.

    Bislang wurden die Arbeitnehmer-Rechte von den großen Einzel-Gewerkschaften des DGB massiv aber unterm Strich immer verantwortungsvoll vertreten. Das deutsche Gewerkschafts-System galt in vielen Ländern - z. B. in England - als vorbildlich.

    Mit der Möglichkeit winziger Sparten-Gewerkschaften, das gesamte Wirtschaftsgefüge zu stören, lässt sich zwar im Einzelfall trefflich erpressen, aber sie potenziert gleichzeitig einen weit über die Branche hinaus gehenden wirtschaftlichen Schaden.

    So gesehen verlassen die Gewerkschaften alt bewährte Tugenden und tendieren zu Alt-Englichen Verhältnissen. Wie sich diese bis Thatcher wirtschaftlich auswirkten, sollte bekannt sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Lufthansa | Airline | Arbeitskampf | Billigflieger | Flugverkehr | Flugzeug
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