Der Chefposten des Hauptstadtflughafens BER bleibt vorerst unbesetzt. Der Favorit des Aufsichtsrats, der frühere Frankfurter Flughafenchef Wilhelm Bender, will das Krisenprojekt nicht leiten, sagte Brandenburgs Ministerpräsident und BER-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD).

"Bender steht zur Verfügung, uns für das Projekt zu unterstützen, aber nicht als Geschäftsführer", sagte Platzeck weiter. Die Suche werde noch eine Weile dauern. Der Hauptstadtflughafen brauche eine Lösung, die über Jahre trage. Ob er schon mit weiteren Kandidaten verhandelt, ließ Platzeck offen.

"Das ist ein schwerer Rückschlag", sagte die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop. Der frühere Fraport-Chef war in den vergangenen Tagen als Übergangschef gehandelt worden, um das Projekt aus der Krise zu führen. Platzeck hatte ihm ein Angebot gemacht, Bender sich aber Bedenkzeit bis zum Wochenende genommen.

Noch kein Eröffnungstermin bekannt

Wegen des Termin- und Kostendebakels war der bisherige Geschäftsführer Rainer Schwarz im Januar abberufen worden. Schwarz musste abtreten, ohne dass ein Nachfolger bereitstand.

Die Geschäfte des Flughafens führt momentan Technikchef Horst Amann. Er war vor einem halben Jahr aus Frankfurt geholt worden, um das Chaos auf der Baustelle in Schönefeld zu lichten. Wegen Baumängeln und Technikproblemen gibt es derzeit keinen Eröffnungstermin.

In welcher Form Bender das Projekt unterstützen wird, ließ Platzeck offen. Der 68 Jahre alte Manager hatte bis 2009 den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport geführt und den Ausbau des größten deutschen Airports vorangetrieben.