Der Hauptsitz der UBS in Zürich © Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Die Schweizer Bank UBS steht im Libor-Skandal einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor einer Einigung mit US-amerikanischen und britischen Behörden. Das Institut werde mehr als 450 Millionen US-Dollar zahlen, um das Verfahren zu beenden, berichtet die New York Times unter Berufung auf informierte Kreise. Die Behörden hoffen demnach, den UBS-Fall Mitte des Monats abschließen zu können.

Eine UBS-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab, räumte aber ein, dass die UBS im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen mit britischen und amerikanischen Behörden verhandele. Die britische Finanzaufsicht FSA und die amerikanische CFTC wollten ebenfalls keinen Kommentar abgeben.

Auch Royal Bank of Scottland vor Zahlung

Der UBS und anderen Großbanken wird vorgeworfen, falsche Angaben bei der Zinshöhe für Kredite unter Banken gemacht zu haben. Damit hätten sie die Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten beeinflusst.

Die britische Bank Barclays hatte im Juni einen Fehler eingeräumt und eine Strafe in Höhe von rund 450 Millionen US-Dollar gezahlt. Die Royal Bank of Scotland (RBS) steht nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit den Behörden. Ob die UBS neben der Vergleichszahlung auch öffentlich ein Fehlverhalten eingesteht, ist noch offen.

Die London Interbank Offered Rate (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Referenz für Geldgeschäfte in Billionenhöhe, auch Kreditzinsen orientieren sich daran. Großbanken sollen den Libor über Jahre manipuliert haben, um höhere Gewinne zu erzielen.