Die Staatsanwaltschaft Bochum hat wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bundesweit Räume von Kunden der Schweizer Großbank UBS durchkämmen lassen. Die "erste bundesweit angelegte Durchsuchung" laufe, sagte der Bochumer Oberstaatsanwalt Norbert Salamon. Betroffen seien mehrere Hundert inländische Kunden der UBS.

Seinen Angaben nach rückten mehrere Staatsanwälte sowie etwa 50 Steuerfahnder an. Weitere Aktionen könnten folgen, sagte er.

Die Anklagebehörde hatte bereits Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem sie von der Steuerbehörde in Nordrhein-Westfalen gekaufte Steuerdaten ausgewertet hatte. Insgesamt hatten sie Daten von 7.000 deutschen Anlegern auf dem Tisch. NRW hatte auch CD mit Daten von Kunden der Banken Julius Bär und Credit Suisse gekauft.

Streit um Steuerdaten

Laut dem Finanzministerium in Düsseldorf hat die Landesregierung seit 2010 insgesamt sechs CD aus der Schweiz mit den Daten mutmaßlicher deutscher Steuerhinterzieher gekauft. Bereits jetzt hätten der Bund und die Länder dadurch aber Steuern von drei Milliarden Euro eingenommen, 2,5 Milliarden Euro durch Selbstanzeigen von Steuersündern.

Die Bundesregierung sieht den Ankauf der illegal abgegriffenen Steuerdaten skeptisch. Sie schloss daher mit der Schweiz ein Abkommen, um Steuerbetrug künftig zu verhindern. Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf stellt sich jedoch gegen den von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) ausgehandelten Vertrag.

Er ist noch nicht wirksam, da er der Bestätigung durch das Parlament bedarf. Im Deutschen Bundesrat aber gibt es derzeit dafür keine Mehrheit.

Stellenabbau in fünfstelliger Höhe

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt ebenso gegen Verantwortliche der UBS . Sie sollen Kunden geholfen haben, Geld an der Steuer vorbei ins Ausland zu bringen.

Die Bank ist darüber hinaus in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Vor Kurzem wurde bekannt, dass die Führung 10.000 Stellen abbauen will.