LuftverkehrAir Berlin verlangt von Mitarbeitern Gehaltsverzicht

Zehn Prozent weniger für den Vorstand, fünf Prozent weniger für alle anderen Beschäftigten: Air Berlin will für die Sanierung ans Einkommen der Mitarbeiter ran.

Air Berlin verlangt einem Medienbericht zufolge von den Mitarbeitern einen ganz persönlichen Sanierungsbeitrag. Der Vorstand solle nach den Vorstellungen des neuen Unternehmenschefs Wolfgang Prock-Schauer auf zehn Prozent, die übrigen 9.300 Beschäftigten sollten auf fünf Prozent ihres Bruttogehaltes verzichten, berichtete das Magazin Focus. Dem Wunsch der Geschäftsführung sollten die Arbeitnehmervertreter zustimmen.

Gemeinsam mit dem kürzlich angekündigten Abbau von 900 Arbeitsplätzen wolle die seit Jahren defizitäre Fluggesellschaft so 40 Millionen Euro sparen. Dies wäre ein Zehntel der Summe, die im Rahmen des neuen Sanierungsprogramms bis Ende 2014 zusammenkommen soll.

Anzeige

Eine weitere Maßnahme betrifft dem Bericht zufolge den Standort Düsseldorf. Dort werde es künftig keine "große Wartung" der Flugzeuge mehr geben. Diese umfangreiche, turnusmäßig fällige Untersuchung solle künftig ausschließlich in München durchgeführt werden. Betroffen seien davon etwa 100 Mitarbeiter.

Air Berlin ist nach der Lufthansa die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands. Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten befindet sich das Unternehmen schon seit geraumer Zeit auf Sanierungskurs. Zuletzt hatte die Airline 2007 einen Jahresgewinn erzielt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Maksi
    • 19. Januar 2013 11:40 Uhr

    ..möglicherweise erfährt Air Berlin ohnehin einen Aufschwung sobald der Flughafen Berlin Brandenburg fertiggestellt ist.

    Haha.. war nur Spaß..

    5 Leserempfehlungen
    • Chali
    • 19. Januar 2013 11:46 Uhr

    Es sind ja schliesslich die Mitarbeiter gewesen, die die Kiste in Schieflage gebracht haben! Hätten sie sich meht angestrengt, wäre es nicht soweit gekommen, dass Investoren - also hänzlich Unschuldige - leiden müssen!

    Und wenn das Programm (der Sanierung) scheitert? Dann weiss man ja schon jetzt, wer sich nicht genügend angestrengt hat.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die "übereilte(n) Expansion" war ja notwendig geworden ob der unverschämten Lohnforderungen der faulen Arbeitnehmer. Keines Falls sind hier Management und Eigentümer in unreflektierter Überzeugung einem betriebswirtschaftlich irren Wachstumsdogma aufgesessen. Da ist es folgerichtig, die "hohen Verluste(n)" bei den Arbeitnehmern wieder reinzuholen. Auch haben diese ja nur einen Job, weil es die (über-)mutigen Unternehmer gibt.

    AB-Lohn: Canceled

    • RobR
    • 19. Januar 2013 12:50 Uhr

    Die Mitarbeiter haben sich nicht genug angestrengt und dadurch die Kiste in den Dreck gefahren?
    Ich habe schon viele abenteuerliche Gründe für das Scheitern von Unternehmen gehört und gelesen, aber Sie toppen alle!
    Haben die Ticketverkäufer die Flugscheine zu billig verkauft? Die Check-Inmarbeiter zu wenig Übergepäck kassiert? Die Stewardessen zu viele Gertränke ausgegeben? Sind die Piloten zu schnell geflogen? Oder vielleicht zu langsam?
    Und die armen Investoren, die könenn gar nichts dafür dass Herr Hunold sich in wenigen Jahren einen riesigen Gemischtwarenladen zugelegt hat weil er sich unbedingt mit Lufthansa messen wollte?
    Besonders toll ist Ihr Schlußsatz, wenn es schiefgeht, dann weil das Personal nicht schnell genug gerannt ist... Selten so gelacht!

    • Laru
    • 19. Januar 2013 11:47 Uhr

    Der Vorstand verzichtet auf 10% ... die mitarbeiter auf 5% ...

    Richtig wäre es meiner Meinung nach, wenn der Vorstand auf das 10-fache gegenüber den Mitarbeitern verzichten müsste. Also wenn die Leitung die Karre in den Dreck gesetzt hat (oder geflogen) und sich dazu entscheiden muss um 1% bei den Mitarbeitern um verzicht zu bitten, müssen sie selber dafür 10% bluten...
    Dementsprechend in diesem falle müssten sie erstmal 50% verzicht anbieten.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Vorstandsmitglieder das Fünffache verdienten, so käme man doch auf eine Summe, die 10x so groß ist.

  1. So etwas gab es in der Vergangenheit bereits desöfteren. Warum werden solche Entscheidungen nicht den Mitarbeitern selbst überlassen sondern von einer Arbeitnehmervertretung für alle Mitarbeiter beschlossen? Für mich wäre das ein Grund zur fristlosen Kündigung, kann aber durchaus verstehen, dass man dort als Mitarbeiter diesen Schritt nicht gehen möchte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    es rettet zwar nicht den Arbeitsplatz, aber es verringert den Anspruch bei ALG1 und füllt zum Schluss noch mal den Bossen die Taschen.

    • digidus
    • 19. Januar 2013 12:21 Uhr

    Laut Geschäftsbericht 2010 der air Berlin beträgt das Grundgehalt des Vorsitzenden 1 Mio, der übrigen Vorstände 500.000. Dazu kommen erhebliche variable Bezüge und eine gewaltige Pensionsregelung (der jährliche Beitrag hierfür bei einer Lebensversicherung würde mehrere Hunderttausend Euro kosten).
    Eine nur 10% Kürzung (wovon) ist ein Skandal. Haben die Vorstände überlegt, was die 5% bei der Flugbegleiterin ausmachen?
    Die Begrenzung der Gesamtvergütung auf 300.000 (einschl. Pensionen / variabler Bezüge) pro Jahr würde mehrere Millionen einsparen.

    6 Leserempfehlungen
  2. es rettet zwar nicht den Arbeitsplatz, aber es verringert den Anspruch bei ALG1 und füllt zum Schluss noch mal den Bossen die Taschen.

    2 Leserempfehlungen
  3. ist sehr beliebt, da sie verhindert, dass die Bosse noch mehr Verlust erleiden, und man kann hinterher sagen wir haben doch Alles getan. Nur Arbeitsplätze hat es noch keine gerettet

    • Chali
    • 19. Januar 2013 12:27 Uhr

    Wenn die Mitarbeiter dort ganz umsonst gearbeitet hätten und nicht nur auf 29% verzichtet hätten, vielleicht einem schuldlos in Not geratenem mit einem Kredit unter die Arme gegriffen hätten, gäbe es das Unternehmen heute noch!

    Aber der Hinweis auf ALG1 ist natürlich richtig. Wenn es schiefgeht mit der Sanierung, ist es uns übrigen wenigstens ein Trost, dass es uns billiger kommt,

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, nf
  • Schlagworte Lufthansa | Air Berlin | Airline | Euro | Expansion | Flugzeug
Service