RücktrittTelekom-Chef Obermann gibt Posten Ende 2013 ab

René Obermann hat angekündigt, Ende 2013 als Chef der Deutschen Telekom zurückzutreten. Sein Nachfolger soll der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges werden. von reuters

René Obermann, Chef der Deutschen Telekom

René Obermann, Chef der Deutschen Telekom  |  © Ina Fassbender/Reuters

Bei der Deutschen Telekom wird es im kommenden Jahr einen Führungswechsel geben: Überraschend hat René Obermann angekündigt, er werde zum Ende des kommenden Jahres als Unternehmenschef abtreten. Er habe den Aufsichtsrat um die Entbindung von seinen Aufgaben gebeten, teilte der Dax-Konzern mit.

Obermanns Nachfolger steht bereits fest: Ab dem 1. Januar 2014 wird der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges den Posten übernehmen. Er will am Kurs des Unternehmens festhalten und die Strategie Obermanns weiterführen. "Ich habe noch viele Themen vor, die das Unternehmen nach vorne bringen sollen", sagte Höttges.

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Obermann steht seit Ende 2006 an der Spitze des Telekom-Konzerns, zuvor war er Vorstand der Mobilfunksparte. "Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, um die Staffelübergabe vorzubereiten und einen geordneten Übergang sicherzustellen", sagte er. Die Telekom habe in den vergangenen Jahren "Lösungen für die wesentlichen Baustellen" gefunden.

"Ich will wieder mehr Zeit für Kunden "

Der 49-Jährige wolle nach insgesamt 16 Jahren bei der Telekom wieder näher ans operative Geschäft rücken und stärker unternehmerische Aufgaben übernehmen. "Ich will wieder mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik haben", sagte er. Dies sei ihm als Vorstandsvorsitzenden eines Großkonzerns so nicht möglich.

Die Ankündigung kommt in einer bewegten Zeit für den Telefon-Konzern. Im Oktober hatte Obermann publik gemacht, er wolle die kriselnde US-Tochter mit einer Fusion wieder flott machen .

Gleichzeitig will die Telekom in Deutschland in den nächsten Jahren für Milliarden ein schnelles Datennetz bauen – die Dividende für die nächsten Jahre wurde deshalb bereits gekürzt.

Börsen reagieren zögerlich

Die T-Aktie baute ihre leichten Gewinne nach der Ankündigung auf bis zu 0,7 Prozent aus, notierte wenig später aber wieder nur 0,1 Prozent fester bei 8,59 Euro. Der Markt müsse sich erst noch seine Meinung zu dem Rücktritt bilden, sagte ein Händler. Finanzvorstand Höttges genieße am Markt aber einen guten Ruf.

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Leserkommentare
  1. Gibt es etwa eine Steuererklärung, die 2014 unterschrieben werden muss?

  2. >> Überraschend hat René Obermann angekündigt, er werde zum Ende des kommenden Jahres als Unternehmenschef abtreten. <<

    ... Obermann mehr Zeit für Kunden will - gerne, soll er bei denen doch mal auf einen Tritt in, äh ... auf eine Tasse Kaffee vorbeischauen.

    Aber er meint wohl andere Kunden, was?

  3. Nun einen Innovations-Quantensprung vorrauszusagen, wäre unter dieser Massgabe sehr mutig.

    Wird wohl eher an Kosten und Preisen geschraubt.

  4. Ich frage mich, was an solch banaler Personalie so berichtenswert ist, dass alle Quealitätsmedien das als erste Meldung bringen. Es gibt wichtigeres, z.B. die Sprache (oder passender: "speech") dieses unwichtigen W'chts.

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    Die Deutsche Telekom ist ein Weltkonzern, Marktführer in Europa, hat eine Bilanzsumme von über 100 Mrd Euro und gehört zu großen Teilen dem Staat.

    Also ich finde das berichtenswerter, als irgend so einen Weltuntergangskram!

    Sie haben vollkommen Recht!

    • Obscuro
    • 20. Dezember 2012 16:02 Uhr

    Das kommt jetzt wirklich Überraschend.
    Ich würde allen Aktionären Raten noch die Dividende mitzunehmen und dann die Aktien zu Verkaufen. Das scheint jemand mehr zu Wissen als alle anderen.

    Ich will jetzt nicht behaupten das Obermann abtritt damit er seine T-Aktien Verkaufen kann aber mir kommt immer wieder der Chef von Lehman Brothers in den Sinn.
    Der hat Geschworen das alles Läuft und 2 Tage Später waren sie erledigt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ich würde allen Aktionären Raten noch die Dividende mitzunehmen und dann die Aktien zu Verkaufen."

    Bitte nicht persönlich nehmen, aber mit diesem Rat qualifizieren Sie sich nicht wirklich als kompetenter Ratgeber. Wenn man einfach so Dividende mitnehmen könnte, würde ich nämlich immer unmittelbar vor dem Dividendentermin kaufen und danach verkaufen. Funktioniert aber logischerweise nicht.

  5. Die Deutsche Telekom ist ein Weltkonzern, Marktführer in Europa, hat eine Bilanzsumme von über 100 Mrd Euro und gehört zu großen Teilen dem Staat.

    Also ich finde das berichtenswerter, als irgend so einen Weltuntergangskram!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "... banal ..."
  6. "Ich würde allen Aktionären Raten noch die Dividende mitzunehmen und dann die Aktien zu Verkaufen."

    Bitte nicht persönlich nehmen, aber mit diesem Rat qualifizieren Sie sich nicht wirklich als kompetenter Ratgeber. Wenn man einfach so Dividende mitnehmen könnte, würde ich nämlich immer unmittelbar vor dem Dividendentermin kaufen und danach verkaufen. Funktioniert aber logischerweise nicht.

    Antwort auf "Eine Überraschung!"
  7. das stinkt!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, sk
  • Schlagworte Aufsichtsrat | Börse | Dividende | Fusion | Technik | Unternehmen
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