Die Lufthansa hat einen Prozess um ihr Bonusmeilensystem gewonnen. Das Oberlandesgericht Köln wies die Klage eines Vielfliegers ab, dessen Meilenkonto durch die Änderung der Geschäftsbedingungen abgewertet worden war.

Der Kläger sammelte Bonusmeilen, um sie als Rabatt für neue Flüge einzulösen. Anfang 2011 hatte die Lufthansa die Bedingungen dafür verändert, wodurch der Mann 15 bis 20 Prozent mehr Bonusmeilen für Business- und First-Class-Flüge einlösen musste als vorher. Dieses Vorgehen hält der Lufthansa-Kunde für rechtswidrig, weshalb er die Fluggesellschaft verklagt hat. In erster Instanz setzte er sich vor dem Landgericht Köln durch, doch das Oberlandesgericht vertrat nun im Berufungsverfahren eine andere Ansicht.

Dem Urteil zufolge darf man den Fall nicht isoliert betrachten, da der Kläger mit ungefähr 900.000 angesammelten Bonusmeilen ein ausgesprochener Vielflieger sei. Nach Meinung des Gerichts ist bedeutsamer, was die Umstellung der Bedingungen für den durchschnittlichen Kunden bedeutet. Und da stelle sich die Sache so dar, dass der eine Kunde Nachteile habe, der andere Vorteile.

Revision vor Bundesgerichtshof offen

Dass die Umstellung schon einen Monat nach der ersten Ankündigung in Kraft trat, hält das Oberlandesgericht zudem nicht für problematisch. Das Landgericht hatte noch eine Vorlaufzeit von vier Monaten für nötig erachtet.

Allerdings ließ das Oberlandesgericht Revision vor dem Bundesgerichtshof zu. Der Kläger will aller Voraussicht nach vor die höchste Instanz ziehen.