Die russische Regierung will der Übernahme des russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP durch den staatlichen Ölriesen Rosneft vorerst nicht zustimmen. Es fehlten noch Angaben zu den "wichtigsten Parametern des Geschäfts", darunter der Preis des Kaufs, zitierte die Zeitung Iswestija aus einem Brief des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung an Regierungschef Dmitri Medwedew.

Die Unterlagen müssten vervollständigt werden. Dem Ministerium fehlten noch Details zur Einigung mit den russischen Oligarchen, die 50 Prozent von TNK-BP halten. Rosneft habe nicht deutlich gemacht, wie der Kauf dieser Unternehmensanteile finanziert werden solle.

Den anderen Teil an TNK-BP kauft der Ölriese dem britischen Mineralölkonzern BP ab. Das Geschäft soll insgesamt einen Wert von rund 55 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) haben. Mit der Übernahme würde Rosneft zum größten börsennotierten Ölkonzern der Welt aufsteigen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sich persönlich für das Zustandekommen eingesetzt. Er strebt eine Rückverstaatlichung der Ölindustrie in Russland an. Gleichzeitig ist Rosneft-Chef Igor Setschin ein langjähriger und einflussreicher Vertrauter Putins, der zu dessen Zeit als Regierungschef einer seiner Stellvertreter war. Der Einfluss des Staates auf die Ölproduktion im Land wird sich mit der Übernahme folglich deutlich verstärken.