US-FinanzbrancheCitigroup-Chef Pandit erklärt Rücktritt

Der Chef einer der größten US-Banken ist überraschend zurückgetreten. Auch den Aufsichtsrat verlässt Pandit, der die Bank durch die Krise gesteuert hatte.

Citigroup-Chef Vikram Pandit

Citigroup-Chef Vikram Pandit

Citigroup-Chef Vikram Pandit legt sein Amt nieder. Damit geht einer der bekanntesten Banker der Wall Street. Neuer Lenker eines der größten US-Geldhäuser wird Michael Corbat, der zuvor die Geschäfte der Citigroup in Europa, im Nahen Osten und in Afrika leitete. Das teilte das Finanzhaus in New York mit.

"Ich habe beschlossen, dass es jetzt die richtige Zeit ist, dass jemand anderes das Ruder bei der Citigroup übernimmt", erklärte Pandit seinen überraschenden Schritt. Er hatte das Geldhaus durch die Finanzkrise geführt und einen groß angelegten Umbau angestoßen.

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Auch der fürs Tagesgeschäft zuständige Citigroup-Vorstand John Havens tritt zurück. Gründe teilte die Citigroup nicht mit. Am Montag hatte die drittgröße US-Bank die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, die einen Rückgang der Gewinne um 88 Prozent anzeigten. Allerdings war das Ergebnis besser als erwartet ausgefallen.

Der gebürtige Inder Pandit hatte im Dezember 2007 den Chefposten übernommen und ein schweres Erbe angetreten. Die Citigroup hatte sich wie viele Konkurrenten am US-Hypothekenmarkt verspekuliert und musste in der Finanzkrise vom Steuerzahler mit 45 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

Pandit trennte sich in der Folge radikal von Problemsparten. Zehntausende Stellen fielen weg. Durch den Umbau gelang der Citigroup die Wende. Sie verdient wieder Geld. Das deutsche Privatkundengeschäft verkaufte er an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Die einstige Citibank firmiert hierzulande nun unter Targobank.

Allerdings war das Haus zuletzt weniger profitabel als die Konkurrenz von JPMorgan Chase und Wells Fargo. Das schlägt sich im Börsenkurs nieder: Die Aktie kostet heute 36 Dollar, während es Anfang vergangenen Jahres noch 50 Dollar waren. Angesichts dessen musste sich Pandit auf der vergangenen Hauptversammlung im April viel Kritik anhören. Die Aktionäre sprachen sich sogar gegen seinen Millionenbonus aus – ein Novum an der Wall Street.

Die Citigroup konzentriert sich heute vor allem auf das klassische Bankgeschäft mit Krediten und Einlagen. Zweites Standbein ist ein geschrumpftes Investmentbanking. Die Bank ist in mehr als 160 Ländern aktiv und hat rund 200 Millionen Kunden.

 
Leserkommentare
  1. die Überschrift suggeriert eine Erklärung - ich habe diese nicht verstanden !!!

  2. ...in vollem Umfang für die Aktivitäten seiner Bank haften lassen, statt den Steuerzahler, dann würden die Herrschaften vermutlich weniger gierig ihre Dividenden einfordern.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Vikram Pandit | Aktie | Aufsichtsrat | Citibank | Dollar | Erbe
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