Sanierung: Lohnverzicht soll Praktiker-Baumärkte retten
Fünf Prozent Rabatt geben die Beschäftigten der Baumarkt-Kette Praktiker: Um ihrem verlustreichen Unternehmen zu helfen, opfern sie Weihnachtsgeld und Prämien.
©Bodo Marks/dpa

Maßband der Baumarktkette Praktiker
Die Beschäftigten der Baumarktkette Praktiker verzichten auf fünf Prozent ihres Jahreseinkommens, um die Sanierung des angeschlagenen Unternehmens zu unterstützen. Ein entsprechender Tarifvertrag sei mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossen worden, teilte die Praktiker AG mit. Geplant ist die Reduzierung des Weihnachtsgeldes sowie die Streichung tariflicher und betrieblicher Prämien. Die monatlichen Tarifgehälter sind nicht betroffen.
Dadurch sollen die Personalkosten von Praktiker in Deutschland von 2012 bis 2014 jährlich um 17,3 Millionen Euro gesenkt werden. Im Gegenzug gilt für die Dauer der Laufzeit des Vertrages eine weitgehende Standort- und Beschäftigungssicherung. Der neue Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, Armin Burger, lobte den "temporären Einkommensverzicht" der Beschäftigten als einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung.
Auf die Grundzüge des Sanierungstarifvertrags hatten sich das Unternehmen und ver.di im Juli geeinigt. Wegen der ungesicherten Finanzierung der Restrukturierung der 220 Praktiker-Märkte waren die Verhandlungen aber unterbrochen worden. Erst nachdem die Finanzierungsfrage, die zu Streit in Aktionärskreisen geführt hatte, geklärt war, konnten die Verhandlungen abgeschlossen werden.
Umflaggung auf Schwestermarke Max Bahr
Im dritten Quartal 2012 reduzierte sich der Umsatz von Praktiker gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um mehr als zehn Prozent auf 758 Millionen Euro. Als Quartalsergebnis vor Steuern wies der Konzern ähnlich wie im Vorjahr einen Verlust von etwa 32 Millionen Euro aus. Vorstandschef Burger hatte dies mit besonders schwierigen Rahmenbedingungen begründet. Unter anderem hätten die unklaren Zukunftsaussichten die Beziehungen zu Lieferanten und die Warenverfügbarkeit beeinträchtigt. Für die ersten neun Monate dieses Jahres stand ein Umsatzverlust von 6,5 Prozent zu Buche.
Praktiker war unter anderem wegen einer missglückten Rabatt-Strategie ("20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung") in die Verlustzone geraten. Das Unternehmen wechselte mehrfach den Vorstandschef aus, verlagerte die Konzernzentrale aus dem Saarland nach Hamburg und veränderte seine Strategie. Bis zu 120 Praktiker-Märkte sollen auf die erfolgreiche Schwestermarke Max Bahr umgeflaggt werden, die stärker auf Beratung als auf Preiskampf setzt und gegenwärtig an 85 Standorten vertreten ist. Sie soll zum Flaggschiff des Konzerns ausgebaut werden.




zu helfen!
Das lohnt sich...
ihren Fehler mit Gewalt verkauft hat muß die Belegschaft nun leiden. Insbesondere die Motivation der Verkaufsberater in den Baumärkten die sehr stark im Wettbewerb mit anderen Baumärkten stehen wird dadurch sicherlich nicht steigen und somit auch nicht die Möglichkeit einer wieder tariflich sauberen Gehaltsabrechnung.
Musste auch schon mal Lohnverzicht üben wegen verfehlter Strategie der Chefs und Leiter. Das wurde als flexibel gesehen und die Firma war dann dennoch pleite.
Nur dass in der Zeit, in der sich die Strategie als Fehler erwies und keinem was einfiel, keiner der Verantwortlichen selber auf Lohn oder gar Stelle verzichtet hätte. Da kann man doch das relativ friedliche Gehen z. B. der Fussballtrainer loben.
Es gibt zwar hohe Abfindungen aber deswegen geht kein Verein pleite, und wegen flacher Hierarchien gehts auch schnell.
Aber in Wirtschaftsunternehmen müssen halt die Kleinen die große Verantwortung tragen.
keine arbeitsplätze.
die zugesicherten standort- und beschäftigungssicherungszusagen sind meist das papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind.
das wundert allerdings nicht, denn sie wissen nicht was sie tun, die "lenker" der wirtschaft:
http://www.handelsblatt.c...
Natürlich befinden sich die Arbeitnehmer in einer Zwangslage, obwohl die Meisten sicher ohnehin nicht viel verdienen (ergo Lohnosten können nicht die Ursache für die Probleme sein), sollen sie noch verzichten.
Abgesehen von der moralischen Dimension (da die Bosse sich jetzt erst recht Bonis auschütten werden, da a) plötzlich 17 Millionen Euro mehr da sind und b) sie genau wissen das die Lage schlecht ist ) wird dies das Unternehmen nicht retten.
Natürlich befinden sich die Arbeitnehmer in einer Zwangslage, obwohl die Meisten sicher ohnehin nicht viel verdienen (ergo Lohnosten können nicht die Ursache für die Probleme sein), sollen sie noch verzichten.
Abgesehen von der moralischen Dimension (da die Bosse sich jetzt erst recht Bonis auschütten werden, da a) plötzlich 17 Millionen Euro mehr da sind und b) sie genau wissen das die Lage schlecht ist ) wird dies das Unternehmen nicht retten.
Und jetzt macht Praktiker zur Sanierung eine 25% Aktion?
Als Kapitalist muss man sich sofort fragen, wie viel Prozent die Arbeitnehmer für ihr Investment in so ein Unternehmen erhalten, inkl. Mitsprache-Recht bei Unternehmensentscheidungen..
Wenn ein Investor "rein geht", dann ist es selbstverständlich, dass er für eine vergleichbare "Finanzspritze" einen fetten Anteil vom Unternehmen inkl. der Mitsprache wenn nicht sogar Entscheidungsgewalt über Unternehmensentscheidungen (MA-Entlassungen, Standort-Verlagerungen/Abbau, Personalentscheidungen beim Mgmt., etc.) erhält.
Wenn aber Mitarbeiter Lohnverzicht üben sollen, dann soll das vollkommen Kapitalismus-widrig ohne jegliche Sicherheit geschehen - nur mit einer lauwarmen Hoffnung, dass es danach irgendwie besser würde.
In welchem Feudalismus wir denn, wenn Kapitalismus immer nur dann gilt, wenn die Leute mit den Deep Pockets auf den Plan treten, die dann ihre Investments mit hoher Verzinsung und Besitz am Unternehmen vertraglich absichern können. Wenn aber die Zeiten rauher sind, dann müssen die Arbeitnehmer ihre Arbeitskraft selbstverständlich an die Unternehmen verschenken - zur sameriterhaften Rettung der Unternehmens und ihrer selbst.
In rauheren Zeiten werden dann aus "abhängig Beschäftigten" plötzlich Investoren, die für ihr Investment aber bitte keine Macht einfordern dürfen - Harz-IV sei dank ..
Da wir hier im Kapitalismus leben, müssen Mitarbeiter Handfeste Gegenwerte für ihr Engagement erhalten, müssen Miteigentümer werden und entsprechend auf den Tisch hauen können!
und ich ein (schlechtes) Jobangebot von einem kleinen deutschen Startup bekam, fragten mich meine Freunde aus England, wieviele Anteile ich am Unternehmen erhalten würde. Ich war damals ganz verblüfft, aber das ist genau das Problem, was Sie hier beschreiben. Man darf zwar für wenig Geld viel arbeiten, und quasi in die Firma investieren, aber einen Stück vom Kuchen wird einem verwehrt.
und ich ein (schlechtes) Jobangebot von einem kleinen deutschen Startup bekam, fragten mich meine Freunde aus England, wieviele Anteile ich am Unternehmen erhalten würde. Ich war damals ganz verblüfft, aber das ist genau das Problem, was Sie hier beschreiben. Man darf zwar für wenig Geld viel arbeiten, und quasi in die Firma investieren, aber einen Stück vom Kuchen wird einem verwehrt.
propagiert hat, bleiben jetzt 5 Prozent, mit welchem die Mitarbeiter die Waren subventionieren. Also jetz 15 Prozent auf alles.
Das Problem vom Praktiker ist
1.tens, dass er auf Billigheimer macht, auch mit den ultrabrutalen Farben Gelb Blau, aber in Wirklichkleit sauteuer ist, nicht einmal die Schäppchen sind den angebotenen Preis wert und überteuert
2.tens eine vollkommen miese Beratung hat
und 3.tens mit Leidenschaft zum Baumarkt sehr wenig zu tun hat. Es ist eine Finanzjonglierfirma, die einzig und allein das Ziel hat, Geld zu machen, man würde auch Aktien an der Theke verkaufen, wenn es was bringen würde.
Das merken die Kunden natürlich und das die 20 Prozent auf alles jemals wirklich stattgefunden haben bezweifele ich. Außer bei den hauseigenen Verluste durch Fehlspekulationen.
Diese Aussage trifft insgesamt den Nagel auf den Kopf.
Miese Beratung: Meine persönlichen Erlebnisse in diesr Richtung lassen mich um diese Kette einen grossen Bogen
machen, mein Favorit der Branche ist ein Anbieter ohne jegliche Sonderangebote, dafür aber stimmig.
Diese Aussage trifft insgesamt den Nagel auf den Kopf.
Miese Beratung: Meine persönlichen Erlebnisse in diesr Richtung lassen mich um diese Kette einen grossen Bogen
machen, mein Favorit der Branche ist ein Anbieter ohne jegliche Sonderangebote, dafür aber stimmig.
zuerst wird die Pleite durch Lohnverzicht verschoben, wenn sie später eintritt, gibt es weniger Arbeitslosengeld. Gut für Inhaber und BA.
beschreiben sie sehr exakt die zu erwartenden folgen.
beschreiben sie sehr exakt die zu erwartenden folgen.
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