RücktrittAirberlin-Chef Mehdorn tritt ab

Hartmut Mehdorn räumt nach 15 Monaten seinen Posten als Interimschef bei Air Berlin. Der Ex-Bahnchef bleibt aber im Verwaltungsrat der Fluggesellschaft.

Der ehemalige Air-Berlin-Vorstand, Hartmut Mehdorn

Der ehemalige Air-Berlin-Vorstand, Hartmut Mehdorn  |  © Andreas Rentz/Getty Images

Hartmut Mehdorn hört als Vorstandschef bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin auf. Sein Nachfolger wird der bisherige Strategie-Vorstand Wolfgang Prock-Schauer, wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung für die Börse mitteilte. Mehdorn wird künftig dem Verwaltungsrat angehören. Er hatte Airberlin 15 Monate lang als Interimschef geleitet.

Mehdorn erklärte, es sei nun "die richtige Zeit für den Führungswechsel". Unter seinem Vorgänger Joachim Hunold war die Airline stark gewachsen und hatte Konkurrenten wie DBA, LTU und Niki übernommen. Doch die Strategie ging nicht auf – Air Berlin macht seit Jahren Verluste. Mehdorn hatte in seiner Amtszeit seit September 2011 Spar- und Sanierungsprogramme bei Airberlin auf den Weg gebracht und vorangetrieben. Ziel der Fluglinie ist es, noch in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

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Airberlin kündigte an, Mehdorns Nachfolger Prock-Schauer werde die Konsolidierung fortsetzen. Mit dem gebürtigen Österreicher übernehme "ein anerkannter Airline-Experte" den Chefposten bei Air Berlin. Prock-Schauer war bislang für Strategiefragen zuständig.

Der 56-Jährige ist ein erfahrener Krisenmanager. In einem Interview sagte Prock-Schauer vor zwei Jahren, dass er von seinen 30 Jahren in der Luftfahrtbranche allein 20 Jahre mit Krisen der einen oder anderen Art zu tun gehabt habe. So managte er den Beitritt von Austrian Airlines zur Star Alliance, später war er Chef des Luftfahrtbündnisses. Danach ging er nach Indien und lenkte den Expansionskurs von Jet Airways. Zuletzt versuchte er, die ehemalige  Lufthansa-Tocher BMI zu sanieren. Das Vorhaben scheiterte allerdings, die verlustträchtige britische Fluglinie wurde schließlich verkauft.

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Leserkommentare
  1. der minusexperte für alles wohl als nächstes "verwesen".

    > http://www.finanzen.net/a...

    > http://www.manager-magazi...

    2 Leserempfehlungen
  2. Discountpreise können auf Dauer nicht für einen soliden Geschäftsbetrieb sorgen. Es sei denn, Zusatzeinnahmen in weiteren Geschäftssektoren können generiert werden.

    Hier ein Foto eines Air-Berlin-Fliegers auf der Route von Düsseldorf nach San Francisco:
    http://www.flickr.com/pho...
    Schön die glitzernden Kristalle des Wasserdampf-Ausstosses im Sonnenlicht.

    Hoffentlich geht es bald wieder Aufwärts mit Air Berlin!

    • mtume7
    • 07. Januar 2013 9:37 Uhr

    ... wäre ein würdiger Kanzlerinnen-Nachfolger. Nur ihm traue ich zu, Deutschland noch schneller abzuwickeln.

    5 Leserempfehlungen
    • ManRai
    • 07. Januar 2013 9:42 Uhr

    Wahrscheinlich hat er als Bahnchef nur Maerklin Eisenbahnen gekannt und als AirBerlin Chef nur den kleinen Uhu...
    Hoffentlich macht er keine Currywurst Bude auf....

    Eine Leserempfehlung
    • Heiva
    • 07. Januar 2013 10:10 Uhr

    Wenn Herr Mehdorn nun seinen Posten verlässt,ob er wohl Nachfolger von Herrn Schwarz vom BER wird? Seine spezielle Qualifikaation als Manager hat er ja nun schon bewiesen.Gerade die S-Bahn in Berlin leidet noch heute unter seinen damaligen hervorragenden vorrausschauenden Manageraktivitäten.Ohne beachtliche Abfindung ist er damals bestimmt nicht gegangen.

    3 Leserempfehlungen
  3. Seit Hartmut Mehdorns Antritt verschwand der ehemals werbeträchtige Preisvorteil der Air Berlin ggü. den Mitbewerbern. Attraktive Extra-Angebote, einst Merkenzeichen der Airline, verschwanden völlig.

    Der Beinahe-Unfall eines A-330 der bis dato tadellos verkehrenden Air Berlin in Phuket erinnerte an die lange Serie technischer Defekte bei der Bundesbahn unter Sparkommissar Mehdorn - doch Flugzeuge sind keine Züge, sie verzeihen nichts. Musste Mehdorn möglicherweise deswegen abtreten?

    3 Leserempfehlungen
  4. in die Deutsche Bank eintreten - dann geht die wenigstens auch mal wirklich pleite.

    5 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Hartmut Mehdorn | Lufthansa | Air Berlin | LTU | Joachim Hunold | Börse
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