InselstreitJapanische Autobauer fahren Produktion zurück

Der Konflikt um das unbewohnte Archipel wirkt sich auf Japans Unternehmen aus: In China sinkt die Nachfrage nach japanischen Autos. Hersteller drosseln die Produktion. von reuters

Ein Arbeiter überprüft einen Neuwagen im Toyotawerk in Tianjin, China.

Ein Arbeiter überprüft einen Neuwagen im Toyotawerk in Tianjin, China.  |  © Stringer/Reuters

Der Streit zwischen China und Japan um das Senkaku-Diaoyu-Archipel hat wirtschaftliche Folgen für japanische Unternehmen: Wegen der gesunkenen Nachfrage fahren Japans Autobauer ihre Produktion in China zurück. Der Inselkonflikt habe Auswirkungen auf den Verkauf, sagte ein Sprecher des Herstellers Toyota . Daher werde die Produktion "angepasst".

Die japanische Zeitung Asahi hatte berichtet, das Unternehmen wolle den gesamten Monat Oktober über die Produktion in China aussetzen. Zudem sollten alle Exporte von Japan nach China gestoppt werden. Damit gerate auch Toyotas Ziel in Gefahr, in diesem Jahr in China eine Million Fahrzeuge abzusetzen. Toyota hat drei Werke in China, wo rund 800.000 Autos pro Jahr hergestellt werden. 

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Nissan kündigte an, die Produktion in China vom 27. September bis zum 7. Oktober einzustellen. Als Gründe gab der Konzern die "aktuelle Marktsituation" sowie die Ferien in China an. Ab dem 8. Oktober werde Nissan flexibel auf weitere Marktentwicklungen reagieren. Der Autohersteller verfügt über drei Werke in China. Dort wurden 2011 insgesamt fast 1,2 Millionen Fahrzeuge hergestellt. Der Hersteller Suzuki teilte mit, in dieser Woche in China zum Einschicht-System zurückkehren zu wollen. Eigentlich fährt Suzuki in China zwei Schichten. Wegen der antijapanischen Proteste in China hatten Toyota, Nissan und Honda vergangene Woche bereits ihre Produktion dort ganz oder teilweise eingestellt.

Experten erwarten Eskalation aber keinen Krieg

Wegen des Konflikts trafen sich in New York am Rande der UN-Vollversammlung die Außenminister der beiden Länder. Der chinesische Außenminister Yang Jiechi warf dabei seinem japanischen Kollegen Koichiro Gemba einen "groben Verstoß" gegen die territoriale Integrität Chinas vor, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua . Laut Angaben von Diplomaten hatte Gemba um das einstündige Treffen gebeten. Die Stimmung sei "ernst" gewesen. Die Minister hätten sich aber geeinigt, den Dialog fortzusetzen, sagte ein japanischer Diplomat in New York.

Die beiden größten Volkswirtschaften Asiens streiten sich um eine unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan . Die umliegenden Gewässer sind reich an Fischen, in der Region werden umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet. Der Konflikt hat sich zuletzt zugespitzt, nachdem die japanische Regierung trotz scharfer Warnungen aus Peking einen Teil der Inselgruppe einem privaten, japanischen Besitzer abkaufte. In China kam es zu tagelangen Protesten und Übergriffen auf japanische Einrichtungen. Zwar erwarten Experten keinen Krieg . Allerdings wird befürchtet, dass ein Zwischenfall zu einer Eskalation führen könnte. In China sind die Erinnerungen an die japanische Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg lebendig. Damals starben Millionen Chinesen.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
    • Schlagworte Toyota | China | Honda | Nissan | Autohersteller | Außenminister
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