ComputerherstellerDell soll von der Börse verschwinden

Michael Dell kauft seine Computerfirma zurück und nimmt das Unternehmen von der Börse. Er will den Konzern umbauen und wieder wettbewerbsfähig machen.

Firmengründer Michael Dell

Firmengründer Michael Dell  |  © Kimihiro Hoshino/AFP/Getty Images

Ein Konsortium um Firmengründer, Großaktionär und Konzernchef Michael Dell hat eine insgesamt 24,4 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) schwere Übernahme des weltweit drittgrößten Computerbauers ausgehandelt, teilte das Unternehmen mit. Dann soll Dell möglicherweise nicht mehr an der Börse notiert sein.

Hintergrund der Aktion ist der schrumpfende PC-Markt. Ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der anderen Aktionäre kann Michael Dell den Konzern radikaler umbauen. Bei den boomenden Smartphones und Tablet-Computern ist das Unternehmen schwach aufgestellt.

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Michael Dell hält 14 Prozent der Anteile. Das Geld für weitere Aktienkäufe kommt von Partnern und Banken. Hauptpartner ist die auf Hochtechnologie-Firmen spezialisierte Investmentgesellschaft Silver Lake. Der US-Softwareriese Microsoft beteiligt sich mit einem zwei Milliarden Dollar schweren Kredit an dem Geschäft. Auf den meisten PCs läuft Microsofts Betriebssystem Windows.

Pro Aktie sollen die Dell-Aktionäre 13,65 Dollar erhalten – ein Aufschlag von 25 Prozent zum Kurs vom 11. Januar. Nach diesem Datum waren erste Gerüchte über die bevorstehende Übernahme aufgekommen und die Aktie hatte kräftig zugelegt. Die Anteilseigner und die Wettbewerbshüter müssen dem Geschäft noch zustimmen. Zudem können andere Interessenten ein Gegenangebot vorlegen. Der Dell-Verwaltungsrat sucht die kommenden 45 Tage nach anderen Bietern – vor allem, um späteren Aktionärsklagen über einen zu niedrigen Preis vorzubeugen.

Dell ist nach wie vor ein Gigant in der Branche – das Unternehmen ist immer noch der drittgrößte PC-Hersteller der Welt. Zu Hochzeiten war der Konzern 100 Milliarden Euro wert. Gegründet wurde das Unternehmen von Michael Dell 1984, als dieser noch Student war. Dell baute den heutigen Weltkonzern aus seinem Studentenzimmer heraus auf. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern jedoch den Trend zu Tablet-PCs verschlafen. Für Microsoft könnte die Beteiligung an dem Computerhersteller interessant sein, da das Unternehmen seit Kurzem eigene Tablets anbietet.

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Leserkommentare
  1. Dies klingt so, als ob Herr Dell das gefühl hat, dass ein Börsennotiertes unternehmen in schwierigen Zeiten einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den klassischen Familienunternehmen hat.
    Wenn man Außnahmeerscheinungen wie Bosch ansieht fragt man sich, ob da schonmal jemand wissenschaftlich verglichen hat.

    4 Leserempfehlungen
  2. hat ja auch Porsche sozusagen am Anfang seiner Karriere gerettet mit dem Schritt von Dax auf M.Dax zu gehen um nicht bald täglich mit Prognosen den Wert zu zerstören und hatte Erfolg damit.

    Ob Dell überhaupt noch gebraucht wird bei der Wettbewerbssituation bleibt fraglich.

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    • Chali
    • 05. Februar 2013 18:10 Uhr

    er hätte seinen Erlog erziet, weil er mehr Autos verkaufen konnte als z.B. Ferrari, die ihre Wettbewebsfähigkeit (Formel1 mit Michael Schuhmacher) verbessert haben?

    ... Wendelin Wiedeking.

    • Chali
    • 05. Februar 2013 17:57 Uhr

    Ich lese da, - übrigens: auf einem Dell - dass meine Marke zur Konkurrenz gar nicht fähig, gleichzeitig aber "ist immer noch der drittgrößte PC-Hersteller der Welt" ist? Da stehr er doch voll in der Konkurrenz - wenn auch nicht mit dem gewünschten finaziellen Erfolg? Und offensichtlich will Herr Dell doch den verbessern - nicht nur ... ähhh - ... "Fähigkeit dazu?

    Alles sehr merkwürdig, diese deutsche Sprache von heute.

    Und dann lese ich noch, dass "die anderen Aktionäre" bzw. deren "Befindlichkeiten" - was soll ich mir denn bite darunter vorstellen? - schon die "Wettbewerbsfähig" einschränken? Ich dachte, so von wegen Griechenland, das hängt ausschliesslich an den Gehältern?

    3 Leserempfehlungen
    • Chali
    • 05. Februar 2013 18:10 Uhr

    er hätte seinen Erlog erziet, weil er mehr Autos verkaufen konnte als z.B. Ferrari, die ihre Wettbewebsfähigkeit (Formel1 mit Michael Schuhmacher) verbessert haben?

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    Antwort auf "na Wedekind"
    • Mika B
    • 05. Februar 2013 18:28 Uhr

    seine Anteile heute Günstig Verkaufen, wenn sie nach der Sanierung ein Vielfaches Wert sein könnten?
    Wenn die Namhaften Partner und Banken vom Erfolg des Konzernumbau Überzeugt sind warum dann nicht auch der Aktionär?
    Dies Widerspricht eigentlich der geamten Anlegerlogik und läuft eher auf eine wie auch immer geartete "Enteignung" hinaus.

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    Eventuell dauert es dem Durchschnittsaktionionär einfach zu lange.
    Wie viel Prozent sind denn schon bereit auf die Dividenden der nächten Jahre zu verzichten und das Risiko einer riskanten Restrukturierung mitzugehen?

    Abgesehen davon handeln Aktionäre nicht rational ;)

    ... unternehmerische Aktivitäten risikobehaftet sind. Das wird ja immer gerne von denjenigen Leuten übersehen, die Zwangsdeckelungen und ähnliches fordern. Aber es ist eben doch so, dass das Geld der Aktionäre im Feuer steht. Und in einer solch schnellebigen Branche wie der Computerbranche kann es sich blitzschnell in Luft auflösen.

    Sicher, einige werden u.U. auch gegen ihren Willen rausgequetscht, aber die Regeln kannten sie bevor sie eingestiegen sind.

  3. Eventuell dauert es dem Durchschnittsaktionionär einfach zu lange.
    Wie viel Prozent sind denn schon bereit auf die Dividenden der nächten Jahre zu verzichten und das Risiko einer riskanten Restrukturierung mitzugehen?

    Abgesehen davon handeln Aktionäre nicht rational ;)

  4. ... Wendelin Wiedeking.

    Antwort auf "na Wedekind"
  5. ... unternehmerische Aktivitäten risikobehaftet sind. Das wird ja immer gerne von denjenigen Leuten übersehen, die Zwangsdeckelungen und ähnliches fordern. Aber es ist eben doch so, dass das Geld der Aktionäre im Feuer steht. Und in einer solch schnellebigen Branche wie der Computerbranche kann es sich blitzschnell in Luft auflösen.

    Sicher, einige werden u.U. auch gegen ihren Willen rausgequetscht, aber die Regeln kannten sie bevor sie eingestiegen sind.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Michael Dell | Börse | Microsoft | Aktie | Dollar | Euro
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