US-KonzernApple verpasst die Gewinnerwartungen

Apple hat weniger iPads verkauft als erwartet und damit die Erwartungen der Anleger enttäuscht. Zudem rechnet der Konzern mit weniger Gewinn im Weihnachtsgeschäft. von dpa, reuters, dapd und

Eine inzwischen geschlossene Filiale des US-Konzerns Apple in Boston

Eine inzwischen geschlossene Filiale des US-Konzerns Apple in Boston  |  © Brian Snyder/Reuters

Apple hat im vergangenen Quartal erneut einen Milliardengewinn erzielt und dennoch für Enttäuschung bei den Anlegern gesorgt. Der US-Konzern verkaufte in der Zeit zwischen Juli und September weniger iPads als erwartet und rechnet zudem im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit niedrigeren Gewinnen. Als Grund nennt Apple höhere Kosten.

Nachdem Apple dank seines Tablet-Computers in der Vergangenheit hohe Wachstumsraten verzeichnete, scheint sich die Nachfrage langsam zu normalisieren. Im vierten Geschäftsquartal verkaufte das Unternehmen etwa 14 Millionen iPads. Das waren weniger als in den drei Monaten zuvor und auch weniger als Analysten erwartet hatten.

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Das neue iPhone verkaufte sich besser: Zusammen mit den älteren Modellen hat Apple 26,9 Millionen seiner Smartphones verkauft. Das war ein Zuwachs von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das iPhone 5 war erst am 21. September und damit wenige Tage vor dem Ende des Berichtszeitraums in den Verkauf gegangen.

Der Gesamtumsatz des Technologiekonzerns legte im vergangenen Quartal um 27 Prozent auf 36 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn stieg um 24 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro).

Gewinnmargen schrumpfen

Im laufenden Quartal rechnet Apple mit einer Bruttogewinnspanne von 36 Prozent, das ist der niedrigste Wert seit mindestens vier Jahren. In der Weihnachtszeit 2011 hatte die Gewinnspanne 44,7 Prozent betragen. Das neue iPhone, die zwei neuen iPads und die drei neuen iMacs seien in der Herstellung teuer, erklärte Finanzchef Peter Oppenheimer in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das sei bei neuen Produktlinien nicht ungewöhnlich. Die Margen bei den neuen Produkten seien niedriger als bei den Vorgängermodellen.

Analysten verwiesen zwar darauf, dass der Konzern bei seinen Prognosen traditionell eher konservativ sei. Trotzdem enttäuschten die Zahlen die Anleger, die Aktie fiel am Donnerstag nachbörslich leicht.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema und bleiben sachlich. Die Redaktion/ls

    • AceKi
    • 26. Oktober 2012 7:38 Uhr

    Da macht ein Unternehmen enorme Umsätze bzw. Gewinne, aber die entsprechen nicht den Erwartungen der "Propheten"...zack...stürzt die Aktie ab...
    Wie krank ist das eigentlich...? Diverse Unternehmen machen nicht ganz sooo viel Miese und freuen sich...Beispiel Facebook, Amazon oder, ganz zu schweigen, RIM...
    Apple hat "nur" 8,2 (?) Miliarden Nettoverdienst...das ist natürlich nicht genug...man oh man...
    Aber es ist schon spannend was sich Apple auf Dauer einfallen lassen wird.
    Man wird nicht ewig mit dieser Produktpalette diese Umsätze generieren können.

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    > Da macht ein Unternehmen enorme Umsätze bzw. Gewinne,
    > aber die entsprechen nicht den Erwartungen der "Propheten"...
    > zack...stürzt die Aktie ab... Wie krank ist das eigentlich...?

    Das ist überhaupt nicht krank, sondern absolut logisch. Zukunftserwartungen sind in den Marktwert einer Aktie immer schon eingepreist. Werden Erwartungen unterschritten, kommts also zur Kurskorrektur - egal wie wirtschaftlich gesund, marktbeherrschend etc. das Unternehmen ist.

    Sie können das ruhig mit Sportwetten vergleichen: Da können Sie zu bwin gehen und darauf wetten, dass Barca das Champions League - Finale mit mindestens 3:0 gewinnt (das wäre in etwa das Analog zum Kauf einer Apple Aktie). Am Ende gewinnt Barca zwar das Champions League-Finale, aber "nur" mit einem lockeren 2:0 Pflichtsieg. Ihr Wetteinsatz ist - wegen überzogener Erwartungen - trotzdem futsch.

    Die Analogie trägt übrigens noch weiter: Barca kann es herzlich egal sein, wer sich da auf dem Wettmarkt verzockt hat. Apple auch. Solche Kurskorrekturen schaden nicht in erster Linie dem Unternehmen, sondern dem Renditejäger auf der Jagd nach dem schnellen Euro.

    Also cool bleiben :-)

    da muss ich etwas verpasst haben.
    Aktienabstürze sehen anders aus, glaube ich.
    Die Aktie hatte sich binnen Jahresfrist aus ohnehin hohen Regionen nochmals verdoppelt. Jetzt wird wegen ein paar Prozenten gejammert. Das ist krank! Nicht die aktuelle Mini-korrektur.

    Wenn man aus "die Aktie fiel leicht" " zack die Aktie stürzt ab" macht, dann ist man über was erstaunt?
    Über die eigene Verzerrung der Nachricht.

    Wer sich wundert, dass der (hier zuletzt ganz ordentliche gestiegene) Aktienkurs nachgibt, wenn ein Unternehmen seine Planung unterbietet, die künftigen Margen (und gewinne) sinken und die Konkurrenten zulegen, der sollte besser keine Akien kaufen.

    • AceKi
    • 26. Oktober 2012 9:22 Uhr

    Ich wollte damit nur deutlich machen, wie krank bzw. empfindlich das Ganze reagiert. Dieselben Analysten reden durchaus von einem Absturz bzw. von Rekorden wenn es ihnen passt. Es sollte sich nicht auf die tatsächlichen "Verluste" beziehen, die man durchaus als Kursschwankung bezeichnen kann. Wenn man bedenkt, dass die Aktie vor gar nicht sooo langer Zeit bei 700$ lag, dann hat sie deutlich büssen müssen. Eine Kursschwankung von etwa 80-90$ pro Aktie...nun ja, kann man werten wie man will.
    Ich hätte Anfang 2000 paar Aktien kaufen sollen! :) Andererseits habe ich zu wenig Geld um damit zu spielen, ööhhmmm sorry, spekulieren... :)

    • frgrbr
    • 26. Oktober 2012 7:56 Uhr

    »Der Gesamtumsatz des Technologiekonzerns legte im vergangenen Quartal um 27 Prozent auf 36 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn stieg um 24 Prozent.«

    Was muss man denn heutzutage abliefern, um die Gier zu befriedigen?

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    sondern mit Erwartungen und anhand dieser Erwartungen bilden sich die Kurse an den Aktienmärkten. Es sind halt viele Käufer der Meinung, dass Apple eigentlich höhere Gewinne realisieren hätte können müssen.

  2. zu erwähnen, dass Samsung ungefähr 6 mal weniger Gewinn gemacht hat als Apple, ganz zu schweigen vom Umsatz, der noch exorbitant geringer sein dürfte als der Apples, da die Plastikprodukte von Samsung massenhafte Ramschware sind.

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    • thedaT
    • 26. Oktober 2012 8:33 Uhr

    ...der Konzern ist etwas breiter aufgestellt wie sie vielleicht meinen. Weniger buzzwords und belegte Annahmen erhöhen die Kommentarqualität zuweilen immens.

    Bei den Arbeitsbedingungen wiederum tun sich beide Vereine nix, die Gier saugt es aus den Knochen der Fließbandlemminge.

    ... auf "das bißchen Galaxy" und Elektronik reduziert, zeigt nur, dass einiges nicht verstanden wird.

    Ziehen Sie Ihre Scheukappen ab. Alle Applegeräte die ich hatte bis auf das Iphone sind im Apple-Store gewesen zur Reparatur. mein Samsung Fernseher und meine etlichen Samsung Monitore halten bis heute.

  3. 5. @AceKi

    > Da macht ein Unternehmen enorme Umsätze bzw. Gewinne,
    > aber die entsprechen nicht den Erwartungen der "Propheten"...
    > zack...stürzt die Aktie ab... Wie krank ist das eigentlich...?

    Das ist überhaupt nicht krank, sondern absolut logisch. Zukunftserwartungen sind in den Marktwert einer Aktie immer schon eingepreist. Werden Erwartungen unterschritten, kommts also zur Kurskorrektur - egal wie wirtschaftlich gesund, marktbeherrschend etc. das Unternehmen ist.

    Sie können das ruhig mit Sportwetten vergleichen: Da können Sie zu bwin gehen und darauf wetten, dass Barca das Champions League - Finale mit mindestens 3:0 gewinnt (das wäre in etwa das Analog zum Kauf einer Apple Aktie). Am Ende gewinnt Barca zwar das Champions League-Finale, aber "nur" mit einem lockeren 2:0 Pflichtsieg. Ihr Wetteinsatz ist - wegen überzogener Erwartungen - trotzdem futsch.

    Die Analogie trägt übrigens noch weiter: Barca kann es herzlich egal sein, wer sich da auf dem Wettmarkt verzockt hat. Apple auch. Solche Kurskorrekturen schaden nicht in erster Linie dem Unternehmen, sondern dem Renditejäger auf der Jagd nach dem schnellen Euro.

    Also cool bleiben :-)

    • thedaT
    • 26. Oktober 2012 8:33 Uhr

    ...der Konzern ist etwas breiter aufgestellt wie sie vielleicht meinen. Weniger buzzwords und belegte Annahmen erhöhen die Kommentarqualität zuweilen immens.

    Bei den Arbeitsbedingungen wiederum tun sich beide Vereine nix, die Gier saugt es aus den Knochen der Fließbandlemminge.

    Antwort auf "Sie haben vergessen"
    • x23mp5
    • 26. Oktober 2012 8:35 Uhr
    7. iPhone

    Das iPhone 5 ist in der Herstellung teurer geworden, dafür kostet es auch mehr!

    • omnibus
    • 26. Oktober 2012 8:40 Uhr
    8. Wofür

    ist eine Firma eigentlich da? Um gute Produkte herzustellen, die den Anwendern nutzen oder um die Erwartungen der Anleger zu erfüllen?

    Gilt letzteres, dann wird ein Konzern darauf achten, dass die Produkte nicht allzu gut sind und schnell wieder kaputt gehen - kein Wunder, dass gerade Apple wegen der geplanten Obsoleszenz mancher Produkte in Verruf geraten ist.

    Es geht immer nur um eines: Reiche wollen um jeden Preis noch reicher werden, alles muss möglichst viel Rendite abwerfen. Das ist doch krank.

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    46 Millionen Essensmarkenbezieher in den USA... und die Chinesen im Arbeitslager von Foxcon, werden dass vielleicht nicht so toll finden.

    "...Insbesondere Apple steht in den USA am Pranger.
    Der Konzern habe Mittel und Wege gefunden, 70 Prozent seiner Gewinne außerhalb der USA zu versteuern, schreibt die „New York Times“ unter Verweis auf offizielle Dokumente, die Apple bei der SEC eingereicht hat. Auch Google kommt konzernweit auf einen ungewöhnlich niedrigen Steuersatz von 23 Prozent. Das liege unter anderem daran, dass sich der Konzern die niedrigen Körperschaftsteuersätze in Irland zu Nutze mache, mutmaßen die NYT-Journalisten.

    Ein kleines Detail im Jahresabschluss von Google Germany zeigt, wie leicht es ist, Gewinn ins Ausland abzuziehen und so die Steuerlast in Deutschland zu senken. So hatte die deutsche Tochter offenbar Datenzentren eingerichtet, die sie 2010 an eine Muttergesellschaft weiter verkaufte – unter Buchwert. „Aufgrund der Veräußerung bzw. Rückgabe verschiedenster Anlagegüter der Datenzentren an die liefernden Konzerngesellschaften ergaben sich im Jahr 2010 Verluste von EUR 2,6 Mio.“, vermeldet der Jahresabschluss.
    2,6 Millionen Euro, die der deutsche Fiskus ansonsten hätte besteuern können.
    http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/tid-25652/auffallend-gerin...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, Reuters, tis
  • Schlagworte Samsung | Apple | Dollar | Euro | Gewinn | Kommunikation
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