Der Internetkonzern Google hat während des laufenden Börsenhandels in New York versehentlich seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Daraufhin brach die Aktie um neun Prozent ein, zwischenzeitlich sogar um elf Prozent. Das Papier wurde zunächst vom Handel ausgesetzt.

Zwar ist der Umsatz bei Google um 14,1 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) gestiegen, aber der Gewinn fiel um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Grund dafür waren unter anderem die Entwicklungskosten des neuen Android-Smartphones . Erschwerend hinzu kam, dass Google 15 Prozent weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte.

Auch Motorola erwies sich einmal mehr als Verlustbringer . Die Google-Tochter verlor operativ 527 Millionen Dollar. Bereits als eigenständiges Unternehmen hatte der Handy-Hersteller zuletzt fast durchgängig rote Zahlen geschrieben angesichts der starken Konkurrenz durch Apples iPhone und die Android-Handys von Samsung . Für Google war Motorola aber wegen seiner zahlreichen Patente wertvoll.

Firma veröffentlicht Mitteilung ohne Genehmigung

Firmensprecherin Rachel Whetstone schob die Schuld für den Fehler auf die Dienstleistungsfirma RR Donnelly, die eine unfertige Mitteilung ohne Genehmigung veröffentlicht habe. Die in Großbuchstaben gesetzte Zeile in der Google-Mitteilung "Zitat von Larry steht noch aus" habe von Anfang an auf einen Fehler hingedeutet. Larry Page ist einer der beiden Gründer und der amtierende Firmenchef von Google.

Üblich ist, dass die Zwischenbilanz nach dem Ende des regulären Handels an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq (22 Uhr deutscher Zeit) mitgeteilt wird, damit jeder Anleger die Zeit hat, sich in das umfängliche Zahlenwerk zu vertiefen. Nun kamen die Geschäftszahlen aber vier Stunden zu früh heraus, in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC . Der Handel mit den Aktien werde wieder aufgenommen, wenn die Mitteilung vervollständigt sei, sagte Whetstone.