FacebookZuckerberg weckt Hoffnung auf mobile Werbeeinnahmen

Facebook hat mit hohen Kosten Verluste geschrieben. Weil Anleger aber positive Entwicklungen im mobilen Geschäft vermuten, schoss die Aktie nachbörslich nach oben. von dpa und dapd

Der Eingang des Firmensitzes von Facebook in Menlo Park in Kalifornien

Der Eingang des Firmensitzes von Facebook in Menlo Park in Kalifornien  |  © Beck Diefenbach / Reuters

Trotz gestiegener Umsätze hat Facebook im dritten Quartal Verluste geschrieben. Wegen hoher Steuern auf Aktien , mit denen das Unternehmen seine Mitarbeiter entlohnt, meldete Facebook ein Minus von 59 Millionen Dollar (45 Millionen Euro) oder zwei Cent pro Aktie für die Zeit von Juli bis September.

Auch die Kosten fürs Marketing, die Verwaltung oder die Entwicklung neuer Produkte schnellten nach oben. Bereits im Vorquartal hatte der Börsenneuling negative Zahlen geschrieben. Vor einem Jahr, noch vor dem Börsengang , verzeichnete Facebook einen Gewinn von 227 Millionen Dollar.

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Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hob die Fortschritte im mobilen Geschäft hervor, das als Schwachpunkt gilt. "Ich möchte den Mythos zerstreuen, dass Facebook kein Geld im mobilen Geschäft verdienen kann", sagte er in einer Telefonkonferenz. Über mobile Geräte könnten mehr Menschen erreicht werden und diese würden öfter vorbeischauen als Nutzer am Computer. Außerdem habe sich Werbung auf Smartphones und Tablets als effizienter herausgestellt und mache inzwischen 14 Prozent der Werbeeinnahmen aus. Analysten-Fragen nach konkreteren Beispielen für die Stärken im mobilen Geschäft wichen Zuckerberg und seine Nummer zwei Sheryl Sandberg aber aus.

Nach dem Börsengang im Mai war die Aktie von 38 Dollar auf bis zu 17,55 Dollar abgestürzt, weil die Sorge Überhand nahm, dass Facebook im mobilen Geschäft kein Geld verdienen kann. Die von Zuckerberg genannte Entwicklung ließ Anleger hoffen. An der Wall Street legte das Papier von Facebook nachbörslich um fast 13 Prozent auf mehr als 22 Dollar zu.

Mittlerweile nutzen 604 Millionen Menschen Facebook auf ihren Smartphones oder Tablet-Computern, das sind 61 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Gesamtzahl der Nutzer lag zuletzt bei mehr als einer Milliarde , ein Zuwachs von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte davon schaut täglich bei Facebook vorbei.

Die vielen Nutzer machen das soziale Netzwerk für die Werbetreibenden interessant. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar. Werbung hat daran einen Anteil von 86 Prozent, der Rest generiert Facebook vor allem mit kostenpflichtigen Spielen.

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Leserkommentare
  1. Zuckerberg:
    "Ich möchte den Mythos zerstreuen, dass Facebook kein Geld im mobilen Geschäft verdienen kann", sagte er in einer Telefonkonferenz.
    ....
    Analysten-Fragen nach konkreteren Beispielen für die Stärken im mobilen Geschäft wichen Zuckerberg und seine Nummer zwei Sheryl Sandberg aber aus."

    Mythen zerstreut facebook mit neuen Mythen.

  2. "They trust me. Dumbfucks!"

    • MrWho
    • 24. Oktober 2012 9:12 Uhr

    ... hätte als Überschrift gereicht. Hype halt.

    Wie gut Werbung auf Mobiles funktioniert, seh ich hier auf der Zeit Online mit ihren Overlay Ads, die mir das Slide2Scroll der angewählten Seite deaktivieren und deshalb Reloads erzwingen, bis die Werbung nicht mehr kommt.

    Nur noch die nicht-mobile Version.

  3. Es ist eben ein Fluch, wenn zu viel billiges Geld in der Zocker-Welt herummarodiert.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, nf
  • Schlagworte Aktie | Börsengang | Computer | Dollar | Facebook | Marketing
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