FinanzaufsichtDeutsche Bank gilt als Top-Gefahr für das Finanzsystem

Internationale Finanzaufseher warnen: Nur drei andere Institute gefährden das weltweite Finanzsystem stärker als die Deutsche Bank. Es müsse mehr Eigenkapital her. von reuters und

Die Deutsche Bank in London

Die Deutsche Bank in London  |  © Dan Kitwood/Getty Images

Die Deutsche Bank gehört nach Einschätzung internationaler Branchenaufseher zu den für das weltweite Finanzsystem gefährlichsten Instituten. Nur drei andere Banken gefährden die Stabilität des Marktes noch stärker als der in Frankfurt ansässige Konzern.

Das geht aus der aktualisierten Liste der systemrelevanten Banken hervor, die der Finanzstabilitätsrat (FSB) in Basel veröffentlichte. Die Liste entstand im Auftrag der G20-Staaten.

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Um die Gefahr abzuwenden, müsste die Deutsche Bank von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen. So käme sie 2019 auf eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen. Zurzeit schafft sie weniger als sieben Prozent.

20 Banken global systemrelevant

Mit solchen Auflagen wollen die Aufseher verhindern, dass die größten Banken in einer Krise zusammenbrechen und auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen, damit das Finanzsystem nicht durch eine Kreditklemme oder andere Auswirkungen kollabiert.

In die gleiche, höchst gefährliche Kategorie wurden die US-Institute Citigroup und JPMorgan Chase sowie die britische HSBC eingestuft – vier Institute, die Investmentbanking und Privatkundengeschäft zugleich betreiben.

Insgesamt stuft der FSB 28 Banken als global systemrelevant ein, eine weniger als vor einem Jahr. Zwei sind neu in der Liste – die spanische BBVA und die britische Standard Chartered.

Nicht mehr dazu zählt neben der britischen Lloyds Bank und der zerschlagenen belgisch-französischen Dexia die Commerzbank , die ihre Bilanzsumme und die Risiken stark reduziert hat . Sie gilt aber als "national systemrelevant" und dürfte deshalb von den deutschen und europäischen Aufsehern mit härteren Auflagen bedacht werden.

Verschiedene Gruppen der Systemrelevanz

Als Lehre aus der Finanzkrise müssen alle Großbanken in den kommenden Jahren ein Kapitalpolster von sieben Prozent ihrer Bilanzrisiken aufbauen, von den systemrelevanten Banken noch mehr. Der FSB veröffentlichte erstmals den Stand der Dinge, um die Banken zur Reduktion ihrer Risiken zu drängen. Die Liste soll auch Thema beim G-20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs am Sonntag und Montag in Mexiko-Stadt sein.

Grundlage der Systemrelevanz sind Kriterien wie Größe und Vernetzung im internationalen Finanzsystem. Danach teilen die Aufseher die Banken in vier Gruppen ein, die unterschiedlich hohe Kapitalpolster vorhalten müssen. Barclays und BNP Paribas rangieren in der zweithöchsten Kategorie, in die Finanzkreisen zufolge vor einem Jahr auch noch die Deutsche Bank einsortiert worden war.

Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs müssen nur 1,5 Prozent mehr Kapital aufbringen. Das gilt auch für die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse , die aber schon jetzt höhere Kapitalforderungen der Schweizer Finanzmarktaufsicht erfüllen müssen. Die HypoVereinsbank-Mutter Unicredit liegt auf den hinteren Rängen (ein Prozent).

Sanierungspläne einfordern

Die Liste wird bis 2014 aktualisiert, die aktuelle Rangfolge basiert auf Daten von Ende 2011.

Doch die schärfere Regulierung von Großbanken beschränkt sich nicht auf mehr Kapital. Sie müssen auch ein "Testament" vorlegen, nach dem sie nach einem Zusammenbruch – möglichst unschädlich für das Finanzsystem – aufgespalten und notfalls zum Teil abgewickelt werden können. Denn bisher konnten sich Banken darauf verlassen, im Falle existenzbedrohender wirtschaftlicher Probleme auf Kosten des Steuerzahlers aufgefangen zu werden. Der Grund: Sie sind zu wichtig für die Wirtschaft des Landes (" too big to fail "). Doch in der Praxis schafft das Probleme – nicht zuletzt, weil die meisten Banken aus einer Vielzahl von Landesgesellschaften bestehen, die unterschiedlichen Aufsehern unterstehen.

Als eines der ersten Länder wird Deutschland von seinen größten Banken Sanierungs- und Abwicklungspläne einfordern. Die Finanzaufsicht BaFin will ihre konkreten Erwartungen dazu veröffentlichen. Der Kreis der "national systemrelevanten" Banken ist aber deutlich größer: Bis zu ein Dutzend Institute könnten in diese Kategorie eingestuft werden, darunter auch die großen Landesbanken.

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Leserkommentare
    • Raistal
    • 02. November 2012 15:39 Uhr

    und Politik sorgsam gepflegt: Bereits am 16. Februar 2003 trafen sich bei Bundeskanzler Gerhard Schröder, Finanzminister Hans Eichel und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement die Herren Josef Ackermann (Deutsche Bank), Bernd Fahrholz (Dresdner Bank), Dieter Rampl (HypoVereinsbank), Jürgen Sengera (WestLB), Ulrich Brixner (DZ Bank) und Henning Schulte-Noelle ( Allianz) (Handelsblatt vom 24.02.2003). Nach Informationen des Handelsblatts schlug der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, in der hochrangigen Runde die Gründung einer Auffanggesellschaft vor, die Kredite Not leidender Banken bündeln, als Wertpapier verpacken und wieder verkaufen sollte. Zur Entlastung sollte der Staat für die Risiken einstehen und eine Garantie abgeben, hieß es weiter. Der Kanzlerkandidat Herr Steinbrück, erst Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, dann Ministerpräsident dieses Landes war zu dieser Zeit „Hauptgesellschafter“ der WestLB. Er dürfte also auch von den Gesprächsinhalten des Berliner Meetings vom 16. Februar 2003 Kenntnis gehabt haben.
    Was ist seither passiert?

    3 Leserempfehlungen
  1. .
    "... müssen auch ein "Testament" vorlegen, nach dem sie nach einem Zusammenbruch – möglichst unschädlich für das Finanzsystem – aufgespalten und notfalls zum Teil abgewickelt werden können ..."

    Sie sollten VOR dem Zusammenbruch in den systemrelevanten Geschaftsbankenanteil mit nennenswerter Kapitaldeckung (9.5 ist zu wenig) und einen NICHT systemrelevanten Casinoteil aufgespalten werden, die komplett voneinander getrennt bleiben müssen.

    Den systemrelevanten Geschäftsbankenanteil kann man dann weiter zerschlagen bis eine Grösse der Einzelteile erreicht ist, die bei Missmanagement oder gar Zusammenbruch für die umstehenden Banken resp. "den Markt" verkraftbar bleiben.

    Der Casinobereich darf sich, ordentlich besteuert und innerhalb enger regulierender Zäune aus Transparenzpflichten und Spekulationsverboten (für wichtige Rohstoffe und natürlich Lebensmittel beispielsweise) selbst zerstören wie er mag.

    2 Leserempfehlungen
  2. Hätten die USA nicht den Versicherungskonzern AIG gerettet, wäre die Deutsche Bank kollabiert laut diesem Bericht:

    http://videos.arte.tv/de/...

    Soviel zum Thema Ackermann und er würde sich schämen hätte seine Bank Staatliche Hilfe bekommen. Ackermann hat schamlos gelogen. Ebenso wird kommt das geld zur Rettung der irische Banken den deutschen Gläubigern zu Gute, darunter auch deutsche Banken.

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  3. Wer brauch diese Riesenbank... Niemand.

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    • DDave
    • 02. November 2012 13:23 Uhr

    Diese Banken bringen in einem Konsortium Firmen an die Börse.
    Ausserdem für Unternehmen und insbesondere Geschäftsreisende sind international vernetzte Banken wichtig, weil man z.B. als Kunde der Deutschen Bank bei den Bankautomaten der Bank of America in den USA kostenlos Geld vom Konto abheben kann.

    Die Sache der Systemrelevanz, eine einzelne Bank ist nicht wichtig, solange es genügend andere Marktteilnehmer gibt, die deren Aufgaben übernehmen.

    Man sollte die Eigenkapitalquote einfach proportional zur Systemrelevanz laufen lassen. Wenn eine Bank global systemrelevant ist müssen einfach 50% an Eigenkapital vorgehalten werden. Dadurch wird auch das Geschäft der Kleinbanken sehr viel interessanter(verdienstvoller).

    „Es gibt wahrscheinlich keinen größeren Humbug in der Welt als das sogenannte Finanzwesen. Die einfachsten Operationen, die Budget und Staatsschuld betreffen, werden von den Jüngern dieser ‚Geheimwissenschaft’ mit den abstrusesten Ausdrücken bezeichnet; hinter dieser Terminologie verstecken sich die trivialen Manöver der Schaffung verschiedener Bezeichnungen von Wertpapieren – die Umwechselung alter Papiere gegen neue, die Herabsetzung des Zinses und die Erhöhung des nominellen Kapitals die Erhöhung des Zinses und die Herabsetzung des Kapitals, die Einführung von Prämien, Bonussen und Prioritätsaktien, die Unterscheidung zwischen amortisierbaren und nicht amortisierbaren Annuitäten, die künstliche Abstufung der Übertragungsmöglichkeiten der verschiedenen Papiere in einer Weise, daß das Publikum von dieser abscheulichen Börsenscholastik ganz verwirrt ist und sich in der Mannigfaltigkeit der Details ganz verliert. Den Wucherern aber bietet jede derartige neue Finanzoperation eine gierig erwartete Gelegenheit, ihre unheilvolle und räuberische Tätigkeit zu entfalten.“
    MEW 9, „Die neue Finanzgaukelei oder Gladstone und die Pennies“
    http://www.mlwerke.de/me/...

    • Mike M.
    • 02. November 2012 14:28 Uhr

    ...international relevante Bank hätte. Schon unglaublich, wann die Leute hier posten.

    • Psy03
    • 02. November 2012 17:49 Uhr

    Zocker die das Geld anderer veruntreut haben bzw. veruntreuen.

    Wer noch weitere Übersetzungen braucht, findest sie hier:

    http://www.pidde45.de/ind...

    Dreist finde ich auch immer diese Lügen von wegen Kreditklemme usw. wenn man diese Banken "sterben" lässt etc.

    Ich hätte mal eine wirklich interessante Frage an die Redaktion zum recherchieren:
    Was passiert eigentlich, wenn z.B. Griechenland irgendwann mal seine Schulden (oder einen Teil davon) an die Banken zurück zahlt?
    Bekommt der Staat dann auch die Rettungssummen wieder?
    Wäre ja ansonsten..., ja wie soll ichs nennen... Betrug?!?
    Und was ist eigentlich mit den Zinsgewinnen?

    Ich würde auch meinen Nachbarn 1000€ mit 12% Zinsen leihen, die der dann einfach versäuft oder so (mir ja egal). Denn immer wieder einem Land Geld geben, was nicht zurück geben kann, ist im Prinzip nichts anderes.
    Dafür möchte ich bitte one Prozente sofort 1000€ vom Staat, ich gebe natürlich nichts wieder zurück, sowohl mein Nachbar wie auch Ich sind Systemrelevant.

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  5. , der mit grosser Klappe immer vorweg allen die (seiner Meinung nach) besten Ratschläge gab. Nun ist er weg und langsam kommt ans Tageslicht wie seriös und stabil dieses Institut ist.

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    kam mir auch - nach seinem Weggang kommen jetzt alle die kleinen 'Sünden' ans Licht, die er hinterlassen hat; das ist nicht nur der Status der Bank mit zu wenig Eigenkapital, das sind auch die Prozesse, die weltweit gegen die DB geführt werden und das sind die Geldstrafen, die jetzt gezahlt werden müssen. Von diesen hört und sieht man allerdings nur wenig - die Deutsche Bank zahlt lieber, als sich der Öffentlichkeit auszusetzen.
    Im Nachhinein betrachtet hat Herr Ackermann also nicht nur Erfolge verbucht, sondern auch ne Menge Mist gebaut - dafür ist er allerdings fürstlich entlohnt worden.

  6. Fakt ist, dass die Deutsche Bank im Gegensatz zu vielen staatlichen und halbstaatlichen Banken die Finanzkrise erfolgreich überstanden hat.

    Ich bin kein Freund der Banken, aber sehr dafür, dass man die Dinge korrekt darstellt.

    Die größte Gefahr geht von Verflechtungen der Politik mit Banken aus, wo dann "Systemrelevanz" behauptet wird, wo sich die Politik auf Kosten der Allgemeinheit aber nur selbst rettet. Und zwar nicht nur mit anschließenden "Vortragshonoraren". Siehe "Rettung" der Gläubiger des Staatsfinanzierers HRE mit über 100 Milliarden.

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    Die Grundfrage, die aus dem Bericht entsteht, besonders angesichts allen anderen wichtigen Prozessen als Ergebnis des ganzen finanzpolitischen Globalsystems lautet, wer wen und wie kontrolliert?

    Es ist vor allem eine Frage der Macht und ihrer demokratischen Kontrolle, darüberhinaus eine Frage der unterschiedlichen Linien und Ebenen der Umverteilung, die durch das ganze Bankensystem und seinen unterschiedlichen Ebenen und Verbindungen laufen. Damit ist es eine Frage der realen Kontrolle der gewaltigen politischen Prozessen die im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Sicherung der Machposition des Bankensektors, insbesondere der Art der Ausübung der Macht auf die Regierungen und demokratisch gewählte Volksvertreter aus dem Bankensystem hervorgehen, damit die reale gesamte Wirtschaft, das Leben jedes einzelnen Menschen langfristig beeinflussen.

    Wer trägt die Garantie für die Stabilität des ganzen Bankensystems?

    Wer trägt die Verantwortung in der Zukunft für die Erfüllung der Verpflichtungen die aus dem Bankensystem und Politik kommen werden?

    Die Politik oder die Banken, insbesondere die Großbanken (too big to fail)?

    Keiner von beiden, sondern die Bürger tragen die Folgen der Ausrichtung und Auswirkungen, Fehlschlägen und Konstruktionsfehler des gegenwärtigen Systems. Sie, die Bürger werden als Geiseln für die eventuelle Unantastbarkeit der Machtposition des Bankensystems und des politischen Systems in die Haftung genommen.

    Die Verursacher tragen die Folgen.

    Nur hat Politik mit der Behauptung "Systemrelevanz" grundsätzliche marktwirtschaftliche Prinzipien ausgehebelt.

    Die übermittelte Erklärung Ackermanns war: "Wenn ich Staatshilfe annehmen würde, müsste ich mich schämen" - auch dafür wurde er in Deutschland gehasst:

    http://www.ftd.de/unterne...

    Hätten die USA nicht den Versicherungskonzern AIG gerettet, wäre die Deutsche Bank kollabiert laut diesem Bericht:

    http://videos.arte.tv/de/...

    Soviel zum Thema Ackermann und er würde sich schämen hätte seine Bank Staatliche Hilfe bekommen. Ackermann hat schamlos gelogen. Ebenso wird kommt das geld zur Rettung der irische Banken den deutschen Gläubigern zu Gute, darunter auch deutsche Banken.

    ...und der Kanzlerin "gerettet" worden, auf unser aller Kosten, in nächtlichen Telefonkonferenzen mit der Kanzlerin und anschließendem Schnitzelessen zu ihrem Geburtstag, die Bude hatte sich mit Depfa,- IKB-und HRE-Papieren verspekuliert

  7. die Deutsche Bank hätte schon zu Zeiten von Gerhard Schröder zerschlagen werden müssen. Evtl. noch früher, da war aber Kohl mit Kirch befreundet und der wiederum mit der Deutschen Bank. Der Streit zwischen Kirch und DB kam ja erst später.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, tst
  • Schlagworte Bank | Deutsche Bank | Commerzbank | Goldman Sachs | BaFin | Credit Suisse
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