WettbewerbsverzerrungGoogle droht Kartellverfahren in den USA

Monatelang stand der Internetkonzern unter genauer Beobachtung der Handelsbehörde FTC. Das Ergebnis: Google droht eine Klage wegen Missbrauchs seiner Marktdominanz.

Surfboards lehnen an der Wand des Google-Gebäudes in Santa Monica.

Surfboards lehnen an der Wand des Google-Gebäudes in Santa Monica.

Die US-amerikanischen Kartellwächter bereiten laut Medienberichten eine Wettbewerbsklage gegen den Internetkonzern Google vor. Nach einer 19 Monate dauernden Untersuchung der Handelsbehörde FTC enthalte der Entwurf für den Abschlussbericht eine Klageempfehlung, berichteten die New York Times und die Nachrichtenagentur Bloomberg. Darüber entscheiden werden die fünf Kommissare der FTC. Derzeit neige die Mehrheit von ihnen zu einer Klage, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Darunter sei auch der Vorsitzende Jon Leibowitz.

Google beherrscht weitgehend die Suche im Internet. Konkurrenten werfen dem Konzern vor, seine dominante Position gegen sie zu missbrauchen, indem es Suchergebnisse manipuliere und eigene Dienste in den Vordergrund stelle. Google wies solche Anschuldigungen stets zurück.

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Auch wenn die Kommission eine Klage empfiehlt, könnte Google noch eine außergerichtliche Einigung eingehen. Aktuell führten Google und seine Konkurrenten Einzeltreffen mit den Kommissaren durch, um ihre Positionen vorzutragen, schrieb Bloomberg.

An dem mehr als 100 Seiten starken Entwurf werde zwar noch weiter gearbeitet, aber die zentralen Schlussfolgerungen dürften unverändert bleiben, schrieb die New York Times. Die FTC stelle bereits ein Team für ein Gerichtsverfahren zusammen. Nach jüngsten Aussagen soll die Entscheidung über eine Klage noch in diesem Jahr fallen.

Gegen Google laufen mehrere Untersuchungen

Google wird auch in Europa von der EU-Kommission in einer Wettbewerbsuntersuchung unter die Lupe genommen. In den USA führen zudem Staatsanwälte der Bundesstaaten Texas, Ohio, New York, California, Oklahoma und Mississippi eigene Untersuchungen durch. Google hat mit seiner führenden Internet-Suchmaschine je nach Weltregion Marktanteile zwischen 60 und mehr als 90 Prozent.

Die FTC prüft zugleich den Vorwurf, dass Googles automatisiertes Anzeigensystem AdWords Konkurrenten benachteilige, die Werbung bei der führenden Internet-Suchmaschine schalten wollen.

Außerdem wird den Berichten zufolge das Vorgehen von Google im Smartphone-Geschäft untersucht. Unter anderem geht es um die Frage, ob Google Herstellern von Geräten mit seinem Betriebssystem Android Einschränkungen vorschreibe.

Weiter steht der Einsatz von Patenten im Fokus. Seit dem Kauf des Handy-Pioniers Motorola in diesem Jahr ist Google direkt in den Patentkrieg der Mobilfunk-Branche eingebunden. Viele der von Motorola ins Feld geführten Patente gehören zum Grundstock von Standards wie etwa UMTS. Für sie gelten besondere Lizenz-Regeln und ihr Einsatz in Patentverfahren ist umstritten.
 

 
Leserkommentare
  1. Hätte man vor 10 Jahren, als es noch ein Akt war ein Bild herunter zu laden (dank Analoginternet von 56,6kb oder weniger) nicht vollkommen überladene Seiten aufgebaut, die erstmal eine Minute laden mussten, bevor man was suchen konnte (das Anzeigen der Suchergebnisse hat dann nochmal genausolange gedauert) wäre man auch nicht aus dem Markt geflogen.

    Selbst heute, mit DSL, wäre mir eine Seite wie leicos, yahoo, feuerball und wie sie alle hießen zu blöd, da nicht nur langsam, sondern auch extrem unübersichtlich.

    7 Leserempfehlungen
    • clear7
    • 15.10.2012 um 13:23 Uhr

    Google ist der "Alles verschlingendene Tyranno Saurus Rex" im Web. Es gibt und gab nichts, das diesen Suchmaschinenkonzern aufhalten kann. Dank fast schon monatlicher Änderungen am Algorithmus kommt jeder, der mal weiter oben stehen will in den Genuss Adwords kaufen zu müssen. Die Margen des Search Engine Giganten schäumen förmlich über. Dazu kommt für Europa, dass Gooogle die volle Steuerlast an den Unternehmern hängen lässt - Stichwort Reverse Charge. Trotz aller "Tunings" am Algo waren die Suchergebnisse noch nie so mies wie jetzt, denn immer häufiger landet man auf Seiten, die überhaupt keinen Bezug mehr zur Suchanfrage haben. Scahde drum, aber der Gewinn steht offenbar auch bei Google über allem.

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    Es gibt und gab nichts, das diesen Suchmaschinenkonzern aufhalten kann.
    Das wird Larry Ellison aber anders sehen. Ebenso Steve Ballmer, Tim Cook, und sicher auch Larry Page und Sergey Brin höchstselbst.

    Dank fast schon monatlicher Änderungen am Algorithmus kommt jeder, der mal weiter oben stehen will in den Genuss Adwords kaufen zu müssen.
    Andersherum wird ein Schuh draus: ohne regelmässige Änderungen am Algorithmus besetzen die Maden der SEO-Industrie schneller als ohnehin bereits der Fall sämtliche Top-Ergebnisse, die dann in der Tat wenig mit der eigentlich Suchintention (Information vs. Konsum) zu tun haben.

    Die Margen des Search Engine Giganten schäumen förmlich über.
    Bei Finanzindustrie, Automobil, Pharma, Energie, Nahrumgsmitteln und Rüstung ist das nicht weniger der Fall. Die Welt ist schlecht - das hat mit Google aber noch am wenigstens zu tun.

    Trotz aller "Tunings" am Algo waren die Suchergebnisse noch nie so mies wie jetzt, denn immer häufiger landet man auf Seiten, die überhaupt keinen Bezug mehr zur Suchanfrage haben.
    Als Nutzer: es gibt noch andere Suchmaschinen. Wirklich.
    Als Inhalte-Anbieter: warum man meint, daß ausgerechnet die eigene Webseite und nicht irgendjemand anders bei einer bestimmten Kombination von Begriffen bei irgendeiner Suchmaschine ganz oben zu stehen hat - und das bei Hunderten von Milliarden von Webseiten - muss man nicht verstehen, oder?

    Es gibt und gab nichts, das diesen Suchmaschinenkonzern aufhalten kann.
    Das wird Larry Ellison aber anders sehen. Ebenso Steve Ballmer, Tim Cook, und sicher auch Larry Page und Sergey Brin höchstselbst.

    Dank fast schon monatlicher Änderungen am Algorithmus kommt jeder, der mal weiter oben stehen will in den Genuss Adwords kaufen zu müssen.
    Andersherum wird ein Schuh draus: ohne regelmässige Änderungen am Algorithmus besetzen die Maden der SEO-Industrie schneller als ohnehin bereits der Fall sämtliche Top-Ergebnisse, die dann in der Tat wenig mit der eigentlich Suchintention (Information vs. Konsum) zu tun haben.

    Die Margen des Search Engine Giganten schäumen förmlich über.
    Bei Finanzindustrie, Automobil, Pharma, Energie, Nahrumgsmitteln und Rüstung ist das nicht weniger der Fall. Die Welt ist schlecht - das hat mit Google aber noch am wenigstens zu tun.

    Trotz aller "Tunings" am Algo waren die Suchergebnisse noch nie so mies wie jetzt, denn immer häufiger landet man auf Seiten, die überhaupt keinen Bezug mehr zur Suchanfrage haben.
    Als Nutzer: es gibt noch andere Suchmaschinen. Wirklich.
    Als Inhalte-Anbieter: warum man meint, daß ausgerechnet die eigene Webseite und nicht irgendjemand anders bei einer bestimmten Kombination von Begriffen bei irgendeiner Suchmaschine ganz oben zu stehen hat - und das bei Hunderten von Milliarden von Webseiten - muss man nicht verstehen, oder?

  2. notgedrungen, weils die Standard-Suchseite war, die irgendein Programm voreingestellt hatte und ich mir dachte "hey - warum nicht? Vielleicht kann die ja auch mal etwas finden?"

    Nein, konnte sie nicht. Eine einfache Suche nach einer Fehlermeldung von Windows brachte Dinge zutage, die ich für tot gehalten hatte: Die "alten", belanglosen Suchergebnisse, die ich von damals, als noch Meta-Suchseiten wie Metacrawler, Metaspinner und Co. an der Tagesordnung waren, weil JEDE Suchmaschine andere Ergebnisse lieferte und meist keines so wirklich das war, was man eigentlich wollte.

    Warum ist es ein amerikanisches Prinzip, einfach mal drauflos zu klagen, wenn man seine eigenen Felle aufgrund eigener Unzulänglichkeiten wegschwimmen sieht, statt sich hinzusetzen und etwas zu bauen, was vergleichbar oder gar besser ist? Und nein, BING ist NICHT vergleichbar oder besser. Ganz im Gegenteil!

    2 Leserempfehlungen
  3. Es gibt und gab nichts, das diesen Suchmaschinenkonzern aufhalten kann.
    Das wird Larry Ellison aber anders sehen. Ebenso Steve Ballmer, Tim Cook, und sicher auch Larry Page und Sergey Brin höchstselbst.

    Dank fast schon monatlicher Änderungen am Algorithmus kommt jeder, der mal weiter oben stehen will in den Genuss Adwords kaufen zu müssen.
    Andersherum wird ein Schuh draus: ohne regelmässige Änderungen am Algorithmus besetzen die Maden der SEO-Industrie schneller als ohnehin bereits der Fall sämtliche Top-Ergebnisse, die dann in der Tat wenig mit der eigentlich Suchintention (Information vs. Konsum) zu tun haben.

    Die Margen des Search Engine Giganten schäumen förmlich über.
    Bei Finanzindustrie, Automobil, Pharma, Energie, Nahrumgsmitteln und Rüstung ist das nicht weniger der Fall. Die Welt ist schlecht - das hat mit Google aber noch am wenigstens zu tun.

    Trotz aller "Tunings" am Algo waren die Suchergebnisse noch nie so mies wie jetzt, denn immer häufiger landet man auf Seiten, die überhaupt keinen Bezug mehr zur Suchanfrage haben.
    Als Nutzer: es gibt noch andere Suchmaschinen. Wirklich.
    Als Inhalte-Anbieter: warum man meint, daß ausgerechnet die eigene Webseite und nicht irgendjemand anders bei einer bestimmten Kombination von Begriffen bei irgendeiner Suchmaschine ganz oben zu stehen hat - und das bei Hunderten von Milliarden von Webseiten - muss man nicht verstehen, oder?

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    • clear7
    • 15.10.2012 um 17:28 Uhr

    Larry Ellison hat sich beim Kauf von Sun bzgl. der Patente eben schwer verzettelt. Tut mir Leid für Oracle ; ) Wer sich ein bisschen in der Industrie auskennt, weiß: ordentliche Lobbyarbeit zahlt sich aus. Darüber hinaus sitzt Microsoft längsten auf einem gut funktionierenden Algorithmus. Der "Egodrive" ist offenbar zu gering mehr zu erreichen. Es passiert de facto zu wenig um die Suchmaschine an den Mann zu bringen. Mach mal eine Excel Liste und stell alle Features von Google denen von Bing gegenüber. Das sollte Microsoft auch grade noch zusammenbringen.

    • clear7
    • 15.10.2012 um 17:28 Uhr

    Larry Ellison hat sich beim Kauf von Sun bzgl. der Patente eben schwer verzettelt. Tut mir Leid für Oracle ; ) Wer sich ein bisschen in der Industrie auskennt, weiß: ordentliche Lobbyarbeit zahlt sich aus. Darüber hinaus sitzt Microsoft längsten auf einem gut funktionierenden Algorithmus. Der "Egodrive" ist offenbar zu gering mehr zu erreichen. Es passiert de facto zu wenig um die Suchmaschine an den Mann zu bringen. Mach mal eine Excel Liste und stell alle Features von Google denen von Bing gegenüber. Das sollte Microsoft auch grade noch zusammenbringen.

    • clear7
    • 15.10.2012 um 17:28 Uhr

    Larry Ellison hat sich beim Kauf von Sun bzgl. der Patente eben schwer verzettelt. Tut mir Leid für Oracle ; ) Wer sich ein bisschen in der Industrie auskennt, weiß: ordentliche Lobbyarbeit zahlt sich aus. Darüber hinaus sitzt Microsoft längsten auf einem gut funktionierenden Algorithmus. Der "Egodrive" ist offenbar zu gering mehr zu erreichen. Es passiert de facto zu wenig um die Suchmaschine an den Mann zu bringen. Mach mal eine Excel Liste und stell alle Features von Google denen von Bing gegenüber. Das sollte Microsoft auch grade noch zusammenbringen.

    Antwort auf "SEO-Schabe?"

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  • Quelle ZEIT ONLINe, dpa, Reuters
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  • Schlagworte USA | Google | EU-Kommission | Android | Bloomberg | Gerichtsverfahren
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