EinigungStandard Chartered zahlt Geldstrafe für Iran-Geschäfte

Die britische Großbank hat sich mit der New Yorker Finanzaufsicht geeinigt: Weil sie Sanktionen gegen den Iran umgangen hat, akzeptiert sie eine hohe Millionenzahlung. von dpa

Standard Chartered in London

Standard Chartered in London  |  © Matthew Lloyd/GettyImages

Die britische Großbank Standard Chartered hat den Vorwurf der Geldwäsche für iranische Kunden mit dem Scheckbuch bereinigt. Das Institut hat sich mit der New Yorker Finanzaufsicht geeinigt, 340 Millionen Dollar (284 Millionen Euro) zu zahlen. In dem Vergleich akzeptierte die Bank auch einen Aufseher für mindestens zwei Jahre, der die internen Kontrollen überwachen soll.

Die Finanzaufsicht hatte vor einer Woche den Vorwurf erhoben , dass Standard Chartered von 2001 bis 2007 annähernd 60.000 Transaktionen von insgesamt mindestens 250 Milliarden Dollar für iranische Banken abgewickelt habe. Die Bank habe dabei Hunderte Millionen Dollar an Gebühren eingestrichen.

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Die Transaktionen waren wegen der geltenden Sanktionen gegen das Land illegal. Standard Chartered habe die Geschäfte deshalb bewusst verschleiert, hieß es.

Anhörung abgesagt

Die Bank hatte die Vorwürfe nach Bekanntwerden bestritten. Der Börsenkurs war jedoch an zwei Tagen um ein Viertel eingebrochen – denn schlimmstenfalls hätte der Verlust der Lizenz in den USA gedroht.

Am Mittwoch hätte sich Bankchef Peter Sands vor der New Yorker Finanzaufsicht erklären sollen. Der Termin wurde nun abgesagt, die in den USA notierten Aktien der Bank stiegen um acht Prozent.

Allerdings hat Standard Chartered das Problem noch nicht vollends bewältigt. Denn auch andere staatliche Stellen wie die Notenbank Fed, das Justizministerium oder die Staatsanwaltschaft von Manhattan schauen sich die Sache an. Frühestens im September sei mit einem endgültigen Vergleich zu rechnen, meldete die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Sache betrauten Person.

Das Haus galt bislang als Vorzeigeinstitut unter den fünf britischen Großbanken. In den vergangenen acht Jahren machte Standard Chartered trotz Finanzkrise beste Geschäfte, vor allem in Asien , dem Nahen Osten und Afrika .

Schon mehrfach Strafen

Standard Chartered hatte in einer ersten Reaktion auf die Vorwürfe erklärt, 99,9 Prozent der Transaktionen im Zusammenhang mit dem Iran hätten sich innerhalb der gesetzlichen Regeln bewegt. Die Geschäfte hätten auch nichts mit Institutionen zu tun gehabt, die von der US-Regierung zum damaligen Zeitpunkt als terroristisch eingestuft worden waren. Lediglich bei Geschäften im Umfang von 14 Millionen Dollar sei dies nicht der Fall gewesen. Die Bank hatte darauf hingewiesen, Anfang 2010 selbst auf die Behörden zugegangen zu sein und Daten vorgelegt zu haben.

In der Vergangenheit hatten die USA mehrfach gegen internationale Banken wegen Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten sowie Geldwäsche harte Strafen verhängt. So musste die britische Lloyds 2009 eine Strafe in Höhe von 350 Millionen Dollar zahlen, Barclays ein Jahr später 298 Millionen. Betroffen waren auch schon Credit Suisse und die niederländische ABN Amro . Die ebenfalls niederländische ING hatte erst im Juni dieses Jahres 619 Millionen Dollar wegen des Verstoßes gegen US-Sanktionen berappen müssen. Damals ging es um Kuba und den Iran.

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Leserkommentare
    • Chali
    • 15. August 2012 8:27 Uhr

    Eine davon ist:
    Es heisst " ... 340 Millionen Dollar (284 Millionen Euro) zu zahlen"
    und
    "Die Bank habe dabei Hunderte Millionen Dollar an Gebühren eingestrichen"
    Bei dieser Unbestimmtheit fragt man sich doch, ob mehr Hunderte Millionen Dollar als 340 - oder weniger?

    Dann: Auf die "Hunderte Millionen Dollar" sind doch Boni gezahlt worden? Was ist denn mit denen? Bzw. mit den Mitarbeitern, die sie bekommen haben?

    Ich möchte, ergänzend, nämlich den Gesichtspunkt in die Debatte einführen, dass sich Mitarbeiter "auf Kosten der Bank" bereichert haben. Einen Schaden für die Bank von 340 Mio, aber ihre 3.4 oder 34 Mio oder wieviel auch immer behalten haben?

    Darüber erfahren wir nichts.

    • abot
    • 15. August 2012 10:05 Uhr

    Der Artikel ist ein wenig ungenau. In Artikeln anderer Medien zum Thema habe ich erfahren, dass die Bank mit den Iran Transaktionen offizielle 250 Mio. Dollar verdient hat und nun eine Strafe von 340 Mio. Dollar als Strafe an die US Behörden zahlen muss. Da bleibt also ein "Strafbetrag" von 90 Mio. US Dollar bleibt übrig. Ein ziemlicher Witz wie ich finde vor allem da davon auszugehen ist, dass die 250 Mio Dollar sicher nicht der echte Gewinnbetrag ist und viel zu niedrig angesetzt ist. Die Lizenz dürfen die nun natürlich behalten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Justizministerium | ABN Amro | Bank | Barclays | Bloomberg | Credit Suisse
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