Telekommunikation: USA warnen vor chinesischen Unternehmen
Der US-Kongress stuft zwei chinesische IT-Unternehmen als gefährlich ein. Huawei und ZTE stünden unter dem Einfluss der KP Chinas und machten Geschäfte mit dem Iran.
© STR/AFP/GettyImages

Eine Mitarbeiterin an der Rezeption des Huawei-Sitzes im chinesischen Wuhan
Der Geheimdienstausschuss des US-Kongresses hat vor den chinesischen Telekommunikationkonzernen Huawei und ZTE gewarnt und sie als Sicherheitsrisiko bezeichnet. Den Unternehmen könne nicht getraut werden, da sie vermutlich unter dem Einfluss der Regierung in Peking stünden, heißt es in einem Entwurf eines Untersuchungsberichts des Ausschusses, der öffentlich geworden ist. China forderte die USA auf, Vorurteile aufzugeben.
Der Kongressausschuss hatte die Untersuchung eingeleitet, weil es Befürchtungen gab, die beiden chinesischen Firmen könnten spionieren oder Cyberattacken verüben. In dem Entwurf des Abschlussberichts heißt es: "China hat die Mittel, die Gelegenheiten und die Gründe, um Telekommunikationsunternehmen für bösartige Ziele einzusetzen."
Der Entwurf führt zahlreiche Vorwürfe gegen Huawei und ZTE auf, unter anderem geht es um illegale Subventionen, mutmaßliche Korruption und Bestechung, mögliche Geschäften mit dem Iran sowie Verbindungen mit dem chinesischen Militär und der Kommunistischen Partei. Huawei und ZTE könne nicht getraut werden, dass sie frei von staatlichem Einfluss seien, hieß es. Die Unternehmen stellten eine Sicherheitsbedrohung für die USA dar.
Unternehmen weisen Vorwürfe zurück
Der Ausschuss rief die Behörden auf, Unternehmenskäufe und Fusionen mit Beteiligung der Konzerne zu blockieren. Private Unternehmen müssten sich die Risiken von Geschäften mit Huawei und ZTE vor Augen halten. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Unternehmen dazu genutzt werden könnten, chinesische Schadsoftware als potenzielles Spionagewerkzeug im Ausland zu installieren.
Huawei und ZTE haben eine Beziehung zum chinesischen Staat immer zurückgewiesen. Huawei-Vizechef William Plummer sagte nun erneut, der Integrität und Unabhängigkeit seines Unternehmens werde in fast 150 Märkten getraut. ZTE war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der chinesische Außenamtssprecher Hong Lei sagte: "Wir hoffen, dass der US-Kongress Vorurteile beiseite schieben wird, die Fakten respektiert und Dinge unternimmt, die der US-chinesischen Wirtschaftszusammenarbeit nützen. Die Telekommunikationsunternehmen der Volksrepublik agierten in internationalen Kooperationen entsprechend der marktwirtschaftlichen Regeln.




"China hat die Mittel, die Gelegenheiten und die Gründe, um Telekommunikationsunternehmen für bösartige Ziele einzusetzen."
Hm. Trifft diese Aussage nicht auch auf die USA selbst zu?
Siehe Stuxnet
Siehe Stuxnet
Siehe Stuxnet
schon lange dafür genutzt Schadstoffsoftware zu installieren. Ist aber eher US-amerikanisch.
Man hat ja an Amazon, Paypal etc. gemerkt, dass die US-Unternehmen auch unter der Fuchtel der US-Regierung stehen, wenn es drauf ankommt. Siehe Wikileaks. Naja, um die eigene Wirtschaft vor Konkurrenz zu schützen, ist jedes Mittel recht; da ist Verunglimpfung und Panikmache ja noch harmlos.
Warum so weit reisen?
Andere chinesische Firmen haben in Europa und Deutschland Firmen gekauft und sie sind nicht anders. HYTERA z.B. war und ist seit Jahrzehnten Hoflieferant des iranischen Militärs für Funkkommunikationstechnik. Nun beliefern sie in Europa Polizei und Sicherheitsbehörden.
Die Definition des "Bösen" in China folgt also bei Weitem nicht den Ansichten der EU oder USA und schon gar nicht denen der Gutmenschen in Deutschland. "Befolgen markwirtschaftlicher Regeln" nennt das der Hong Lei. Sie "befolgen" nicht nur, sie gestalten die Regeln auch zunehmend selbst und nach ihrem Gusto.
So lange es keine Pflicht zur Hinterlegung und späteren Veröffentlichung des Quelltextes von (proprietärer) Software gibt, so lange kann jede Regierung der Welt Unterenehmen zwingen, Software-Fehler in ihre Produkte einzubauen, die dann als Angriffsvektoren für Industriespionage, Sabotage oder für den angeblichen Kampf gegen den Terrorismus oder gehen Kinderpornografie zu heldenhaften Erfolgen führen (um damit allgegenwärtige Überwachung plausibel erscheinen lassen ..).
Es wäre naiv, sich einen Grund aus den Fingern zu saugen, warum westliche Behörden anders als die chinesischen Behörden die Macht der Software NICHT für ihre Zwecke missbrauchen würden. Die Affaire um den Staatstrojaner zeigt doch, mit welcher törichten Unbedarftheit und mit welcher Brechstange auch westliche Behörden unsere Freiheit mit Füßen treten.
Aber so lange wir es Herstellern erlauben, nicht jeden Release ihrer Software im exakten Quellcode zu hinterlegen und nach einer Schonfrist offen zu publizieren (z.B. als Gegenleistung zur Gewährung von zeitlich beschränkten Vermarktungsmonopolen!), so lange können die auch selber Fehler einbauen und Firmen gründen, die die Nutzer damit abrippen, diese Fehler zu finden bzw. zu beseitigen. Dem Betrug ist doch bei proprietärer Software Tür und Tor geöffnet.
Insofern ist es sehr gut, dass die Amerikaner nun eine Vertrauenskrise zu chinesischen Produkten entwickeln: Nur so bekommen wir endlich Regeln, die Wettbewerb und Marktwirtschaft auch in der IT ermöglichen!
"vermutlich unter dem Einfluss der Regierung in Peking stünden"
Inzwischen bestehen Nachrichten aus Vermutungen. Gut, daß wenigstens darauf hingewiesen wird.
Hat Cisco solche Aktivitäten im Auftrag der US-Regirung in Deutschland laufen?
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