SolarenergieBosch verlässt Wüstenstromprojekt Desertec

Das Solarenergie-Projekt Desertec soll in Afrikas Wüsten Strom erzeugen. Allerdings verlieren deutsche Unternehmen das Interesse: Nach Siemens steigt auch Bosch aus. von afp und reuters

Das deutsche Unternehmen Bosch zieht sich aus dem Wüstenstromprojekt Desertec zurück. Die Verträge liefen Ende Dezember aus, sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Konzerns. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen eine weitere Mitgliedschaft nicht zu."

Die Desertec-Planungsfirma Dii bestätigte das Ende der Zusammenarbeit mit Bosch. "Wir bedauern den Schritt", sagte ein Sprecher. Der Initiative gehören derzeit 21 Gesellschafter und 36 Partner an. Die Zahl der assoziierten Unternehmen soll aber durch Neueintritte bis zum Jahreswechsel wieder leicht steigen .

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Bosch war bei Desertec über die Maschinenbau-Tochter Bosch Rexroth engagiert, die aber mit Problemen zu kämpfen hat. Tausende Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, berichtete die Financial Times Deutschland . Die Zusammenarbeit von Desertec mit Bosch Rexroth umfasste Technologieaustausch und Workshops mit Experten.

Bosch Rexroth ist ein Spezialist für Antriebe und Steuerungen, die für Industriemaschinen verwendet werden. Für Solarparks stellt das Unternehmen Unterbauten her, auf denen die Anlagen zur Sonne ausgerichtet werden. Zudem bietet es Elektronik für die Fertigung von Solaranlagen an.

Ehrgeiziges Infrastrukturprojekt

Erst vor Kurzem hatte Siemens seinen Ausstieg bei Desertec verkündet. Der Konzern gibt das Geschäft mit der Solarenergie ganz auf. Bei den erneuerbaren Energien will sich Siemens auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren.

Desertec wurde 2009 von europäischen und nordafrikanischen Ländern gegründet und gilt als eines der derzeit ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte der Welt. Bis 2050 sollen in den Wüsten Nordafrikas und im Nahen Osten Solarkraftwerke und große Windparks entstehen, um emissionsfrei Teile des örtlichen und auch des europäischen Stromverbrauchs zu decken. Ein erstes Kraftwerk ist in Marokko geplant.

Die Desertec Foundation ist eine globale Initiative und eine gemeinnützige Stiftung. An ihrem Planungskonsortium Dii sind unter anderem E.ON , RWE , die Deutsche Bank und der Versicherer Munich Re beteiligt.
 

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Leserkommentare
    • Chilly
    • 13. November 2012 11:29 Uhr

    Gefühl für ein großes Zukunftsprojekt. Der Zwang der Quartalszahlen zwingt zu kurzfristigen Erfolgszahlen, vermutlich hängen daran auch Boni etc. Das ist schade, denn gerade ein solches Projekt hätte die Chance geboten, verschiedene Fähigkeiten und natürliche Gegebenheiten zu einem Gesamtnutzen zu verbinden. Die Sonne Afrikas und europäischen Know-How hätten sich zu einem zukunftsträchtigen Vorteil gegenüber den USA oder auch China verbinden lassen. So werden diese wohl in die Bresche springen und wichtige Zukunftstechnologien werden wiedereinmal nicht in D angesiedelt.

    CHILLY

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    • TDU
    • 13. November 2012 13:33 Uhr

    Ist das ein Wunder?. Arzneien, Nahrungsmittel Auto und auch überhaupt Industrie, netweder aus Deustchland rausgemobbt oder nicht geschätzt.

    Ist das alles keine Zukunftstechnologie?. Vielleicht erfinden die weder die absolute Gesundheitspille noch das absolut umweltfreundliche Auto. Aber kleine Fortschritte in den Bereichen sind sicher auch wichtig oder? Bei den vielen Älteren die da sind.

    Von der Energie allein kann man auch nicht leben und rechnen muss es sich halt in der Wirtschaft, wenn Bürger nicht steuerlich aushilft.

    Nur einmal aktuell: Hauptstadtflughafen, Elbphilharmonie, S21 - Meine Begeisterung für Großprojekte ist eingeschränkt. Groß ist nicht gleich Vorteil. Worauf läuft denn auch Desertec hinaus? Zentrale Versorgung, Monopole, Überlandleitungen über Entfernungen von mehr als 4.000 km. Wir verfügen über die Technik der dezentralen Schaffung von Energie, ohne dass die so gewonnene Energie teurer ist als die, die wir kennen von Eon, RWE, Vattenfall, EnBW, Esso, BP, Shell, Gazprom. Vielleicht hilft für die Urteilsfindung auch einfach mal ein Blatt Papier, etwas Nachdenken und das Aufschreiben von Vor- und Nachteilen der vielen Prognosen.

  1. Wenn man den Ökotraum und die Ökosteuer herausrechnet, bekommt man den korrekten Preis für Energie. Damit und nur damit kann man die Wirtschaftlichkeit berechnen. Und wenn man das tut, verlässt man die Traumtänzerprojekte. Wie Bosch, Siemens, ...

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    Antwort auf "Wertfrei"
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    sich Ökosteuer, Ökotraumsteuer und zweistellige Garantierenditen für Öko-Investitionen in unrentablen deutschen Photovoltaik-Strom auf die Verbraucherpreise umlegen lassen, wird der Traum weitergeträumt.

    Für Bosch und Siemens ist es über die Zeitachse weit renabler, mit den vorhandenen Ressourcen in Projekte von kürzerer Dauer und weniger Risikobehaftung zu investieren.

  2. sich Ökosteuer, Ökotraumsteuer und zweistellige Garantierenditen für Öko-Investitionen in unrentablen deutschen Photovoltaik-Strom auf die Verbraucherpreise umlegen lassen, wird der Traum weitergeträumt.

    Für Bosch und Siemens ist es über die Zeitachse weit renabler, mit den vorhandenen Ressourcen in Projekte von kürzerer Dauer und weniger Risikobehaftung zu investieren.

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    • TDU
    • 13. November 2012 13:33 Uhr

    Ist das ein Wunder?. Arzneien, Nahrungsmittel Auto und auch überhaupt Industrie, netweder aus Deustchland rausgemobbt oder nicht geschätzt.

    Ist das alles keine Zukunftstechnologie?. Vielleicht erfinden die weder die absolute Gesundheitspille noch das absolut umweltfreundliche Auto. Aber kleine Fortschritte in den Bereichen sind sicher auch wichtig oder? Bei den vielen Älteren die da sind.

    Von der Energie allein kann man auch nicht leben und rechnen muss es sich halt in der Wirtschaft, wenn Bürger nicht steuerlich aushilft.

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  3. Nur einmal aktuell: Hauptstadtflughafen, Elbphilharmonie, S21 - Meine Begeisterung für Großprojekte ist eingeschränkt. Groß ist nicht gleich Vorteil. Worauf läuft denn auch Desertec hinaus? Zentrale Versorgung, Monopole, Überlandleitungen über Entfernungen von mehr als 4.000 km. Wir verfügen über die Technik der dezentralen Schaffung von Energie, ohne dass die so gewonnene Energie teurer ist als die, die wir kennen von Eon, RWE, Vattenfall, EnBW, Esso, BP, Shell, Gazprom. Vielleicht hilft für die Urteilsfindung auch einfach mal ein Blatt Papier, etwas Nachdenken und das Aufschreiben von Vor- und Nachteilen der vielen Prognosen.

  4. ... fehlt aus der "Redaktionsempfehlung". Es mag sein, dass beamtete Lehrer mit ihren hochsubventionierten Photovoltaikanlagen behagliche Wärme fürs Badezimmer produzieren, nur deren Restenergie reicht nicht für die Industrie, die den Wohlstand für alle produziert.

    Antwort auf "Vernünftigt"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, nf
  • Schlagworte Bosch AG | Siemens AG | RWE | Bosch AG | Deutsche Bank | E.on
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