NachrichtenagenturEin Drittel der dapd-Mitarbeiter soll gehen

Vor allem die Führungsebene dürfte verkleinert werden, damit die Nachrichtenagentur rentabel arbeiten kann. Etwa 100 Mitarbeiter verlieren voraussichtlich ihren Job. von afp

Die zahlungsunfähige deutsche Nachrichtenagentur dapd soll etwa ein Drittel der Mitarbeiter entlassen. Dies gab der Insolvenz-Geschäftsführer Wolf von der Fecht den bislang etwa 300 Beschäftigten bekannt.

Das Restrukturierungskonzept des Insolvenzverwalters für die acht dapd-Gesellschaften wurde den Angaben zufolge bereits am Freitag vom Gläubigerausschuss gebilligt. Es sieht vor, dass die Nachrichtenagentur sämtliche Dienste fortführt.

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Ein signifikanter Teil der Einsparungen werde "auf eine Verschlankung der Führungsebenen entfallen", hieß es. Gleichzeitig würden interne Prozesse effizienter gestaltet. Ihre Dienste werde die Agentur noch stärker den "Anforderungen der digitalisierten Nachrichtenwelt anpassen".

Sport- und Videodienst gefährdet

Mit den Umstrukturierungen will es dapd schaffen, "aus eigener Kraft ihr Geschäft kostendeckend fortführen zu können". Mit den dapd-Arbeitnehmervertretern sollten Gespräche über einen Interessenausgleich und die Erstellung eines Sozialplans aufgenommen werden.

Von der Fecht zufolge gilt ein besonderes Augenmerk den Unternehmensbereichen Sportberichterstattung und Videodienst. "Bei Letzterem hängt die Entwicklung unter anderem von möglichen Investorenlösungen ab", sagte er laut Mediendienst Kress . "Die Sportberichterstattung werden wir auf jeden Fall weiter anbieten, allerdings nicht mehr in dem Umfang wie bisher."

Deutschland umkämpfter Markt für Agenturen

Anfang Oktober hatte dapd teilweise Insolvenz bei einem Berliner Amtsgericht angemeldet. Die Nachrichtenagentur war im Sommer 2010 entstanden. Die beiden Finanzinvestoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, Besitzer der Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp), hatten im Dezember 2009 den deutschsprachigen Dienst der US-Agentur Associated Press ( AP ) aufgekauft und beide Gesellschaften zur dapd fusioniert.

Deutschland gilt als einer der weltweit am härtesten umkämpften Märkte für Nachrichtenagenturen. Neben dem Marktführer dpa und der dapd konkurrieren hierzulande noch die britische Agentur Reuters, die deutsche Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP , die zur AFP-Gruppe gehörende Sportagentur SID, die kirchlichen Agenturen epd und KNA sowie Spezialdienste für Wirtschaftsnachrichten um Kunden aus dem Medienbereich.
 

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Leserkommentare
    • TddK
    • 13. November 2012 13:14 Uhr

    Ein herber Verlust für die Deutsche Copy & Paste Presse!

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, zz
  • Schlagworte Nachrichtenagentur | AFP | Agentur | Insolvenz | Sozialplan | Umstrukturierung
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