Maps-BlamageApple-Chef feuert zwei Manager

Tim Cook baut die Chefetage von Apple um: Design-Chef Jony Ive bekommt mehr Macht, Scott Forstall verlässt das Unternehmen nach dem Debakel um den Kartendienst Maps. von dpa

Jony Ive (Archivbild)

Jony Ive (Archivbild)  |  © Andrew Cowie/AFP/GettyImages

Apples Design-Chef Jony Ive hat im Zuge eines Umbaus der Apple-Führungsspitze einen deutlich größeren Einflussbereich erhalten. Ive soll zusätzlich zur Design-Verantwortung konzernweit für das Human Interface zuständig sein, also für die Gestaltung der Software.

Software-Chef Scott Forstall muss im Zuge des Debakels mit dem Kartendienst Maps und der Kritik an der Sprachsteuerung Siri seinen Posten räumen. Auch der Chef der Apple Stores, John Browett, muss gehen, wie das Unternehmen mitteilte. Browett hatte erst Anfang des Jahres seinen Job angetreten, aber schon bald die Mitarbeiter in den Apple-Läden mit der Ankündigung von Stellenstreichungen gegen sich aufgebracht. Konzernchef Tim Cook unternimmt mit den Personaländerungen den größten Managementumbau bei Apple seit zehn Jahren.

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Der Brite Ive ist seit 15 Jahren verantwortlich für das Design der Apple-Geräte. Im Unternehmen kommt ihm eine Sonderrolle zu: "Niemand kann ihm reinreden. Das habe ich so eingerichtet", sagte Apple-Gründer Steve Jobs seinem Biografen Walter Isaacson. Zwischen Ive und Forstall soll es in den vergangenen Jahren immer wieder Spannungen gegeben haben. Forstall verantwortete mit iOS die Software-Plattform für die beiden wichtigsten Apple-Geräte iPhone und iPad. Ihm wurden Ambitionen auf den Chefposten nachgesagt.

Zerwürfnis zwischen Cook und Forstalls

Mit dem Führungsumbau solle die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Hardware, Software und Dienste verbessert werden, teilte Apple mit. Die Aufgaben Forstalls, der 2013 geht, werden zwischen mehreren Managern aufgeteilt. So wird der Chef der Online-Plattform iTunes , Eddy Cue, die Verantwortung für die Kartendienste und Siri übernehmen.

Die eigenen Karten für iPhone und iPad, auf die Apple im Herbst mit dem Marktstart des iPhone 5 umstieg, hatten Kritik der Nutzer ausgelöst, weil sie zu fehlerhaft und ungenau sind. Forstall trug als iOS-Chef auch die Verantwortung für den Kartendienst. Er lehnte es ab, sich für die Blamage öffentlich zu entschuldigen, berichtet die New York Times , er habe die Probleme für übertrieben gehalten. Letztlich unterschrieb Tim Cook die öffentliche Entschuldigung. Das soll zum Zerwürfnis geführt haben.

Betriebssysteme für mobile Geräte und Computer werden zusammengelegt

Apple legt nun die Verantwortung für seine beiden Betriebssysteme, iOS für mobile Geräte und OS X für die Mac-Computer, zusammen. Der bisherige OS-X-Chef Craig Federighi wird auch iOS übernehmen. Die Mac-Software hatte in den vergangenen Jahren immer mehr Anleihen aus der verwandten mobilen Version bekommen, auch weil iPhone und iPad mehr Nutzer als die Macs haben.

Hardware-Chef Bob Mansfield, der eigentlich Apple verlassen wollte und von Cook zum Bleiben überredet wurde, leitet künftig eine neugegründete Technologie-Sparte, die für Mobilfunk-Technik und Chip-Entwicklung zuständig sein wird. Nach einem Nachfolger für Browett werde bereits gesucht, bis dahin werde Cook selbst die Führung übernehmen, hieß es.

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Leserkommentare
    • rx425
    • 30. Oktober 2012 10:26 Uhr

    ...ist grade umgefallen.
    Sorry, liebe ZEIT, aber diese Meldung ist so interessant, wie oben genanntes Gebinde fuer Lebensmittel ;-)

    3 Leserempfehlungen
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    • aehrenr
    • 30. Oktober 2012 10:37 Uhr

    Es gibt einen einfachen Trick beim Lesen von Zeitungen oder Websites: Man liest ganz einfach die Überschrift, die in diesem Fall nur eine einzige Zeile ist, und kann sofort sehen, dass der betreffende Artikel nicht von Interesse für einen persönlich ist.
    Die betreffende Überschrift steht ja in diesem Fall vollkommen zutreffend für den Inhalt.

    Für andere Leute aber vielleicht schon. So hat jeder seine persönlichen Interessen.

    ist schlicht und einfach abgegriffen und vollkommen fehl am Platz. Mittlerweile findet sich pro Artikel mindestens ein solcher Kommentar. Und lustigerweise nötigt Sie ja keiner diesen Artikel zu lesen, in der Headline war ja eindeutig ersichtlich um was es geht...

    Zum Thema an sich, ich bin ja gespannt wie sich die Apple Produkte weiterentickeln werden. Speziell bei der Karten App ist es jetzt interessant zu verfolgen ob und wie schnell sie dieses Problem beseitigen werden.

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    nicht "Erster!" lauten? Dieses Forum braucht dringend eine Ignorieren-Funktion.

    • aehrenr
    • 30. Oktober 2012 10:37 Uhr

    Es gibt einen einfachen Trick beim Lesen von Zeitungen oder Websites: Man liest ganz einfach die Überschrift, die in diesem Fall nur eine einzige Zeile ist, und kann sofort sehen, dass der betreffende Artikel nicht von Interesse für einen persönlich ist.
    Die betreffende Überschrift steht ja in diesem Fall vollkommen zutreffend für den Inhalt.

    Für andere Leute aber vielleicht schon. So hat jeder seine persönlichen Interessen.

    6 Leserempfehlungen
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    • rx425
    • 31. Oktober 2012 2:25 Uhr

    Sie haben ja recht. Der Kommentar war tatsächlich unnötig. Sorry dafür.
    Aber danke fuer die Erklärung der großen Buchstaben über den Artikeln ;-)

  1. ist schlicht und einfach abgegriffen und vollkommen fehl am Platz. Mittlerweile findet sich pro Artikel mindestens ein solcher Kommentar. Und lustigerweise nötigt Sie ja keiner diesen Artikel zu lesen, in der Headline war ja eindeutig ersichtlich um was es geht...

    Zum Thema an sich, ich bin ja gespannt wie sich die Apple Produkte weiterentickeln werden. Speziell bei der Karten App ist es jetzt interessant zu verfolgen ob und wie schnell sie dieses Problem beseitigen werden.

  2. Vielleicht interpretiere ich auch wenig zuviel hinein, aber wenn Apple beide Betriebssysteme zusammenlegt, klingt das für mich, wie eine Antwort auf das neue Windows 8 und Windows Phone 8. Beide Betriebssysteme sind ja nun sehr stark miteinander vernetzt und bauen aufeinander auf. Ich denke, dass Apple das selbe mit seinen beiden OS' vorhaben könnte. Die Ressourcen sind ja da und wenn man beides in einem Ressort bündelt, wäre es nahe-liegend, dass beide auch stärker aufeinander abgestimmt werden.

  3. Den Impact dieser Aenderung werden vermutlich hunderte Millionen Menschen erfahren.

    iOS und OS X werden in Zukunft zuammen gemanaged?
    Das sagt einiges ueber die Zukunft von OS X aus.

    Ive nimmt allgemeine Verantwortung fuer software human interfaces? Das heisst vll, genau so schoene software zu bekommen, wie hardware. Mal sehen, wann man einen Unterschied bemerkt!

    Eine extra Technology Sparte: Insofern interessant, als dass es zeigt, wie tiefgreifend Apple selbst die eigene Hardware bis ins Detail mitentwickelt.

  4. von dem peinlichen Skeuomorphismus, der die GUIs von iOS und zunehmend auch OS X versaut hat.

  5. Entschuldigen Sie meine saloppe Überschrift, aber langsam reicht es mit Apple. Jeder Idi*t rennt in den AppleStore um ein vollkommen uninnovatives Produkt mit einer "5" am Ende für eine horrende Summe zu ergattern, während eine Negativschlagzeile nach der anderen zu lesen ist.

    Das einst innovativste, kreativste und technologisch bedeutsamste Unternehmen von früher ist mittlerweile nur noch ein angebissener Apfel, der mit wenig Innovation, schlechter Technik und mit fragwürdigen Klagen gegen die Konkurrenz ihren Milliarden-Umsatz generiert.

    Ich hoffe dass sich das durch die personelle Umgestaltung ändert, denn ich vermute, dass die Modemarke Apple Inc langfristig so nicht überleben wird.

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    • csuess
    • 30. Oktober 2012 11:54 Uhr

    Hallo DeltaSierra,

    zunächst einmal: ich lasse mich ungern beleidigen.
    Nun zu meiner ganz persönlichen Einschätzung: Jony Ive,schon zu Lebzeiten Steve Jobs' als dessen zweite Gehirnhälfte bezeichnet, bekommt nun noch mehr Verantwortung. Federighi als Mastermind des MacOs kann sich nun direkt mit ihm Abstimmen. Das ging bis dato wohl nicht so gut, wegen persönlicher Differenzen.
    Bob Mansfield, seit ein paar Wochen wieder Herr über Hardware und als Verantwortlicher für zukünftige Entwicklungen. Auch interessant.

    Was ich eher als „Problem“ sehe, ist dass Ive ein glänzender Designer ist, aber die Öffentlichkeit scheut. In eine Rolle als Steve Jobs, der halt auch verkaufen konnte, wird er vielleicht nie reinwachsen können. Trotzdem bin ich mir ganz sicher, dass Ive langsam als Nachfolger von Tim Cook aufgebaut wird oder schon seit Jobs' Tod wurde.

    Scott Forstall hat zweifelsohne viel für Apple geleistet und ist seit 14 Jahren oder so dabei (und wird es auch noch ein Jahr als Berater bleiben). Dennoch muss man sagen, dass iOS durch seinen Weggang vll. in eine andere, „richtige“ Richtung geht.

    Und ja, das Skeuomorphismus-Design von Kalender etc. hat mir persönlich nie besonders gut gefallen. Das ist in ein paar Monaten vermutlich Geschichte und macht Platz für ein modernes UI.
    Und Browett, der Retail-Typ, war von Anfang an bei Apple nicht richtig aufgehoben.

    Alles in Allem sehe ich das alles eher positiv.

    Vielleicht täusche ich mich aber auch.

    • hairy
    • 30. Oktober 2012 11:39 Uhr

    Was hat der eigentlich in den letzten Jahren getrieben? Die Ipads sehen seit Jahren gleich aus, bzw. wurden geschrumpft. Die Iphones fast dito, bzw. wurden nun verlaengert. Die PBs sind gleich etc. pp.

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    • Thems
    • 30. Oktober 2012 13:15 Uhr

    Gutes Design zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man ständig alles neu erfindet. Zur Zeit gelten die Devisen von Dieter Rahms, die einfach sehr umgesetzt wurden. Warum dieses sehr gute Design über den Haufen werfen, nur um was neues zu gestalten? Das wird sicherlich eines Tages der Fall sein, aber vorerst sehe ich keinen Grund, von den derzeitigen Gestaltungen abzuweichen.

    Und zu tun hatte Ive genug. Es geht bei ID nicht ausschließlich um das Äußere. Es geht auch um das Innere. Er muss schauen, welche Hardware wie verbaut wird, um das Design hinzubekommen. Er kümmert sich auch ein Stück weit um Produktionsabläufe. Er muss auch Prototypen erstellen, die nie das Tageslicht erblicken. Und das Produkt-Lineup wird ja auch nicht kleiner.

    *Mit Augenzwinkern* Viel interessanter ist doch, was die Samsung-Designer in letzter Zeit groß gemacht haben...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Tim Cook | Apple | Steve Jobs | iPad | iPhone | iTunes
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