Kartell-Ermittlungen E.on muss 38 Millionen für Siegelbruch zahlen

EU-Ermittler hatten 2006 E.on-Büros durchsucht und Beweismittel in einem versiegelten Raum eingeschlossen. Weil das Siegel gebrochen wurde, muss der Konzern Strafe zahlen.

Die Hauptverwaltung von E.on in München (Archiv)

Die Hauptverwaltung von E.on in München (Archiv)

Der Energieversorger E.on muss 38 Millionen Euro Strafe zahlen, weil er Kartell-Ermittlungen der EU-Kommission gestört hat. Das entschied der Europäische Gerichtshof (Rechtssache C-89/11 P). Die Richter wiesen eine Klage des Unternehmens gegen die Geldbuße zurück.

Die Brüsseler Kartell-Ermittler hatten im Mai 2006 die E.on-Niederlassung in München durchsucht, weil das Unternehmen im Verdacht stand, sich widerrechtlich mit Konkurrenten abgesprochen zu haben. Dabei lagerten die Ermittler Akten als mögliches Beweismaterial in einem Raum des Unternehmens und verschlossen diesen mit Siegeln. Am nächsten Tag waren die Siegel gebrochen. Deswegen hatte die EU-Kommission 2008 die Geldbuße verhängt, gegen die E.on anschließend Klage einlegte.

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Der Betrag entspreche 0,14 Prozent des Konzern-Jahresumsatzes und sei damit nicht überhöht, entschied der EuGH. Laut Urteil beging die Vorinstanz bei der Bemessung der Geldbuße keinen Rechtsfehler, weil ein Siegelbruch "besonders schwerwiegend" sei.

 
Leser-Kommentare
  1. Beim nächsten mal wird es dann ein Mauerdurchbruch auf der Rückseite des Raumes sein. Völlig unbeabsichtigt natürlich.
    Bei solchen Dingen fühlt man sich immer veräppelt.

    Eine Leser-Empfehlung
    • Hokan
    • 22.11.2012 um 14:16 Uhr

    Gibts nicht nur im Fußball und gilt als cleveres Standardmittel. Fur E.on wird es sich auf Heller und Pfennig auszahlen. Die Naivität der Brüsseler Ermittler scheint grenzenlos und könnte mit einigem Recht als Beihilfe gewertet werden.

  2. ... zumindest, dass die Strafe dafür nicht 0.14 Prozent Ihres Jahreseinkommens betragen wird.

  3. Interessanter noch als diese Strafe ist doch die Frage, wie die EU in der Hauptsache ihrer Prüfung entschieden hat. Anlass der Untersuchung war doch wohl der Verdacht, dass EON die Preise an der Leipziger Strombörse manipuliert hat.
    Leider hat man bisher dazu noch nichts gehört. Es wäre wohl des Schweißes der Edlen wert, hierüber öffentlich Aufklärung zu erlangen.

    • iboo
    • 23.11.2012 um 11:03 Uhr

    - wenn so was nur mit Peanuts-Strafen belegt wird.

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