SchienenverkehrDer erste Bahnhof Deutschlands wird alkoholfrei

Die Bahn beschränkt erstmals den Alkoholkonsum auf einem Bahnhof. In Nürnberg ist Trinken künftig nur eingeschränkt erlaubt. So will die Bahn gegen Trinkgelage vorgehen. von dapd

Haupteingang und das zentrale Hauptgebäude des Nürnberger Hauptbahnhofs (Archiv)

Haupteingang und das zentrale Hauptgebäude des Nürnberger Hauptbahnhofs (Archiv)  |  © Joerg Koch/ddp

Die Deutsche Bahn ( DB ) beschränkt erstmals den Alkoholkonsum auf einem ihrer Bahnhöfe. Am Nürnberger Hauptbahnhof ist es ab Freitag nur noch eingeschränkt erlaubt, Alkohol zu trinken, teilte das Unternehmen mit. Künftig dürfe freitags, samstags und vor Feiertagen von 20 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag kein Alkohol mehr getrunken werden.

Das Verbot gilt für Eingang, Innenbereich, Bahnsteigtunnel und Bahngleise, sagte ein Unternehmenssprecher. Einzelhändler dürften allerdings weiter Alkohol verkaufen und auf der Verkaufsfläche könne nach wie vor getrunken werden. Laut DB sind Gastronomiebetriebe ebenfalls von der Regelung ausgenommen. Die Bahn will mit dem Verbot gegen Partygänger vorgehen, die nach DB-Angaben teils zu Hunderten den Bahnhof bevölkert hatten, und teilweise stark betrunken waren .

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Wer dennoch trinkt, muss vor die Tür

Durchsagen im Bahnhof und Mitarbeiter der DB-Sicherheit sollen an den betreffenden Tagen auf das Alkoholverbot hinweisen, hieß es. Wer dennoch trinke, könne einen Hausverweis erhalten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte sich zufrieden mit dem Vorstoß, forderte aber eine Ausweitung der Regelung auf alle Bahnhöfe. Entsprechende Pläne gibt es laut Bahn derzeit nicht.

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Leserkommentare
    • Atomi
    • 18. Oktober 2012 11:02 Uhr

    wie das Rauchverbot auf dem Bahnsteig wo man immernoch ständig den Rauch anderer einatmen muss obwohl dies doch eigentlich verboten sein soll.

    Wenn es schon diese Verbote gibt, dann setzt sie doch auch bitte durch. Im Notfall mit mehr Kontrollen auf dem Bahnsteig. Würde es sehr begrüßen.

    10 Leserempfehlungen
  1. "Einzelhändler dürften allerdings weiter Alkohol verkaufen und auf der Verkaufsfläche könne nach wie vor getrunken werden."

    Natürlich. Denn diese ganzen autoritären Erziehungsmaßnahmen der DB sollen ja nur den jugendlichen bzw. weniger wohlhabenden Pöbel treffen. Wer genug Geld hat um vor Ort zu kaufen, der wird von der Bahn und ihren angeschlossenen Einzelhändlern/Gastronomen nicht weiter belästigt und darf weiterhin gerne Alkohol konsumieren (aka Gewinne generieren). Denn wir wir alle wissen, gibt es ja schließlich Bürger und Bahnhofsbesucher erster und zweiter Klasse.
    Und der Fahrgastverband beklatscht so etwas auch noch.

    6 Leserempfehlungen
  2. ...daß man sich durch pöbelnde Betrunkene belästigt fühlt. Aber man sollte nicht alles über einen Kamm scheren. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn jemand die nötige Konsequenz vermissen lässt, sollte man auch das Trinken in Parks, auf dem Gehweg, auf öffentlichen Plötzen ect. verbieten. Aber das wäre die gleiche schleichende Enteignung der freiheitlichen Rechte, wie sie bereits in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft stattfindet.
    Es wäre meiner Meinung nach sinniger die durch übermäßigen Alkoholkonsum auftretenden Nebenerscheinungen zu bestrafen, als den Konsum an sich.
    Also: Dieses Thema sollte man im Gesamten differenzierter betrachten, anstatt nach allgemeinen Verboten zu schreien!

    4 Leserempfehlungen
  3. ...und ist gescheitert. Die Bahn hat also eigentlich bereits Erfahrung mit dem Thema. Die Ordnungskräfte mussten jedoch einsehen, daß es, vor allem in der Nacht, deeskalierender ist, die Leute einfach trinken zu lassen, als es ihnen durch Maßnahmen zu verbieten. Jetzt kann man jedenfalls wieder mit einem Herri durch den Bahnhof spazieren.
    Und mal ehrlich: Was passiert denn wenn ein Zug voller Fußballfans zu einem Spiel nach Nürnber kommt? Wird das Alkoholverbot dann kurzzeitig aufgehoben?

    3 Leserempfehlungen
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    ...das trinken muss excessiv geworden sein, dass diese massnahme notwendig wurde.

    sie schreiben, es wirkt 'deeskalierend', die menschen lieber trinken zu lassen, als gegen sie vor zu gehen? dann greift dass sicherheitsmanagement nicht konsequent durch und die geldbussen sind zu niedrig -> lassen sie die menschen ruhig € 350,00 unter sofortigem platzverweis zahlen und das liebevoll 'trinken' genannte 'saufen' wird verschwinden. es geht hier nicht um 'deeskalation' -> es geht um die beseitigung eines uebels zulasten aller 'nicht-trinkenden-reisenden und bahnhofsbesucher'! bedenken sie bitte die mit dem 'trinken' einhergehenden folgen: belaestigungen durch poebeleien fremder bahnhofsbesucher, verunreinigung durch flaschen sowie durch verschuetteten alcohol, fallenlassen aller hemmungen und rauchen im rauchverbot und in den zuegen, verunreinigung der zuege etc. - allein dieses 'herumlungern' am bahnhof macht einen guten gesamteindruck :-) und irgendwann kommt der ganze bahnhof herunter! zudem waere eine sog. bannmeile um den bahnhof herum als unterstuetzung der massnahme zu begruessen.

    das verhaelt sich wie mit den rauchverboten auf deutschen bahnhoefen -> als ich im sommer hamburg besucht habe, war ich erschrocken, vieviele menschen trotz rauchverbot auf den bahnsteigen rauchen und sogar in (!) den zuegen!
    -> wenn ich verbote aufstelle, muss ich diese auch konsequent umsetzen: warum ist das 'anscheindend' nicht moeglich in deutschland?

    cheers

    ...daß man sich durch pöbelnde Betrunkene belästigt fühlt. Aber man sollte nicht alles über einen Kamm scheren. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn jemand die nötige Konsequenz vermissen lässt, sollte man auch das Trinken in Parks, auf dem Gehweg, auf öffentlichen Plötzen ect. verbieten. Aber das wäre die gleiche schleichende Enteignung der freiheitlichen Rechte, wie sie bereits in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft stattfindet.
    Es wäre meiner Meinung nach sinniger die durch übermäßigen Alkoholkonsum auftretenden Nebenerscheinungen zu bestrafen, als den Konsum an sich.
    Also: Dieses Thema sollte man im Gesamten differenzierter betrachten, anstatt nach allgemeinen Verboten zu schreien!

    • lxththf
    • 18. Oktober 2012 12:51 Uhr

    dann wird das Problem nur verlagert, weg vom Bahnhof zu einem anderen "Partyort" und darin besteht das Problem. Verbote reagieren nur auf ein Ergebnis, dessen Ursache man näher untersuchen sollte, um dem präventiv entgegenzuwirken.
    Kleines anderes Beispiel. Um das Betteln im Stadtkern einer Großstadt zu unterbinden, wurde es verboten und die Probleme verlagerten sich dann nur in andere Viertel. Ähnliche Erfahrungen gibt es mit Drogenhandel, Prostitution und ähnlichen gesellschaftlichen Problemen, mit denen lieber niemand belästigt werden möchte, die jedoch dennoch existieren.
    Darum ist es umso wichtiger die Probleme im Kern zu erkennen, was zu der Frage führt, warum am Nürnberger Bahnhof so exzessiv "gesoffen" wird, wer sich da die Kante gibt (es gibt da sicherlich Unterschiede, ob es "einfach" nur Jugendliche sind, die "vorglühen" oder andere Gruppen, die man auch im Bahnhofsmilieu häufig antreffen kann) und welche Alternativen es geben könnte?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "gute massnahme...!"
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    ...als erste massnahme muessen die stoerungen beseitigt werden. und das konsequent, wobei es ersteinmal unbeachtlich ist, aus welchen gruenden 'getrunken' wird.

    wenn das erfolgt ist und eine beruhigung eingetreten ist und im anschluss 'nur' eine verlagerung des problems in weiter entfernte bezirke vorliegt (was leider vorkommen kann), dann muss an dieser stelle wie obig beschrieben worden ist verfahren werden -> allerdings unter hinzunahme 'aller' institutionen! will heissen: bei 'nur' fussballsupportern, waeren ebenso die vereine in der pflicht einzugreifen; handelt es sich aber um sog. 'gesellschaftliche verwahrlosung', haben alle bezirklichen institutionen an einem 'rad' zu drehen, um das problem zu beseitigen (von der polizei, ueber jugendaemter, ueber arbeitsaemter, ueber familien'hilfen' etc. pp.).

    wo ein 'wille' ist, probleme zu beseitigen, ist auch ein weg -> hier darf sich niemand und keine institution hinter (vermeintlich) nicht vorhandener verantwortung verstecken - und nein: 'finanzielle mittel' duerfen keine rolle spielen!...

    cheers

    p.s. wird die 'zero-tolerance-strategie' ''komplett'' durchgesetzt, funktioniert sie auch -> siehe NYC...

    früher wars der Dürerplatz (wurde verboten, da es ein schlechtes Bild auf die Stadt wirft) und die Zeppelintrebüne (wurde verboten, weil es einen tödlichen Unfall gab). Ich kann mich noch an die Pegnitzwiesen und den Marienbergpark erinnern...jetzt halt der Bahnhof.

    Solange alle 14 bis 20jährigen die entweder zu jung sind oder zu wenig Geld haben um in die Kneipen, Clubs und Discotheken der Stadt zu gehen keinen vernüftigen Ort haben in Ruhe zu feiern werden sie sich immer einen öffentlichen Ort suchen.

  4. früher wars der Dürerplatz (wurde verboten, da es ein schlechtes Bild auf die Stadt wirft) und die Zeppelintrebüne (wurde verboten, weil es einen tödlichen Unfall gab). Ich kann mich noch an die Pegnitzwiesen und den Marienbergpark erinnern...jetzt halt der Bahnhof.

    Solange alle 14 bis 20jährigen die entweder zu jung sind oder zu wenig Geld haben um in die Kneipen, Clubs und Discotheken der Stadt zu gehen keinen vernüftigen Ort haben in Ruhe zu feiern werden sie sich immer einen öffentlichen Ort suchen.

    3 Leserempfehlungen
  5. was die unmittelbaren Folgen sind?

    Wenn es gewisse Menschen gibt, die sich nicht an die Regeln halten -> Verbot für alle?

    Alkoholverbot an Bahnhöfen, Rauchverbot in Gaststätten, Reiseverbot für HartzIV-Empfänger, Demonstrationsverbot gegen Banken (occupy), Kameraüberwachung von öffentlichen Plätzen wegen Terrorgefahr, Sippenhaft für Fußballfans (es gibt tatsächlich auch friedliche Fußballfans), Handyverbot im Auto usw...

    Schöne neue Welt, die Vernunft des Einzelnen -> unerheblich

    Die Reglementierungswut des Staats mit direktem Eingriff ins Privatleben Einzelner und mit Pauschalverurteilungen bestimmter Gruppen führt einzig und allein nur zu einem:

    Eine neue Art des Faschismus! Denken Sie darüber nach!

    Was ist Ihnen Ihre Freiheit wert?

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  6. Alle paar Wochen habe ich mal Lust am Bahnhofskiosk ein Bier zu kaufen, es aufzumachen, zum Bahnsteig zu gehen und auf meinen Zug zu warten, während ich das Bier trinke. Manchmal auch gemeinsam mit einem Kollegen, der auch auf den Zug wartet.

    Wo bitte ist jetzt schon wieder das Problem???

    Und zum Thema Rauchen (auch wenn nicht Thema des Artikels): In U-Bahn-Stationen und Zügen verstehe ich das Problem ja, aber am zugigen und gut belüfteten Bahnsteig stört mich das überhaupt nicht und ich bin selbst Nichtraucher. Kann echt nicht verstehen wie sotwas immer wieder derart emotionale von Wut und Hass geprägte Reaktionen hervorrufen kann...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, tok
  • Schlagworte Bahn | Deutsche Bahn | Alkohol | Alkoholkonsum | Alkoholverbot | Bahnhof
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