Ein Kampfflugzeug Typ F-35 Lightning II an dessen Entwicklung BAE beteiligt war. © Tom Reynolds/Lockheed Martin Corp/Handout/Files/Reuters

Die Hinweise auf ein mögliches Aus der Fusion von EADS und BAE verdichten sich. Frankreich und Großbritannien konnten sich nicht über die Modalitäten des Zusammenschlusses einigen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Kreise, die in die Gespräche eingebunden seien. Der Zusammenschluss zum weltgrößten Luftfahrt- und Rüstungskonzern sei damit geplatzt.

EADS wies den Bericht zurück. Noch am Nachmittag seien Gespräche mit BAE geplant, teilte das Unternehmen mit. Es gebe erhebliche Fortschritte bei den Verhandlungen über die Begrenzung der Staatsanteile an dem geplanten neuen Konzern. Die Konzernanteile waren zuletzt Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen zwischen den drei beteiligten Staaten Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Die Einigung von Paris und London bleibe allerdings weiter abhängig von einer Übereinkunft mit der deutschen Bundesregierung , zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Kreise. Diese Übereinkunft stünde noch aus.

Bereits vergangene Woche hatte Spiegel Online über das wahrscheinliche Scheitern der Fusion berichtet . Demnach hatte die britische Regierung verhindern wollen, dass einer der drei beteiligten Staaten mehr als zehn Prozent am künftigen Unternehmen hält. Frankreich habe aber darauf beharrt, mehr als ein Zehntel der Anteile zu halten, hieß es. Die Regierung François Hollandes wollte sich ferner die Option offenhalten, noch mehr Anteile an dem neuen Unternehmen zu kaufen, berichtete die Website. Sie berief sich dabei auf Regierungskreise.

EADS hatte auch diesen Bericht dementiert. "Wir sind von den Regierungen über den Status der Gespräche informiert worden", sagte ein Sprecher des Konzerns. "Aber uns ist zu keiner Zeit vermittelt worden, dass der Deal gescheitert sei."

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich unterdessen für die Fusion ausgesprochen. "Ich bin für eine Restrukturierung der europäischen Rüstungsindustrie, um sie wettbewerbsfähiger und effektiver zu machen", sagte der Däne am Rande des Treffens der Verteidigungsminister des Bündnisses.

Durch die Fusion des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE würde ein Großkonzern mit mehr als 220.000 Mitarbeitern entstehen. In Deutschland beschäftigt EADS derzeit knapp 50.000 Menschen, vor allem an Standorten in Hamburg , Bremen , Niedersachsen und Bayern .