Bei der Deutschen Telekom wird es im kommenden Jahr einen Führungswechsel geben: Überraschend hat René Obermann angekündigt, er werde zum Ende des kommenden Jahres als Unternehmenschef abtreten. Er habe den Aufsichtsrat um die Entbindung von seinen Aufgaben gebeten, teilte der Dax-Konzern mit.

Obermanns Nachfolger steht bereits fest: Ab dem 1. Januar 2014 wird der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges den Posten übernehmen. Er will am Kurs des Unternehmens festhalten und die Strategie Obermanns weiterführen. "Ich habe noch viele Themen vor, die das Unternehmen nach vorne bringen sollen", sagte Höttges.

Obermann steht seit Ende 2006 an der Spitze des Telekom-Konzerns, zuvor war er Vorstand der Mobilfunksparte. "Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, um die Staffelübergabe vorzubereiten und einen geordneten Übergang sicherzustellen", sagte er. Die Telekom habe in den vergangenen Jahren "Lösungen für die wesentlichen Baustellen" gefunden.

"Ich will wieder mehr Zeit für Kunden "

Der 49-Jährige wolle nach insgesamt 16 Jahren bei der Telekom wieder näher ans operative Geschäft rücken und stärker unternehmerische Aufgaben übernehmen. "Ich will wieder mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik haben", sagte er. Dies sei ihm als Vorstandsvorsitzenden eines Großkonzerns so nicht möglich.

Die Ankündigung kommt in einer bewegten Zeit für den Telefon-Konzern. Im Oktober hatte Obermann publik gemacht, er wolle die kriselnde US-Tochter mit einer Fusion wieder flott machen .

Gleichzeitig will die Telekom in Deutschland in den nächsten Jahren für Milliarden ein schnelles Datennetz bauen – die Dividende für die nächsten Jahre wurde deshalb bereits gekürzt.

Börsen reagieren zögerlich

Die T-Aktie baute ihre leichten Gewinne nach der Ankündigung auf bis zu 0,7 Prozent aus, notierte wenig später aber wieder nur 0,1 Prozent fester bei 8,59 Euro. Der Markt müsse sich erst noch seine Meinung zu dem Rücktritt bilden, sagte ein Händler. Finanzvorstand Höttges genieße am Markt aber einen guten Ruf.