Schienenverkehr : Bahn wähnt sich winterfest

Nach den Pannen in den vergangenen Wintern hält Bahnchef Grube das Unternehmen gut für die kalte Jahreszeit gerüstet. Genug Ersatzzüge soll es aber erst Ende 2014 geben.

Die Deutsche Bahn ist nach Ansicht ihres Chefs Rüdiger Grube gut für den kommenden Winter gerüstet. "Wir sind zunehmend besser vorbereitet, nicht zuletzt haben wir auch sehr viel in eine bessere Prävention investiert", sagte der Konzernchef der Frankfurter Rundschau . Nach dreistelligen Millioneninvestitionen 2011 habe die Bahn dieses Jahr noch einmal Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich geplant. Das Geld fließe unter anderem in Zug-Enteisungsanlagen, Weichenheizungen, Heizlüfter, Abtauzelte und in einen umfangreichen Schneeräumdienst.

Die Deutsche Bahn hatte vor allem im Winter 2009/2010 mit massiven Zugausfällen durch den Frost zu kämpfen. Im darauffolgenden Sommer war es zu Problemen gekommen, weil Klimaanlagen nicht richtig funktionierten . Dieses Jahr habe sich der Ausfall von Klimaanlagen in Grenzen gehalten , sagte Grube. "Im Sommer hatten wir nur an einem heißen Wochenende Probleme, überhaupt kein Vergleich also mit 2010". Die entsprechende Umrüstung der betroffenen Züge habe sich ausgezahlt und wird sich weiter auszahlen, sagte der Bahnchef.

Deutliche Verbesserungen im Zugverkehr wird es laut Grube aber erst in einigen Jahren geben: "Wir sind derzeit ganz gut unterwegs. Aber richtig gut werden wir erst wieder, wenn wir eine Reserveflotte haben. Das wird Ende 2014 der Fall sein." Wenn die Bahnindustrie bestellte Züge pünktlich und einwandfrei liefere, stünden dann bei Problemen ausreichend Ersatzzüge zur Verfügung.

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Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Die Bahn war nicht einmal sommerfest

Wie soll sie da winterfest sein? Was ich im Sommer alles an Verspätungen und geschlossenen Waggons erlebt habe ist schlicht unfassbar (neben den üblichen Dingen wie geänderter Wagenreihung, die kurz vor Einfahrt des seit Stunden fahrenden Zuges bekannt gegeben wird, unverständlichen Durchsagen auf Bahnhöfen, Verspätungs-SMS, die 10 Minuten nach Durchsage der Verspätung am Bahnhof eintreten und komplett verlorenen Reservierungen). Und selbstverständlich gab es eine Verspätungsquote auf _allen_ Zügen jenseits der 10 Minuten, einmal sogar 70 Minuten. Somit also im Sommer ein Versagen von 100%. Und das soll im Winter auf einmal alles klappen? Wie denn? Kompletter Austausch von Personal, Führung, Zug- und Schienenmaterial?

Widerspruch

"hält Bahnchef Gruber das Unternehmen gut für die kalte Jahreszeit gerüstet. Genug Ersatzzüge soll es aber erst Ende 2014 geben."

Gut gerüstet, aber nicht genug Ersatzzüge?

Bedeutet "gut gerüstet" genug Kaffee/Tee um Pendlern evtl. ein heißes Gesöff zu spendieren, wenn im Polar-IC mal wieder nichts geht?

Ja, ja, wer's glaubt

"Wenn die Bahnindustrie bestellte Züge pünktlich und einwandfrei liefere, stünden dann bei Problemen ausreichend Ersatzzüge zur Verfügung."

Dann haben wir ja schon einen Schuldigen, falls es doch so läuft wie sonst immer, nicht wahr?

Außerdem, ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbilde, aber, heißt es das nicht jedes Jahr? Das nächstes Mal alles besser wird?