Libor-SkandalUBS zahlt Milliarden-Strafe wegen Zinsbetruges

Es ist die bislang höchste Summe, die in dem Skandal um den manipulierten Libor-Zinssatz verhängt wurde: 1,16 Milliarden Euro muss die Schweizer Bank überweisen. von dpa und reuters

Die UBS-Zentrale in Zürich

Die UBS-Zentrale in Zürich  |  © Michael Buholzer/Reuters

Die Verstrickung in den Skandal um manipulierte Zinssätze kommt die UBS teuer zu stehen. Die größte Schweizer Bank muss 1,16 Milliarden Euro Geldstrafe zahlen – die bislang höchste Summe in dem Skandal, in den auch andere Institut verwickelt sind . Dutzende von Händlern und Mitarbeitern der Bank waren nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden in die Manipulationen des Referenzzinses Libor verwickelt.

In dem nun veröffentlichten Untersuchungsbericht der britischen Aufsichtsbehörde FSA heißt es, dass auch Schmiergeld gezahlt worden sein soll. UBS habe in "schwerer Weise gegen Schweizerische Finanzmarktgesetze verstoßen", urteilte die Schweizer Bankenaufsicht Finma, die die Libor-Geschäfte der Bank von 2006 bis 2010 untersuchte. Das Kontrollsystem der Bank habe erhebliche Mängel aufgewiesen.

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"Ein Kapitel, das sicher nicht positiv ist," sagte Konzernchef Sergio Ermotti, der die Bank seit Herbst des vergangenen Jahres führt. "Wir bedauern dieses unangemessene und unethische Verhalten zutiefst", ergänzte er. UBS habe von sich aus bei den Behörden Meldung erstattet, nachdem sie das Fehlverhalten festgestellt habe.

Es ist der zweite große Skandal für die Bank, nachdem der inzwischen zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilte frühere UBS-Händler Kweku Adoboli vor mehr als einem Jahr gut 2,3 Milliarden Dollar verspekuliert hatte. Auch in diesem Fall machte die Bankenaufsicht schwere Mängel der bankinternen Kontrolle aus.
 

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Leserkommentare
  1. irgendwoher kommen - woher wohl?
    1,16 MILLIARDEN Euro - und wieviel hat die UBS mit ihrer Manipulation verdient? Diese Angabe fehlt leider im Artikel.

    Die Kunden der UBS dürfen sich jetzt freuen (Achtung Ironie), denn ich glaube kaum, daß die UBS einfach Geld nachdrucken läßt - das Geld, das sie jetzt bezahlen muß, fehlt an anderer Stelle; und ich frage mich auch, welche personellen Konsequenzen gezogen werden, bzw. wer bitte für den Schaden haften muß - die Verantwortlichen oder wird die Last auf alle Kunden abgewälzt?
    Es gab und gibt zuviele Fälle, in denen einzelne Banker oder Manager ihrem Unternehmen geschadet haben oder es sogar vor die Wand gefahren haben - und trotzdem mit einem goldenen Handschlag verabschiedet wurden, ohne je von einer tatsächlichen Bestrafung getroffen zu werden. Erst dann, wenn diese Menschen befürchten müßten, die Konsequenzen ihrer Handlungen tatsächlich tragen zu müssen (was der Normalbürger im Regelfall auch tun muß), wird sich vielleicht der gesunde Menschenverstand durchsetzen.

  2. ein Gesetz zu schaffen, dass die Strafe in Aktien gezahlt wird, etwa einen bestimmmten Prozent aus jedem Depot ?

  3. Banken aufgrund der flaschen Liborsätze korrigierte Zinsabrechnungen. Wäre doch fair oder?

  4. Laut Medienberichten in der Schweiz behält die schweizerische Finanzaufsicht (FINMA) 59 Mio CHF unrechtmässige Liborgewinne aus Eigengeschäften der UBS ein.

    http://www.srf.ch/news/wi...

    Es ist allerdings logisch, dass darüber hinaus ein vielfaches an Gewinnen für Kunden erwitschaftet wurde, woran die Bank wohl indirekt profitiert hat. Die UBS und die HSBC dürften allerdings nur die Spitze des Eisbergs sein. Es sollen ja mehr als 20 Grossbanken darin involviert gewesen sein.

  5. 1,16 Milliarden Euro muss die Schweizer Bank überweisen.

    An wen wird das Geld überwiesen? Werden die Geschädigten entschädigt?

  6. Diese Organisation hat durch Fälschung von Bilanzen nichts anderes sind swaps die Probleme in Europa hauptsächlich mitverursacht. Ich sehe noch keinerlei Haftungsbemühungen in Richtung Goldmann Sachs. Ich bin der Meinung das ein Teil der Summe für die Europa haftet zum Teil von Goldmann Sachs zu zahlen ist. Stattdessen werden Deutsche und Schweizer Banken einseitig in die Haftung genommen und kritisiert. Das schwächt nach meiner Meinung Europa und die Goldmann Sachser freuen sich ein Loch im Bauch über so viel europäische Blödheit.

  7. darf bei all dem nicht außer Acht gelassen werden.

    Der Kodex gilt für alle geschäftlichen Aktivitäten und ist für alle Mitarbeiter zwingend.

    Von allen Mitarbeitern wird erwartet, dass sie die Gesetze der Länder, in denen die UBS tätig ist, einhalten.

    Ferner heißt es darin: Wir verschaffen und keine unfairen Wettbewerbsvorteile auf Kosten anderer durch die falsche Darstellung oder Verschweigung von Tatsachen oder die Manipulation, die Verschleierung oder den Missbrauch privilegierter Informationen. Wir verhalten uns im Wettbewerb weder unethisch noch unfair und wir verschaffen uns Wettbewerbsinformationen auf legale und ethische Art usw. und so fort:

    http://www.static-ubs.com...

  8. Wer bekommt das Geld denn nun überwiesen?Die britische Finanzaufsicht?Die schweizerische sicher nur ein Bruchteil.Die Libor Affäre war ab 2008 bekannt und einige Behörden haben wohlmeinend gepennt.Eine strengere Finanz-und Bankenaufsicht scheint dringend notwendig.UBS,HSBC,Deutsche Bank...ich denke,die haben alle noch einige Leichen im Tresor.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, zz
  • Schlagworte UBS | Bankenaufsicht | Behörde | Dollar | Euro | Geldstrafe
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