RüstungskonzernEADS räumt Deutschland Mitspracherecht ein

Um Vorbehalte gegen die Fusion der Rüstungskonzerne EADS und BAE zu beseitigen, soll Deutschland mehr Einfluss bekommen. Dazu zählt ein Vetorecht, wie es Frankreich hat.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS macht einem Zeitungsbericht zufolge Deutschland Zugeständnisse für die geplante Mega-Fusion: Für den Zusammenschluss mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems bietet EADS der Bundesregierung entscheidende Mitspracherechte an, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Erstmals solle Deutschland ein Vetorecht erhalten. Dieses Privileg hat bislang nur die französische Regierung.

Die geplante Satzung von EADS-BAE Systems sehe vor, dass kein einziger Aktionär – ob privat oder staatlich – künftig mehr als 15 Prozent am Konzern halten darf. Andernfalls könnten Deutschland, Frankreich oder Großbritannien widersprechen. Zudem müssten Vorstand und Verwaltungsrat mehrheitlich von EU-Bürgern besetzt sein. EADS sei offenbar auch zu einer weitgehenden Arbeitsplatz- und Standortgarantie für die Bundesrepublik bereit.

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Die beiden Unternehmen hatten am Mittwoch überraschend mitgeteilt, dass sie sich zu einem neuen Megakonzern in der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro zusammenschließen wollen. 60 Prozent in dem neuen Unternehmen, das Boeing als Weltmarktführer ablösen würde, sollten die EADS-Aktionäre halten, 40 Prozent entfielen auf BAE. Dieses Kräfteverhältnis wird von vielen Experten als Benachteiligung der EADS-Seite gesehen.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, die geplante Fusion zu überprüfen. Es wird befürchtet, dass der deutsche Einfluss in einem neuen Großkonzern deutlich sinken könnte. Auch die geplante Ausgabe von Sonderaktien für die Regierungen der beteiligten Länder hatte die Bundesregierung kritisiert.

 
Leserkommentare
  1. Es ist schon verwunderlich das England im Rüstungsbereich eine Fusion anstrebt obwohl ansonsten England mit Europa nichts zu tun haben will, außer wenn es darum geht Gelder und Vorteile zu bekommen und kaum Gegenleistung dafür erbringt, daher kann da nur was faul sein. Weiterhin denke ich nicht, dass es darum geht Boeing als Weltmarktführer abzulösen denn in der zivilen Luftfahrt ist Boeing schon weitgehend abgehängt. Zuletzt erinnert mich, dass irgendwie an Hochtief! Ein spanischer Pleitekonzern übernimmt ein gesundes Unternehmen mit dem Geld von Hedgefonds und anschließend will Spanien noch Milliarden aus dem ESM haben. Soll Deutschland jetzt überall nur noch zahlen und gleichzeitig Endindustrialisiert werden?

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    @1 England strebt garantiert keine Fusion an, allenfalls das Unternehmen BAE Systems. In der englischen Oeffentlichkeit und Politik wird dieser Zusammenschluss aehnlich wie in Deutschland sehr kritisch gesehen. Sicherheitsbedenken werden genannt und dass Arbeitsplaezte wohl zuerst in GB abgebaut werden wuerden, da es dort einfacher ist Leute zu entlassen als in Deutschland oder Frankreich.

    Großbritannien wird sich definitiv ebenfalls ein Vetorecht zusichern lassen und bei 3 Staaten mit Veto wird sich in dem Unternehmen gar nichts mehr bewegen. Gewinner: Boeing

    @1 England strebt garantiert keine Fusion an, allenfalls das Unternehmen BAE Systems. In der englischen Oeffentlichkeit und Politik wird dieser Zusammenschluss aehnlich wie in Deutschland sehr kritisch gesehen. Sicherheitsbedenken werden genannt und dass Arbeitsplaezte wohl zuerst in GB abgebaut werden wuerden, da es dort einfacher ist Leute zu entlassen als in Deutschland oder Frankreich.

    Großbritannien wird sich definitiv ebenfalls ein Vetorecht zusichern lassen und bei 3 Staaten mit Veto wird sich in dem Unternehmen gar nichts mehr bewegen. Gewinner: Boeing

  2. ... hatten bisher nur die Franzosen! Super, oder? - Soviel zu der Gleichberechtigung der Partner...

    Wenn Deutschland wirklich ein Vetorecht bekommt (was eine wirtschaftliberale Regierung ja sowieso nie verwenden wird), dann ist das, egal wie die prozentuale Beteiligung ausfällt, ein Einflussgewinn (wenn man das Veto zu spielen weiss - wie die Franzosen).

    EinGangLion

    2 Leserempfehlungen
  3. ... Wie gnädig von den "Siegermächten" ;-)

  4. @1 England strebt garantiert keine Fusion an, allenfalls das Unternehmen BAE Systems. In der englischen Oeffentlichkeit und Politik wird dieser Zusammenschluss aehnlich wie in Deutschland sehr kritisch gesehen. Sicherheitsbedenken werden genannt und dass Arbeitsplaezte wohl zuerst in GB abgebaut werden wuerden, da es dort einfacher ist Leute zu entlassen als in Deutschland oder Frankreich.

    Großbritannien wird sich definitiv ebenfalls ein Vetorecht zusichern lassen und bei 3 Staaten mit Veto wird sich in dem Unternehmen gar nichts mehr bewegen. Gewinner: Boeing

    Eine Leserempfehlung
    • Beebo
    • 17.09.2012 um 16:05 Uhr

    Am Ende der Fusion dürfte BAE vollständig weiter vom GB und US Militär kontroliert werden. Also dürfte BAE für EADS eine reine Finanzbeteiligung werden. Auf die satten Renditen von Cassidian ist Airbus zwingend angewießen. Sonst gerät das Gewinn/Verbindlichkeitenverhältnis in Schieflage. Da darf sich auch nichts ändern.

    Der einzigste Zweck der Fusion ist es, den Staatlichen Einflus von DE zu minimieren, damit man mit den DE Steuergeldern machen kann, was einen gefällt. Ohne das DE etwas dagegen machen kann.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Kommentare 5
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  • Schlagworte Bundesregierung | Boeing | EADS | EU-Bürger | Euro | Fusion
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