EnergiewendeRWE plant Revival der Nachtspeicherheizung RWE

Nachtspeicherheizungen sind als Stromfresser verschrien und gelten als veraltet. Geht es nach dem Energiekonzern RWE, könnten sie bald die Energiewende vorantreiben. von dpa

Der Stromkonzern RWE plant, die Nachtspeicherheizungen wiederzubeleben und für die Energiewende als Stromspeicher nutzbar zu machen. Die Geräte sollen mit moderner Regeltechnik ausgestattet und als Batterien für schwankende Strommengen aus Windkraftwerken genutzt werden, berichtete die Financial Times Deutschland (FTD) .

Mit diesen sogenannten Windheizungen wolle RWE Milliarden-Investitionen sparen. Auch EnBW spielt laut FTD ein solches Modell durch.

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Ein Praxistest in 50 Wohnungen sei erfolgreich verlaufen, sagte der Technik-Chef der RWE-Effizienztochter, Norbert Verweyen. Das System funktioniere technisch bereits. "Wenn wir nachweisen können, dass es sich wirtschaftlich rechnet, wollen wir 2014 damit auf den Markt kommen." Dazu solle das ab 2019 geplante Verbot für den Verkauf von Speicherheizungen fallen.

In Deutschland gibt es dem Bericht zufolge noch 1,4 Millionen Elektroheizungen in Wohnungen – laut RWE genug, um herkömmliche Pumpspeicher mit zehn Gigawatt Leistung zu ersetzen. Üblicherweise wird überschüssiger Ökostrom in Wasserkraftwerken mit Pumpspeichern als natürliche Batterien zwischengelagert. Die vorhandenen Speicher reichen aber laut FTD immer weniger aus, um die schwankenden Mengen Ökostrom aufzunehmen. Mit dem Einsatz von Nachtspeicherheizungen könnte sich der Konzern Milliardeninvestitionen in neue Pumpspeicher sparen.

Nachtspeicherheizungen gelten in Deutschland als veraltete Technologie, die wegen ihres Stromverbrauchs als ineffizient und zu teuer gilt. Sie sollen bis 2020 ausgemustert werden.

Die Bundesregierung hatte zudem bereits vor Monaten dementiert, dass das geplante Verbot der Heizungen wieder aufgehoben werden könnte, um die Heizungen als Speicher für überschüssigen Ökostrom zu nutzen.

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Leserkommentare
    • gooder
    • 04. Dezember 2012 12:50 Uhr

    Wenn Strom für die Nachtspeicherheizung aus regenerativen Energieformen erzeugt wird, wird die Nachtspeicherheizung weiterhin Stromfresser bleiben, allerdings belastet sie dann, wenn man so will, die Umwelt weniger als eine Gas-,oder Ölheizung.Daß RWE nicht uneigennützig handelt,ist allerdings auch klar.Ein Verbot für den Verkauf,oder gar ein Verbot des Betreibens einer Speicherheizungen finde ich unsinnig,die "Verschrottung" von intakten,relativ neuen Anlagen, dient der Umwelt nicht wirklich.

  1. aber die bieten den Zweizonentarf primär für Privatkunden an und leider kostet die Kw/h gewerblicher Nachtstrom das knapp Vierfache dessen, was ich bei Vattenfall bezahle.

    Ich wäre gern bereit, für regenerative Energie das Doppelte zu bezahlen - das fast Vierfache kann ich leider nicht stemmen. Insofern bleibt im Moment nur die Hoffnung, daß Vattenfall ähnliche Überlegungen anstellt wie RWE und EnBW und früher oder später gewerblichen Zweizonentarif auch mit regenerativer Energie anbietet. Ich bin sicher, daß sich das in Berlin rechnen würde, da es hier eine Menge kleiner Unternehmen von denkenden Menschen gibt.

    • Afa81
    • 04. Dezember 2012 12:58 Uhr

    Moderne GuD Kraftwerke gehen mit ihrem Wirkungsgrad langsam auf die 60% hin. Ein Elektromotor hat einen Wirkungsgrad von 95% bis 99%. Macht einen Wirkungsgrad von 0.55*0.975 = 53.6%

    In den heutigen Autos hat man Otto- und Dieselmotoren. Hinzu kommen noch Verluste durch das Getriebe und Verluste durch die Abgasnachbehandlung. Rechnen wir auch das mal durch:
    Nehmen wir den Diesel mit einem Wirkungsgrad von 45% bis 50%, ein Getriebe mit 99% Wirkungsgrad vernachlässigen wir von mir aus. Nicht vernachlässigen kann man die Abgasnachbehandlung, welche mit etwa 7% Verlusten zu Buche schlägt: 0.475*0.93 = 44.2 %.

    Es macht einfach mehr Sinn, in einem Kraftwerk die beste Abgasnachbehandlung einmal zu installieren als in jedes Auto ein kleines Kraftwerk einzubauen und mit sich rum zu schleppen. Außerdem sind Elektromotoren einfach viel bissiger - also auch der Fahrspaß nimmt zu (was jetzt viele auch wieder als Nachteil ummünzen werden).

    Darüber hinaus handelt es sich bei unseren heutigen Fahrzeugkonzepten um jahrzehnte lang optimierte Systeme. Ich denke, beim Elektroauto ist auch noch viel Potential. Einsatz von Wirbelstrombremsen, Solarzellen a.d. Dach etc.

    Ich freue mich auf E-Autos.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Nest
    • 05. Dezember 2012 16:49 Uhr

    aber was Sie bei Ihrer Modellrechnung unterschlagen haben, sind die Verluste von Leitung, Transformation, Speicherung.
    Ich hab die Zahlen nicht parat, aber insbsondere angesichts der immensen Initialkosten denke ich, man sollte erstmal seine Ölheizung durch Nachtspeicher/Warmwasserspeicher mit Nachtstrom ersetzen, bevor man sich ein Elektromobil gönnt.

    • wd
    • 04. Dezember 2012 13:14 Uhr

    4ct/kWh für die Stromerzeugung. Wenn der Strom geschenkt werden würde, dann bleiben also noch 20ct/kWh wegen der Netzkosten, Konzessionsabgaben, Steuern, EEG-Abgaben etc. übrig. Gas kostet nur 6,4ct/kWh.

    • bluegw
    • 04. Dezember 2012 13:26 Uhr

    Wenn der Wind mal schwächer weht, wird der Saft aus den Heiz-Batterien abgesaugt und die Bude bleibt kalt. Dafür geht aber wenigstens in der Alluminiumhütte der Ofen nicht aus.
    Doch, das hat was.

    • TomKaKr
    • 04. Dezember 2012 13:26 Uhr

    Eine Elektroheizung in neu errichteten und entsprechend energieeffizienten Bauten sollte sinnvoll ein. In nicht oder nur unzureichend sanierten Altbauten kann ich mir nicht vorstellen, dass elektrische Heizsysteme effizient sein können. Ein weiterer Vorteil von elektrischen Heizsystemen wäre aus meiner Sicht die niedrigeren Herstellungskosten. Man bräuchte keine komplexen Gasheizsysteme samt umfangreicher „Verrohrung“. Auch die Kosten für die Abrechnung wären niedriger und vor allem gerechter. – Wer heizt zahlt. Wer nicht heizt zahlt nix.

    Ich wohne selber in einem 2004 errichteten Mehrfamilienhaus. Die Heizenergie beträgt im Schnitt zwischen 52 und 56 kw/h Heizgas pro qm und Jahr. In meiner Dachwohnung sind es im Mittel sogar nur etwa 40 kw/h bei Raumtemperaturen zwischen 19 und 20 Grad. Strom wäre bei mir kaum teurer als Gas. Unter Ansatz von besonders niedrigem „Überschuss“-Strom würde ich vermutlich sogar günstiger durch das Jahr kommen.

  2. Schönes Photo von ordentlichen Gusseisernen Heizkörpern,
    die nicht nur robust sind, sondern auch ne schönere Wärme abgeben, als die Blechdinger der modernen Wirtschaft...

    Aber bevor wieder jemand loshackt, ich weiß, es scheiden sich die Geister, welche Heizkörper "besser" sind.
    Schlecht gedämmte Häuser (die meisten in der guten Bundesrepublik) hätten jedenfalls aufgrund trägerer und längerer Wärmeentfaltung mehr Freude an Gusseisen.

    Cheers!

    • bayert
    • 04. Dezember 2012 13:45 Uhr

    da wurden vor einem Jahr die Hoch- und Niedrigtarife bei Wärmepumpen eingestellt, und nun hat auch EnBW Interesse an Heizungen, die nachts laufen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tok
  • Schlagworte RWE | Bundesregierung | EnBW | Heizung | Stromkonzern | Stromverbrauch
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