Frage: Herr Arretz, im Handel häufen sich die Insolvenzen. Macht Ihnen das Angst?

Michael Arretz: Uns verwundert, wie radikal die Schnitte sind, bei Schlecker , bei Neckermann , aber auch bei Karstadt . Auch wir hinterfragen in dieser Situation unser Geschäftsmodell, aber wir sind bei Umsatz und Gewinn gut aufgestellt.

Frage: Sie profitieren von der Schlecker-Pleite. Die HH Holding, die auch Anteile an Kik hält, übernimmt mehr als 100 Filialen von Schlecker XL und IhrPlatz . Wie viele davon sollen zu Kik-Geschäften werden?

Arretz: Es werden zwischen 20 und 30 Filialen sein, einige auch in Berlin . Aber die Planung ist noch nicht abgeschlossen. Die Schlecker-XL-Märkte entsprechen eher unseren Filialgrößen von im Schnitt 550 Quadratmetern als die Ihr-Platz-Läden, die kleiner sind. Wir wollen künftig stärker in die Innenstädte und die Lagen mit viel Laufkundschaft. Das ermöglichen uns die Schlecker-Märkte, die wir jetzt übernehmen.

Frage:Kik soll ein höherwertiges Image bekommen. Mit wem werden Sie konkurrieren?

Arretz: Bisher sind unsere schärfsten Wettbewerber Takko, NKD und Ernsting’s. In Zukunft wollen wir uns aber neu positionieren. Die Ladenausstattung soll verbessert und das Warenangebot verändert werden.

Frage: Weg von den aggressiven Farben und den engen, vollgestopften Läden?

Arretz: Wir wollen sympathischer und weniger ramschig werden, damit der Kunde sich wohlfühlt. Das heißt weniger Rot, mehr Silber und Grau. Wir haben bisher Gitterkörbe und Wühltische, nun soll es auch Schaufensterpuppen geben, die ganze Outfits präsentieren, sowie Rückwände mit Modefotos. Außerdem soll der Laden nicht mehr so voll sein, die Waren sollen einfacher zugänglich werden. Der Kunde weiß ja, dass wir preiswert sind.

Frage: Wie viel Angst haben Sie vor der irischen Textilkette Primark, die in Ihrem Preissegment anbietet, aber als trendiger gilt?

Arretz: Primark hat in Deutschland erst sieben Standorte, maximal 30 sind geplant. Das macht uns bei unseren 2.600 Standorten keine Sorgen.

Frage: Wie viel kostet Sie die Modernisierung?

Arretz: Bisher haben wir 400 Filialen umgebaut und dafür einen einstelligen Millionenbetrag ausgegeben. Bis 2015 sollen mehr als 2.000 Filialen modernisiert werden. Wir investieren rund 20 Millionen Euro. Dazu gehört beispielsweise auch ein neues Lichtsystem, mit dem wir bis zu 30 Prozent Energie sparen. Generell versuchen wir, den Betrieb möglichst günstig zu halten. Wir wollen keine hochwertigen Materialien verwenden. Wir sind schließlich ein Discounter.