Erste Frauen haben es bereits auf eigene Verantwortung getan, andernorts gründeten sich Bürgerinitiativen für leer stehende Schlecker-Filialen – nun könnten im Südwesten Deutschlands Läden gleich zu Dutzenden unter neuem Namen neu eröffnen. Denn 100 frühere Filialen der insolventen Drogeriekette sollen als Tante-Emma-Laden weitergeführt werden.

Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft interessieren sich bisher rund 40 frühere Schlecker-Mitarbeiterinnen für das Vorhaben. Sie wollen frühere Drogeriemärkte mit neuem Logo und dem Sortiment eines klassischen Dorfladens eröffnen.

Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilte, soll dazu für jeden Laden eine eigene Mini-GmbH gegründet werden. Für die kleinere Variante der GmbH reicht bereits ein Euro Startkapital. Eine übergeordnete Holding soll dann beispielsweise die Buchhaltung und den Einkauf übernehmen. Denn die branchenüblichen Lieferanten sind nicht bereit, Geschäfte wegen Kleinstmengen anzufahren.

Bis Ende Oktober sollen mindestens drei Läden das Modell erproben. Das Vorhaben ist zunächst auf Baden-Württemberg begrenzt. Bundesweit gibt es ver.di zufolge aber rund 1.000 Standorte, die aufgrund ihres guten Umsatzes für eine Weiterführung infrage kämen.