Amoklauf Newtown : Investor Cerberus trennt sich von Waffenkonzern

Finanzinvestor Cerberus stößt nach dem Amoklauf von Newtown den Waffenhersteller Bushmaster ab. Der hatte eine der Waffen des Täters gefertigt.
Zentrale von Cerberus Capital Management © Timothy A. Clary/AFP/Getty Images

Der Amoklauf von Newtown im US-Bundesstaat Connecticut hat Konsequenzen für den Waffenhersteller Bushmaster. Der US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management trennt sich laut einer Mitteilung von der Freedom Group, zu der Bushmaster firearms gehört. Der Finanzkonzern hatte Bushmaster 2006 gekauft und mit anderen Unternehmen in der Freedom Group aufgehen lassen.

Die Führung äußert sich schockiert und tief betroffen von der Tat des 20-Jährigen , der am Freitag in einer Grundschule von Newtown 20 Kinder, sechs Erwachsene und sich selbst erschossen hatte. Eine der Waffen des Amokläufers war von Bushmaster, ein halbautomatisches Gewehr, mit dessen Kriegsversion auch Nato-Armeen im Vietnamkrieg ihre Soldaten ausstatteten.

Man könne die Verluste nicht ermessen, die der Amoklauf den Familien und Freunden der Opfer zugefügt habe, schrieb Cerberus . Die Unternehmensführung geht in der Mitteilung auch auf die begonnene Debatte über das Waffenrecht ein und gibt bekannt, sie werde sich nicht daran beteiligen.

Aufgabe von Cerberus sei, im Auftrag von Kunden zu investieren und Pensionen zu sichern, hieß es – etwa von Beschäftigten des öffentlichen Sektors.

Cerberus steht unter Druck des kalifornischen Lehrerpensionsfonds CalSTRS , der – mit Stand Ende März – mehr als 750 Millionen Dollar bei dem Finanzinvestor angelegt hatte.

Der Verkauf der Freedom Group werde unverzüglich beginnen, hieß es. Das Massaker von Newtown hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. In den USA mehren sich Stimmen, das Waffenrecht zu verschärfen.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Wer hätte das Ahnen können

"Die Führung äußert sich schockiert und tief betroffen von der Tat des 20-Jährigen, der am Freitag in einer Grundschule von Newtown 20 Kinder, sechs Erwachsene und sich selbst erschossen hatte."

Wer hätte auch schon im Vorhinein ahnen können, dass durch Waffen Menschen tatsächlich sterben können.

"Cerberus steht unter Druck des kalifornischen Lehrerpensionsfonds CalSTRS, der – mit Stand Ende März – mehr als 750 Millionen Dollar bei dem Finanzinvestor angelegt hatte."

Ich liebe offensichtliche Lippenbekenntnisse.

Naive Zyniker?

Herrschaftszeiten, was für ein Unsinn. Wenn die Tatwaffe nicht von Bushmaster stammen würde sondern von Smith & Wesson, würde Cerberus dann auch tief betroffen ihre Anteile an der Bushmasster verkaufen? Ich schließe mich meinem Vorredner an, jetzt auf betroffen zu machen, als ob man gar nicht auf die Idee hätte kommen können, dass die von Bushmaster produzierten Waffen zum Erschießen von Menschen benutzt werden könnten, ist entweder bodenlos naiv oder ausgesprochen zynisch.

Da müssten die aber sicher noch ganz andere Beteiligungen

verkaufen, wenn es jetzt moralisch wird.
Es ist auch richtig professionell und clever, das so zu verkünden, um zu zeigen, dass Verkaufdruck besteht.

"ein halbautomatisches Gewehr, mit dessen Kriegsversion auch Nato-Armeen im Vietnamkrieg ihre Soldaten ausstatteten."
Mit der "Kriegsversion" (M16) wurden im Vietnamkrieg (an dem die NATO-Armeen mehrheitlich nicht beteiligt waren - weshalb dieser Bezug sinnfrei ist) Soldaten nicht nur ausgestattet, die Dinger wurden benutzt, bekanntlich auch gegen Zivilisten.