AutoindustrieAbsatzschwäche zwingt Opel in Kurzarbeit

Auf den Höfen des Autokonzerns stauen sich unverkaufte Autos, der Absatz schrumpft. Die Opel-Beschäftigen müssen deshalb kurzarbeiten.

Opel schickt Beschäftigte in Kurzarbeit. Am Stammsitz in Rüsselsheim und in Kaiserslautern würden ab September die Arbeitszeit reduziert, teilte das Unternehmen mit und bestätigte einen Bericht von hr-Info. Bis Ende des Jahres soll dort an 20 Tagen die Produktion ruhen. Betroffen seien Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung, insgesamt 9.300. Die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer soll in Grenzen gehalten werden, indem Opel das staatliche Kurzarbeitergeld aufstockt.

Der Absatzeinbruch könne nicht mehr wie bisher "durch den Einsatz von Korridorschichten und Gleitzeitguthaben kompensiert werden", sagte Personalvorstand Holger Kimmes.

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In Rüsselsheim arbeiten fast 14.000 Beschäftigte. Das internationale Entwicklungszentrum dort sei zwar nicht betroffen, hatte der Sender berichtet. Jedoch wolle die General-Motors-Tochter dort Zugeständnisse der Mitarbeiter in vergleichbarer Höhe aushandeln.

Opel hatte schon in der vergangenen Woche bestätigt, dass Geschäftsleitung, Betriebsrat und IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen sprechen. Damit sie wirksam werden können, war eine Bestätigung durch den Betriebsrat erforderlich.

Bei Kurzarbeit gibts Geld

Insidern zufolge hatte sich der Betriebsrat gegen Pläne des Managements gewehrt, die Arbeitszeit um bis zu ein Fünftel auf 28 Wochenstunden zu verringern. Zugleich sollten die Betroffenen 20 Prozent weniger verdienen. Opel hatte am Freitag bestätigt, dass der Betriebsrat ein entsprechendes Flugblatt verbreitet hatte.

Anders als bei Kurzarbeit erhalten die Beschäftigten bei einer einfachen Arbeitszeitverkürzung kein Geld von der Bundesagentur für Arbeit.

Erdrückende Zahlen

Opel leidet stark unter der Absatzkrise in Europa und kann seine Produktionskapazität kaum noch auslasten. Die Kosten drohen das Unternehmen zu erdrücken. Unverkaufte Autos füllen die Standplätze des Konzerns, wodurch große Summen an Kapital gebunden sind.

Der Europa-Absatz von Opel/Vauxhall schrumpfte im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 457.630 Fahrzeuge. Der Marktanteil fiel unter die Marke von sieben Prozent. Im zweiten Quartal fuhr die GM-Europa-Tochter 361 Millionen Euro Verlust ein. Der US-Mutterkonzern hat in den vergangenen zehn Jahren in Europa etliche Milliarden verloren.

 
Leserkommentare
    • Chali
    • 23.08.2012 um 7:43 Uhr

    Wahrscheinlich sind die Autos mur zu teuer, und die sind deshalb zu teuere, weil die Beschäftigten die Produktionskapazität nicht auslasten.

    Es wäre ja sonst unerklärlich, warum denen bei dem grossartigen Konsumklima in Europa, von dem man so viel liest, gerade in dieser Zeitung, die Autos nicht aus den Händen gerissen werden.

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    ...wenn seine potentiellen Käufer befürchten müssen, daß der Eigentümer die Bude dichtmacht und sie keinen Support mehr bekommen, werden sie nicht mehr kaufen.

    ...wenn seine potentiellen Käufer befürchten müssen, daß der Eigentümer die Bude dichtmacht und sie keinen Support mehr bekommen, werden sie nicht mehr kaufen.

    • kbfo
    • 23.08.2012 um 10:14 Uhr

    In unserem Fuhrpark (ca. 20 Fahrzeuge - Corsa, Astra, Combo, Insignia) wechseln wir die Fahrzeuge alle 2-3 Jahre aus. Und fast immer haben wir mit langen Lieferfristen seitens Opel zu kämpfen.Mindestens 12 Wochen, aber auch schon mal mehr als ein halbes Jahr benötigt Opel bis zu Auslieferung. Für uns schon immer unverständlich.
    Gleichzeitig reduziert der Opel-Vertrieb im fast schon vorauseilendem Gehorsam drastisch die Preise, dies nicht nur für die Fahrzeuge, auch für Servicepauschalen sinken die Beträge immer weiter. Selbst wir fragen uns wie die damit noch Geld verdienen wollen.

  1. ...wenn seine potentiellen Käufer befürchten müssen, daß der Eigentümer die Bude dichtmacht und sie keinen Support mehr bekommen, werden sie nicht mehr kaufen.

  2. .
    ...sondern nur ein realwirtschaftliches, produzierendes Unternehmen ist.

    Für den Verlustausgleich der US-amerikanischen Konzernmutter muss nun der deutsche Steuerzahler zu 100% haften.

    Ansonsten würde sich das europäische Füllhorn öffnen und wir nur mit einer Quote von z. Zt. "nur" 27% hinhalten.

    I have a dream: ”Deutsche Mandatsträger, die deutsche Interessen vertreten!“

  3. schwarze Zahlen zu schreiben.

    Weil GM bis heute Opel die lukrativen Märkte z.B. in Asien versperrt hat. kann Opel keine wirkliche Perspektive haben.

    Wenn andere deutsche Hersteller nur in Europa verkaufen dürften stünden sie ähnlich schlecht da, in Zeiten einer umfassenden Finanzkrise in der EU und mehreren Pleiteländern, in deenen massenhaft Menschen massive Problme haben und garantiert keine Autos kaufen.

    Eine weitere pikante Randnotiz:
    ausgerechnet das Werk in Bochum, das auf der Streichliste von GM weiter ganz oben steht hat volle Auftragsbücher und fährt weiter Volllasst...
    Gutes Manegement sieht anders aus. Offensichtlich ist bei potentiellen Schließungsentscheiden kräftig gekungelt worden bzw. taktische Entscheidungen stehen im Vorderhrund (Entwicklungszentrum Rüsselsheim...) bei diversen Standorten, statt effektive Lösungen zu suchen !

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