Die Verstrickung in den Skandal um manipulierte Zinssätze kommt die UBS teuer zu stehen. Die größte Schweizer Bank muss 1,16 Milliarden Euro Geldstrafe zahlen – die bislang höchste Summe in dem Skandal, in den auch andere Institut verwickelt sind . Dutzende von Händlern und Mitarbeitern der Bank waren nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden in die Manipulationen des Referenzzinses Libor verwickelt.

In dem nun veröffentlichten Untersuchungsbericht der britischen Aufsichtsbehörde FSA heißt es, dass auch Schmiergeld gezahlt worden sein soll. UBS habe in "schwerer Weise gegen Schweizerische Finanzmarktgesetze verstoßen", urteilte die Schweizer Bankenaufsicht Finma, die die Libor-Geschäfte der Bank von 2006 bis 2010 untersuchte. Das Kontrollsystem der Bank habe erhebliche Mängel aufgewiesen.

"Ein Kapitel, das sicher nicht positiv ist," sagte Konzernchef Sergio Ermotti, der die Bank seit Herbst des vergangenen Jahres führt. "Wir bedauern dieses unangemessene und unethische Verhalten zutiefst", ergänzte er. UBS habe von sich aus bei den Behörden Meldung erstattet, nachdem sie das Fehlverhalten festgestellt habe.

Es ist der zweite große Skandal für die Bank, nachdem der inzwischen zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilte frühere UBS-Händler Kweku Adoboli vor mehr als einem Jahr gut 2,3 Milliarden Dollar verspekuliert hatte. Auch in diesem Fall machte die Bankenaufsicht schwere Mängel der bankinternen Kontrolle aus.