Der Chef der Microsoft-Sparte Windows, Steven Sinofsky, hat den Software-Konzern verlassen. Seine Nachfolgerin wird Julie Larson-Green, teilte Microsoft mit. Weder Sinofsky noch Microsoft-Chef Steve Ballmer gaben einen Grund für das Ausscheiden an. Die Entscheidung sei in beiderseitigem Einvernehmen getroffen worden, hieß es lediglich.

Der 47-jährige Sinofsky war der Chefentwickler des neuen Betriebssystems Windows 8 und hatte dort grundlegende Erneuerungen durchgesetzt. Er wurde auch immer wieder als Anwärter auf den Chefposten bei Microsoft gehandelt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge gab es allerdings Probleme in seinem Verhältnis zu anderen Managern, darunter auch Konzernchef Ballmer . Wie heise mit Verweis auf US-Medien berichtet, soll Sinofsky sogar seinen Anspruch auf die Nachfolge Ballmers angemeldet haben. Er habe damit gedroht, Microsoft zu verlassen, falls er nach dem Verkaufsbeginn von Windows 8 nicht zum designierten Firmenchef ernannt werde.

Dieser Darstellung soll Sinofsky allerdings in einer Mitteilung an die Mitarbeiter widersprochen haben. Seine Entscheidung habe private Gründe.

Zwei Frauen folgen nach

Sinofkys Geschäftsbereich soll nun aufgeteilt werden: Die für Finanzen und Marketing zuständige Tami Reller übernimmt die geschäftliche Seite von Windows, während Software und Hardware in der Hand von Larson-Green liegen. Larson-Green ist seit 1993 bei Microsoft und hat das Design des Browsers Internet Explorer und der Office-Programme mitgeprägt. Die Software-Entwicklerin ist auch für das neue Kachel-Design von Windows 8 verantwortlich.

Microsoft hatte das neue Betriebssystem erst vor zwei Wochen auf den Markt gebracht. Windows 8 sollte für Microsoft zum Neuanfang werden: Mit dem System will das Unternehmen gegen seine Schwäche im mobilen Bereich kämpfen, den bislang Apple mit seinen iPhones und iPad-Tablets dominiert. Unter Sinofskys Regie brachte Microsoft Ende Oktober auch das erste eigene Tablet Surface auf den Markt.

Sinofsky, der 23 Jahre bei Microsoft war, hatte die Führung des Windows-Bereich im Jahr 2006 übernommen. Er konnte nach der viel kritisierten Version Windows Vista den erfolgreicheren Nachfolger Windows 7 präsentieren, mit Windows 8 wollte er einen großen Erfolg landen.