Golf von Mexiko : BP akzeptiert Rekord-Milliardenstrafe wegen Ölpest

Der britische Ölkonzern hat sich mit den US-Behörden geeinigt: BP zahlt für die 2010 verursachte Ölpest im Golf von Mexiko die höchste Strafe der US-Geschichte.

Die Verhandlungen über die strafrechtlichen Folgen der Ölpest vom Frühjahr 2010 münden in eine Einigung: Der britische Ölkonzern BP zahlt wegen der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko eine Strafe von 4,5 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro). Das ist die höchste Strafzahlung der US-Geschichte.

Die Zahlungen sind laut BP über einen Zeitraum von sechs Jahren zu leisten. Doch auch mit der historischen Einigung ist das juristische Nachspiel der Ölpest von 2010 nicht beendet. Justizminister Eric Holder kündigte an, dass sich zwei hochrangige BP-Aufseher auf der Bohrinsel wegen fahrlässiger Tötung von elf Menschen verantworten müssen, die 2010 bei der Explosion ums Leben gekommen waren.

Durch die Explosion im April 2010 war ein Ölbohrloch am Meeresgrund undicht geworden. Wochenlang versuchte BP, ein Leck in 1.500 Metern Tiefe zu stopfen – ohne Erfolg. Erst von der Regierung beauftragte Techniker schafften es. Bis dahin liefen 4,9 Millionen Barrel (insgesamt 780 Millionen Liter) Öl ins Meer.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um zum interaktiven Rückblick der Katastrophe im Golf von Mexiko zu gelangen © ZEIT ONLINE

An mehr als 1.000 Kilometern Küste in den US-Bundesstaaten Louisiana , Mississippi , Alabama und Florida setzte sich Öl ab. Es verklebte die Federn von Vögeln, erstickte Fische. Hunderttausende Meeressäuger, Pelikane und Schildkröten starben. Die Tourismusbranche und Fischer aus der Region erlitten schwere finanzielle Einbußen.

Schon 14 Milliarden für Reparaturen

Fischer und Anwohner des Katastrophengebiets sorgen sich bis heute um Spätschäden infolge des Öls und der knapp sieben Millionen Liter chemischer Öl-Bekämpfungsmittel.

14 Milliarden Dollar musste BP bereits an Reparatur- und Reinigungskosten zahlen, etwa für das Stopfen des Lecks auf dem Grund des Golfs. Neun Milliarden Dollar erhielten private Kläger. Auf die Zahlung weiterer 7,8 Milliarden Dollar hatte sich das Unternehmen mit Vertretern Tausender Kläger geeinigt . Diese Summe ist noch nicht ausgezahlt und bedarf noch der gerichtlichen Bestätigung.

Unklar sind auch noch die gegenseitigen Forderungen, die BP und Transocean gegeneinander erheben. Transocean war der Eigner und Betreiber der gesunkenen Ölplattform.

BP stellt auch selbst Forderungen : etwa an den Konzern Halliburton , der an dem Bohrloch Arbeiten mit Zement ausführte und damit eine verheerende Explosion auslöste. Auch die Firma Cameron International in Houston , Texas , soll zahlen. Sie hatte den Blowout Preventer hergestellt, der im Fall eines Unglücks das Bohrloch abriegeln und den Ausfluss von Öl verhindern soll.

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Konzernjahresüberschuss...

Angesichts der Tatsache, dass BP im Jahr 2011 sportliche 26 Mrd. USD verdient hat und im Jahr 2009 immerhin 16 Mrd. USD, lässt sich der Verlust in Höhe von 3,3 Mrd. USD in 2010 sicherlich verkraften.

Wahrscheinlich enthält das negative Ergebnis von 2010 bereits eine Rückstellung für den Deepwater Horizon Unfall.
Das Geschäftsmodell von BP wird durch diese Bußgeldzahlung nicht in Frage gestellt.

Allerdings ist davon auszugehen, dass diese außerordentliche finanzielle Belastung einen starken Anreiz für eine Verbesserung des Sicherheitsmanagement darstellen wird.

Das war ja nicht alles.

Weiter unten im Artikel sind die schon geleisteten Zahlungen und noch strittigen Beträge aufgezählt, die sich zusammen mit der jetzt ausgesprochenen Strafe auf rund 35 Milliarden USD summieren.
Das tut auch einem Mineralölriesen weh - es bleibt zu hoffen, dass das Lehrgeld gut angelegt wird.

Wann immer Kaufleute Entscheidungen treffen oder beeinflussen, deren Folgen eigentlich nur von Technikern oder Wissenschaftlern überblickt werden können, wird so ein Ergebnis wahrscheinlich bleiben.