Milliarden-VerlusteCDU kritisiert Steinbrücks Rolle im ThyssenKrupp-Aufsichtsrat

Der SPD-Kanzlerkandidat ist seit zwei Jahren im Kontrollgremium und der Konzern fährt seinen größten Verlust ein. Welche Verantwortung trägt Steinbrück? von 

Die CDU in Nordrhein-Westfalen kritisiert die Rolle von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück als Mitglied des Aufsichtsrats beim Stahlkonzern ThyssenKrupp. Steinbrück müsse sich die Frage stellen, ob er seine Kontrollfunktion ausreichend wahrgenommen habe, sagte CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen ZEIT ONLINE.

"Wer Zeit für kostspielige Vorträge findet, muss auch ein Aufsichtsratsmandat angemessen und gewissenhaft wahrnehmen", führte Löttgen weiter aus, "insbesondere, wenn man dafür wie im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Vergütung in Höhe von fast 56.000 Euro erhält." Diese Summe geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht von ThyssenKrupp hervor (Seite 29). Im vorangegangenen Jahr verdiente Steinbrück laut Geschäftsbericht 67.000 Euro.

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Diese Summen hatte der SPD-Kandidat in seinen Veröffentlichungen zu seinen Nebeneinkünften bisher nicht dezidiert aufgeführt. Auf der Internetseite des Bundestages heißt es zu seiner Aufsichtsratsfunktion bei ThyssenKrupp lediglich, dass sie in die Vergütungsstufe drei fällt, also über 7.000 Euro im Jahr liege.

Was wusste Steinbrück von Verlusten?

ThyssenKrupp hatte am Montag mit fünf Milliarden Euro den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte ausgewiesen . Vor allem die Geschäfte in Brasilien und den USA entwickeln sich für den Konzern zu einem Desaster. Hinzu kommen Schadenersatzforderungen wegen illegaler Kartellabsprachen mit Schienenherstellern und Korruptionsvorwürfe.

Der Konzern gab nun bekannt, dass er sich als Konsequenz aus der Krise von drei Vorstandsmitgliedern trennt . Branchenbeobachter sehen aber auch den Aufsichtsrat in der Verantwortung für eine Neustrukturierung des Konzerns. "Ohne eine offene Diskussion auch über die Rolle von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wird das nicht funktionieren", sagte Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Löttgen wirft der milliardenschwere Verlust auch Fragen nach der Tätigkeit von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück auf. "Herr Steinbrück ist seit fast zwei Jahren Mitglied des Aufsichtsrats. Was wusste er von diesen Verlusten? Hat er regelmäßig an den Sitzungen des Kontrollgremiums teilgenommen?" Hierauf solle er umgehend eine Antwort geben, sagte Löttgen.

Steinbrück hatte im Zuge seiner Kanzlerkandidatur mitgeteilt, er werde seine Funktion bei ThyssenKrupp niederlegen. Der Konzern gab nun bekannt, dass dies zum Ende des Jahres geschehe. Entsandt worden war Steinbrück Ende 2010 als einer von drei Vertretern der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Die Rolle der Stiftung in dem Unternehmensdebakel wird allerdings durchaus kritisch gesehen.

Aufsichtsrat könnte nicht entlastet werden

Die Stiftung ist mit einem Anteil von gut 25 Prozent wichtigster Großaktionär des Konzerns und kann über ein sogenanntes Entsenderecht bis zu drei Vertreter ohne Beschluss der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat schicken. Auch hat sie bisher mit ihrer Stimmenmehrheit verhindert, dass der Aufsichtsrat für mögliche Fehler in die Verantwortung genommen wird.

Bei der anstehenden Hauptversammlung am 18. Januar des kommenden Jahres könnte sich das ändern. "Wir planen einen Antrag zu stellen, um den gesamten Aufsichtsrat nicht zu entlasten", sagte Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, ZEIT ONLINE.

Sollte dieser Antrag auf der Hauptversammlung angenommen werden, könnte dies für den SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück im Wahljahr unschöne Konsequenzen haben. Die Ablehnung der Entlastung des Aufsichtsrats hat zwar vor allem eine symbolische Funktion, dürfte aber die Untersuchungen dazu, welche Verantwortung den einzelnen Aufsichtsräten zukommt, intensivieren.
 

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Leserkommentare
    • Paula48
    • 11. Dezember 2012 22:38 Uhr

    Wer Informationen möchte, sollte den anderen Artikel über Thyssen Krupp in der Zeit lesen. Da heißt es u.a.:

    "Die Verluste sind die Folgen von gigantischen Fehlinvestitionen in Südamerika. Vor zwei Jahren eröffnete der Konzern in Brasilien eine 5,2 Milliarden Euro teure Stahlhütte in Brasilien. Es war eine der größten deutschen Auslandsinvestitionen überhaupt – und sie entpuppte sich als Totalreinfall.

    Um zu sparen, hatte ThyssenKrupp beim Bau auf günstigen Stahl aus China gesetzt. Der allerdings erwies sich als Schrott und musste teuer ersetzt werden. Die Geschichte des brasilianischen Werks ist eine Räuberpistole aus Korruptionsvorfällen, Umweltvergehen und Strafprozessen. Die Investition wurde zum Milliardengrab. Mit dramatischen Folgen für den Ruf des Stahlkochers: Ratingagenturen bewerten die Firma nur noch mit BB+ und schätzen den Geschäftsausblick "negativ" ein."

    Die Entscheidungen, die zum Verlust geführt haben, sind lange vor der Zeit von Steinbrück gefallen. Wie gesagt hier geht es um Diffamierung!

    Wie sagte Angela Merkel noch wenige Tage vor der letzten Wahl?. "Sie habe mit ihrer Ausdauer und Vrhandlungsgeschick Opel gerettet!" Da schauen wir doch mal nach Bochum. Da können wir uns aufregen.

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    Ein Glanzstück - längst vergessen.

  1. was mit diesem Kandidaten "nicht stimmt"!
    Es ist ganz einfach:"Er ist nicht aus ihrem Stall!"
    Der SPD-Wähler aus Bottrop - und ich kenne diese Leute -
    kann diesen Kandidaten, der 25.000,-- für einen "unnützen"
    Vortrag von der "Geldwirtschaft" kassiert und das scheinbar so nebenbei, einfach nicht als "ihren" Kandidaten erkennen.
    8,-- Eure pro Stunde als Fleischwarenfachverkäuferin und
    ca. 10.000,-- Euro pro Stunde für sinnfreies Geschwätz
    vertragen sich nicht. Und jetzt noch die Nachricht "Sitzt
    im Aufsichtsrat bei Thyssen-Krupp. Für einen Ruhrgebiets-SPDler ist das "die" Nachricht.Thyssen-Krupp hat gerade drei-bis fünf Milliarden verbrannt. Mensch Steinbrück!

  2. Mit Verlaub aber Sie schreiben da einen ganz schönen Unsinn. Schauen wir uns doch mal die ganzen maroden Landesbanken an, mit ihren faulen Geschäften - Bayern, BW... da saßen überall die Herren der C-Parteien im Aufsichtsrat. Und? Nix. Interessiert unsere gute Presse nicht die Bohne - Hauptsache auf der SPD rumhacken.

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    Schauen Sie sich die Geschichte der jahrzehnte von der SPD dominierten NRW-Landesbank an, dann würden Sie beschämt schweigen.Ein Milliardengrab der Genossen und das schon vor der weltweiten Finanzkrise. Und da war Steinbrück Ministerpräsident von NRW, bis man ihn, der sich nie der Landeswahl gestellt hatte,- er hatte Clement beerbt!- von Rüttgers CDU wegen Unfähigkeit davonjagte.Damit begann die
    Götterdämmerung des Gerhard Schröder. Schon vergessen?

  3. gegen Peer Steinbrück aus der SPD kann doch nur die einzig mögliche Konsequenz sein. Gegenüber dem Kanzlerkandidaten läuft doch Thilo Sarrazin mit einem Heiligenschein durch Westend. Was die Sozialdemokraten mit Steinbrück in das Rennen um das Kanzleramt schicken ist doch bei aller Zurückhaltung ein Gaul, welcher gleich auf mehreren Füßen lahmt. Der Mann ist noch schlimmer als BP Christian Wulff, welcher auch schon eine Zumutung war. Wenn in den Reihen der SPD nichts Besseres als Spitzenkandidat vorhanden ist, können sie ebend keinen Kanzlerkandidaten aufstellen. So einfach ist das. Steinbrück sollte zurücktreten, bevor er ganz demontiert als Vertreter des Banken -und Großkapitals entlarft ist und von den Arbeitnehmern des Feldes verwiesen wird.

  4. http://www.thierse.de/arc...

    Sie werden also sicher nicht für eine Nebentätigkeit bezahlt.

    Antwort auf "abgeordnete "
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    • dacapo
    • 11. Dezember 2012 22:49 Uhr

    Ach nee, nun ist ja gut, linken Sie weiter. Mir geht es nicht um diese Quelerei. Wann gehen Sie in die Politik? Es wird Zeit, dass die besseren Menschen in die Politik gehen, man wird es Ihnen danken und Sie können zeigen, wie es anders, besser geht. Nur los.

    • dacapo
    • 11. Dezember 2012 22:50 Uhr

    Ach nee, nun ist ja gut, linken Sie weiter. Mir geht es nicht um diese Quelerei. Wann gehen Sie in die Politik? Es wird Zeit, dass die besseren Menschen in die Politik gehen, man wird es Ihnen danken und Sie können zeigen, wie es anders, besser geht. Nur los.

    • dacapo
    • 11. Dezember 2012 22:45 Uhr

    Warum ist er chancenlos, warum sollte er es nicht besser machen können als die Frau Merkel? Was bitte schön hat die Frau Merkel aufzuweisen, ausser dass sie sich als Frau gottseidank zurück hält und nicht das Männergehabe an den Tag legt. Ist irgendetwas besser gelaufen, als zu Zeiten von Schwarz/Rot? Es ist doch ein Gewürge. Steinbrück ist eine Alternative, ihm muss man eine Chance geben, sich zur Wahl zu stellen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn jeder der 50 Mill. seinen Wunschkandidaten aufstellen lassen möchte (wenn es sich um die SPD dreht), was soll daraus werden. Wie konnte es nur soweit kommen, dass die Union alles machen kann, was sie will und kaum regt man sich auf, aber wenn es um die SPD geht, dann aber traut man sich. Politik hat sich im Gegensatz zu früheren Zeiten geändert, so wie sich die Gesellschaft verändert hat. Politiker sind doch keine bestimmte Sorte von Menschen (auch die von der SPD), sondern ein Spiegelbild von uns allen.

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    "Ist irgendetwas besser gelaufen, als zu Zeiten von Schwarz/Rot?"
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    Gegenfrage: Ist irgendetwas schlechter gelaufen, als zu Zeiten von Schwarz/Rot?

    Vielleicht weil er so außerordentlich sympathisch wirkt?

    Weil er als gut bezahlter Volksvertreter den Bundestag geschwänzt und so ganz nebenbei in 3 Jahren sich weit über eine Million Nebeneinkünfte erschwätzt hat?

    Ich erinnere mich noch gut, als die SPD wegen der von Merkel geplanten 2 % Umsatzsteuererhöhung meterhoch plakatierte: "Merkelsteuer, das wird teuer".

    Als Steinbrück dann Finanzminister wurde, wurden daraus satte 3 %.

    Was bitte soll man denn diesem Mann noch glauben?

    Was denken Sie, was er besser machen wird als Merkel?

    Steinbrück hat gewiss seine Fähigkeiten. Als Spitzenkandidat der FDP würde ich ihm durchaus zutrauen, dass er diese Partei wieder auf 18 % hebelt.

    Aber was hat Steinbrück eigentlich in der SPD verloren? Diese Partei hat allerdings seit der Abspaltung ihrer Linken völlig die Richtung verloren.

  5. Ein Glanzstück - längst vergessen.

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    • Paula48
    • 11. Dezember 2012 22:56 Uhr

    Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/se

  6. "Ist irgendetwas besser gelaufen, als zu Zeiten von Schwarz/Rot?"
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    Gegenfrage: Ist irgendetwas schlechter gelaufen, als zu Zeiten von Schwarz/Rot?

    Antwort auf "aber warum?"
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    • Paula48
    • 11. Dezember 2012 23:02 Uhr

    die Laufzeiten für Atomkraftwerke mit allem was dazu gehört verlängert um dann einige Atomkraftwerke sofort abzuschalten. Dies wird Deutschland noch viel Geld kosten und vor noch ganz andere Probleme stellen.

    • Paula48
    • 11. Dezember 2012 23:02 Uhr

    die Laufzeiten für Atomkraftwerke mit allem was dazu gehört verlängert um dann einige Atomkraftwerke sofort abzuschalten. Dies wird Deutschland noch viel Geld kosten und vor noch ganz andere Probleme stellen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Peer Steinbrück | CDU | Euro | Gerhard Cromme | Stiftung | Verlust
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