SchienenverkehrDer erste Bahnhof Deutschlands wird alkoholfrei

Die Bahn beschränkt erstmals den Alkoholkonsum auf einem Bahnhof. In Nürnberg ist Trinken künftig nur eingeschränkt erlaubt. So will die Bahn gegen Trinkgelage vorgehen. von dapd

Haupteingang und das zentrale Hauptgebäude des Nürnberger Hauptbahnhofs (Archiv)

Haupteingang und das zentrale Hauptgebäude des Nürnberger Hauptbahnhofs (Archiv)  |  © Joerg Koch/ddp

Die Deutsche Bahn ( DB ) beschränkt erstmals den Alkoholkonsum auf einem ihrer Bahnhöfe. Am Nürnberger Hauptbahnhof ist es ab Freitag nur noch eingeschränkt erlaubt, Alkohol zu trinken, teilte das Unternehmen mit. Künftig dürfe freitags, samstags und vor Feiertagen von 20 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag kein Alkohol mehr getrunken werden.

Das Verbot gilt für Eingang, Innenbereich, Bahnsteigtunnel und Bahngleise, sagte ein Unternehmenssprecher. Einzelhändler dürften allerdings weiter Alkohol verkaufen und auf der Verkaufsfläche könne nach wie vor getrunken werden. Laut DB sind Gastronomiebetriebe ebenfalls von der Regelung ausgenommen. Die Bahn will mit dem Verbot gegen Partygänger vorgehen, die nach DB-Angaben teils zu Hunderten den Bahnhof bevölkert hatten, und teilweise stark betrunken waren .

Anzeige

Wer dennoch trinkt, muss vor die Tür

Durchsagen im Bahnhof und Mitarbeiter der DB-Sicherheit sollen an den betreffenden Tagen auf das Alkoholverbot hinweisen, hieß es. Wer dennoch trinke, könne einen Hausverweis erhalten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte sich zufrieden mit dem Vorstoß, forderte aber eine Ausweitung der Regelung auf alle Bahnhöfe. Entsprechende Pläne gibt es laut Bahn derzeit nicht.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. 33. Gähn.

    Tja, als in Nürnberg lebender Vorzeigebürger kann ich mir schon vorstellen zu was diese Aktion führen wird. Im Bereich der Königsstraße ist ja genug Ausweichfläche vorhanden, um auch weiterhin gepflegt einen zu trinken.

    Klar war es dort laut. Aber als bedrohlich würde ich die Stimmung dort nicht einstufen. Geht wohl wirklich nur darum sich außen schön sauber zu präsentieren...

    Spätestens wenn die Nightliner fahren wird das Geschehen vor dem Bahnhof ohnehin so unübersichtlich, dass die Ordnungskräfte wohl kaum jede Bierflasche umstellen können. Vermutlich ist der Effekt dann, dass sowohl in der Königsstraße als auch im Bahnhof diverse Konfliktherde entstehen.

    Man kennt die Weitsichtigkeit der Nürnberger Polizei ja schon im Umgang mit der dortigen Drogenszene. Kurz durchlaufen, die Leute verscheuchen, paar Personalien aufnehmen, bis sich das ganze Spiel wiederholt. Damit ist niemand geholfen. Anstatt den Leuten einen halbwegs sicheren Platz zu garantieren jagt man sie in die Innenstadt.

    • lxththf
    • 18. Oktober 2012 20:50 Uhr

    besonders, wenn man die mediale Präsenz von Alkoholwerbung bedenkt. Es gibt mittlerweile eine sehr geniale Kampange: http://www.youtube.com/wa... und man kann nur hoffen, dass sie vielleicht etwas bewirkt.
    Bzgl. des Wohnzimmers zur verfügung stellen. Das läuft ja wohl etwas am Thema vorbei ;)
    Es ist leider nicht nur Berlin, sondern quasi jede Stadt, jedes Dorf und somit vielleicht wirklich ein grundsätzliches Problem und darum stimme ich Ihnen zu, dass es dringend Redebedarf gibt und man ähnlich wie bei Zigaretten Werbung eindämmen müsste, wie z.B. "Dieses Spiel wurde Ihnen präsentiert von ..."

    • js.b
    • 19. Oktober 2012 11:58 Uhr

    Ich lese erst jetzt Ihre Antwort und möchte daher der Ordnung halber aufklären, dass mein Vorschlag natürlich ironisch gemeint war. Meine Kritik bezieht sich auf genau dieses "verständnisvolle" Gerede und falsch verstandene Toleranz. Man sucht grundsätzlich den Fehler bei der Gesellschaft (in den 60ern und 70ern hätte man wahrscheinlich gesagt: beim "System"), anstatt auszusprechen, dass jeder für sein Handeln zunächst einmal selbst verantwortlich ist und niemand anders. Eben dies ist auch hier in Berlin zu beobachten, und man wacht erst auf, wenn eine wirkliche Katastrophe passiert ist, so wie jetzt.

  2. sollte der Rest von Deutschland überhaupt nur nach gründlichster Prüfung diskutieren. Wehret den Anfängen!

    • T810
    • 27. November 2012 17:39 Uhr

    gehören seit einer Ewigkeit zur abendländischen Kultur. Wo der Missbrauch, die Sucht anfängt lässt sich klar definieren. Ans Rauchverbot in den Zügen konnte man sich gut gewöhnen, da auf den meißten Bahnhöfen Raucherinseln eingerichtet wurden. Das mitgebrachte oder im Bordbistro gekaufte Glas Bier, Wein, Sekt macht keine Probleme im Fernverkehr. Alkoholauffälligen Randalierern sollte man dann doch eher in den RB`s und Re`s und den S-Bahnen auf den Pelz rücken. Hier hat die "Lebenstinte" genauso wenig was verloren wie in Strab oder Linienbussen. Indem man die Trinkgewohnheiten kanalisiert, werden problematische Alkoholexzesse nur ortsverlagert. Das passiert ausdrücklich mit jedem Rauschmittel. Nur Leute, die das nicht kapieren, werden ein generelles Alkoholverbot durchboxen wollen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, tok
  • Schlagworte Bahn | Deutsche Bahn | Alkohol | Alkoholkonsum | Alkoholverbot | Bahnhof
Service