Apple-ZuliefererFoxconn stoppt Produktion nach Massenschlägerei

In einem Werk des Apple-Zulieferers in China hat sich ein Streit in einem Schlafsaal zum Großkonflikt ausgeweitet. Die Polizei rückte an, nun ruht die Arbeit. von reuters

Foxconn in Shenzhen/China

Foxconn in Shenzhen/China  |  © Tyrone Siu/Reuters

Eine chinesische Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn Technology hat nach einer Massenschlägerei die Fertigung gestoppt. Ein Streit zwischen mehreren Arbeitern am Sonntagabend in einem privat betriebenen Wohnheim des Taiyuan-Werks habe sich zu einer Prügelei mit 2.000 Beteiligten ausgeweitet, teilte das taiwanische Unternehmen mit. Die örtliche Polizei habe die Schlägerei am frühen Montagmorgen unterbunden. Etwa 40 Menschen seien verletzt und müssten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Nachrichtenagentur Xinhua hingegen meldete unter Berufung auf die örtlichen Behörden, zehn Menschen seien verletzt, etwa 5.000 Polizisten seien im Einsatz gewesen.

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Ein Foxconn-Sprecher sagte, das Werk werde wegen der Ermittlungen am Montag geschlossen bleiben. Unter den Angestellten wird damit gerechnet, dass die Produktion bis zu drei Tage ruht.

In der Fabrik sind insgesamt 79.000 Menschen beschäftigt. Angeblich werden dort auch Teile für das neue iPhone 5 getätigt. Foxconn ist für die Fertigung von Apple-Produkten bekannt, produziert aber auch für große Computerfirmen wie Dell, Hewlett-Packard , Sony und andere.

2010 hatten sich Foxconn-Arbeiter in China selbst getötet . Das löste eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Hersteller aus. Die Beschäftigten klagen damals über lange Arbeitszeiten, hohen Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin sowie schlechte Behandlung durch Vorgesetzte.

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Leserkommentare
  1. und sich trotzdem wegen eines "Neuen" stundenlang anstellen, die lernen tendenziell schwer irgendwas.

    • iboo
    • 24. September 2012 10:47 Uhr

    statt aus Käfighaltung sollte man seine Produkte beziehen. Das gilt nicht nur für Eier, sondern auch für Eiphones und was man sonst noch braucht oder zu brauchen glaubt.

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    • Hainuo
    • 24. September 2012 11:05 Uhr

    Eiphones aus Freilandhaltung :-)

    Oh, Sie meinen mit dem Kauf des Frühstückseis aus Nicht-Käfighaltung allein hätten Sie ein gutes Werk getan? Denken Sie bitte auch an die Millionen Liter Flüssigei, die in einer Vielzahl Fertigprodukten landen.

  2. Acer, Amazon, Apple, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Motorola Mobility, Nintendo, Nokia, Sony, Toshiba, Vizio

    http://en.wikipedia.org/wiki/Foxconn#Major_customers

    Antwort auf ""Apple-Zulieferer""
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Acer, Amazon, Apple, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Motorola Mobility, Nintendo, Nokia, Sony, Toshiba, Vizio"

    Ein Boykott würde sicher nur möglich sein, wenn man sich entscheiden aus so ziemlich allem modernen Leben auszusteigen.

    Allen, die sich im Westen so gern über solche Arbeitsverhältnisse empören und dann zum Prospekt des billigen Elektromarktes wechseln, kann man nur sagen: Nicht Boykott oder Schimpfen allein ist die Lösung. Durchsetzen besserer Arbeitsbedingungen und Kampf in unseren Ländern bspw. gegen den ausufernden Niedriglohnsektor würde wirksamen Druck erzeugen, da dann auch in diesen Ländern ein "nicht weiter so" Rückenstärkung erhielte. Und dabei kann man die Produkte obengenannter Firmen gewinnbringend einsetzen.

    Puuh.... und ich dachte schon
    Medion wäre auch dabei.
    ;-))

  3. ...durch die Erwähnung von Apple sind so billig. Hauptsache man kann einmal pro Tag in irgendeinem Zusammenhang Apple erwähnen. Dass Foxconn auch für andere Computerfirmen wie Dell, Hewlett-Packard, Sony fertigt, wird dann erst viel später im Text erwähnt. Wieso schreibt man das nicht gleich in einem Satz, dass in einer Zulieferfabrik für die Firmen X,Y eine Schlägerei ausgebrochen ist?

  4. Being the richest man in the cemetery doesn't matter to me ... Going to bed at night saying we've done something wonderful... that's what matters to me. (Steve Jobs)

    Irgendwie hat Steve die Chance seines Lebens verpasst - das Eintreten für menschenwürdige Lebensbedingungen der Arbeiter ganz unten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Schlagworte Sony | Arbeitszeit | Behörde | Ermittlung | Fabrik | Hewlett-Packard
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